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Foto: Institut für Krisenforschung

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Der Mensch bleibt Krisenursache Nummer eins

Das Institut für Krisenforschung, ein Spin-Off der Universität Kiel, hat seine Ergebnisse der Krisenpräventionsumfrage 2019 vorgestellt.

An der Umfrage im März und April 2019 haben Krisenbeauftragte (35 Prozent) und Kommunikationsmanager (65 Prozent) aus 85 Institutionen teilgenommen – 75 Prozent aus Unternehmen, 15 Prozent von Behörden und 9 Prozent aus Verbänden. Gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer nimmt eine Leitungsfunktion wahr (54 Prozent). Drei von vier befragten Organisationen mussten 2018 mindestens einen Krisenfall bewältigen (75 Prozent), mehr als ein Viertel sogar drei oder mehr Krisenfälle (26 Prozent). „Die Umfrageteilnehmer verfügen damit über vergleichsweise umfangreiche Krisenerfahrung. Quasi eine Premium-Stichprobe und damit ein Glücksfall für die Krisenforschung“, sagt Frank Roselieb, geschäftsführender Direktor des Instituts für Krisenforschung und Leiter der Studie.

Medien im Blick

Über das Referenzjahr 2018 hinaus hatte jeder zweite Krisenbeauftragte menschenbezogene Krisenfälle wie Unfall, Tod oder Pandemie (55 Prozent) oder technikbezogene Krisenfälle wie Cyberangriffe oder Brände (44 Prozent) zu bewältigen. Obwohl medienbezogene Krisenfälle wie Skandale oder Enthüllungen nur den dritten Platz in der Rangliste der Krisentypen einnehmen (29 Prozent), sah mehr als jeder dritte Befragte in diesem Zusammenhang die Fairness von Journalisten deutlich abnehmen (36 Prozent) und mehr als die Hälfte der Befragten die Intensität der Medienberichterstattung deutlich zunehmen (59 Prozent).

Prävention weiterhin wichtig

Wenig verwunderlich setzen die befragten Organisationen in der Krisenprävention daher insbesondere auf Medienbeobachtung (81 Prozent), Krisenstäbe (78 Prozent) und Krisenhandbücher (72 Prozent). Jede zweite Organisation führt regelmäßige Krisenübungen durch (59 Prozent) oder hält Krisenräume für den Ernstfall bereit (46 Prozent). Im Ergebnis scheint sich die Krisenprävention auszuzahlen. Organisationen ohne durchlebte Krisenfälle setzen eine größere Zahl an Präventionsinstrumenten parallel ein (7,4 versus 6,3), nutzen häufiger systematisches Themenmanagement (48 Prozent versus 30 Prozent), haben häufiger Krisenbeauftragte benannt (76 Prozent versus 56 Prozent) und streben häufiger Zertifizierungen nach DIN oder ISO an (38 Prozent versus 23 Prozent) als solche mit Krisenerfahrung.

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