W&S Kolumne

Der konjunktive Konditional

Das ist ein deutscher Wesenszug, den gibt es in Europa sonst nicht: "Jammern im konjunktiven Konditional".

Der Konditional 1 wird nur noch vom Konditional 2 getoppt - in Bezug auf Unverbindlichkeit und Leidenspotential.
Vor kurzem ist mir das wieder mal richtig klar geworden - ich müsste mich ändern. Das wäre schön. Falsch!
Ich muss mich ändern - alles wird gut.
Jetzt denken Sie wahrscheinlich , während Sie die Zeile lesen, nun ist der Autor endgültig durchgedreht.
Es könnte sein, dass Sie richtig liegen. Aber ich bin nicht Schuld. Das ist ein deutscher Wesenszug, den gibt es in Europa sonst nicht: "Jammern im konjunktiven Konditional".
Die Story ist schnell erzählt:
Im Urlaub die eigenen Fahrräder nicht mitgenommen. Von Montag bis Donnerstag - Konditional 1: "es wäre schön, wenn wir die Fahrräder hier hätten!" - also täglich - vorauseilendes Leiden.
Am Freitag - dann Konditional 2 - Bestätigung: "es wäre so schön gewesen, wenn die Fahrräder hier gewesen wären" - klassisches Nachtrauern.
Nun ist es ja nicht so, dass gar keine Fahrräder zur Verfügung standen.
Man konnte welche leihen. Habe ich auch gemacht und trotzdem gejammert.
Schuld ist der "konjuktive Konditional". Am besten man legt das Grammatik-Buch weit weg. Das steigert die Aktivität und die gute Laune! Gilt in jeder Lebenslage.
Norbert Schaaf

W&S Kolumne

Konditional

Anstelle von klaren Aussagen setzen wir gerne das Konditional; ein "ich würde" macht den folgenden Satz zu einer Möglichkeit, nicht zu einer Tatsache. Doch sind wir uns dessen auch bewusst?

W&S Kolumne

Wahrheit

In der Regel sind Fensterputzer Osteuropäer, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind und natürlich damit auch nicht wissen, was ein Mindestlohn ist. Selbst wenn der Mindestlohn eingeführt würde - dann arbeiten sie halt vier Stunden länger - kostenlos.

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Fürsorgepflicht bei Auslandsaktivitäten

Ein Schadenersatzurteil mit Folgen

Ende November 2015 verurteilte ein Gericht in Oslo die norwegische Hilfsorganisation „Norwegian Refugee Council“ (NRC) in einem international aufsehenerregenden Prozess zu einer Zahlung von rund 500.000 Euro an einen früheren Mitarbeiter wegen grobfahrlässigem Verstoßes gegen die gesetzliche Fürsorgepflicht vor und nach dessen Entführung in Kenia.