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Kameranetzwerke

Der Switch als Analysewerkzeug

Netzwerke, speziell im Videobereich, werden immer komplexer. Dazu kommt die Verbindung von Daten mit PoE (Power over Ethernet), welche nochmals mehr Parameter in die Anlage bringen. Trotzdem sollten Netzwerke ohne einen Stab von IT-Leuten im Hintergrund aufgesetzt und betrieben werden können.

Gleichzeitig sollten Netze aus der Ferne analysiert werden können, ohne dass Messspezialisten mit Messtools wie Wireshark vor Ort sein müssen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Switche mit einer Sensorik mit Analyse- funktionalitäten ausgestattet werden müssen. Dies erfolgt mit einem speziell für Video optimierten Chipsatz. State-of-the- Art-Werkzeuge machen Kabeltests oder messen den Verbindungsstatus von der Kamera zum Switch. Sind Verbindungen mangelhaft, werden diese via SNMP (Simple Network Management Protocol) an die zuständigen Leitsysteme weitergeleitet. Gleichzeitig werden Topologien erkannt und Durchsatzraten grafisch dargestellt. Gerade bei Videonetzen sind Fehler nicht konstant anliegend. Oftmals werden diese bei großen Bildveränderungen erzeugt, beispielsweise, wenn große Menschenmengen zur gleichen Zeit vor den Kameras vorbeigehen. Um hier eine klassische Triage zwischen Kamera, Netz und Videoaufzeichnungssystem zu machen, benötigt es definierte Messpunkte. Somit können vermeintliche Fehler, welche schnell dem Netzwerk angelastet werden, effizient gesucht werden. So wird dann zum Beispiel sichtbar, dass nicht das Netzwerk, sondern die Speicherdisks nicht schnell genug schreiben und somit Daten verloren gehen.

Noch mehr Power

Ziel ist es, bis zu 120 Watt über Datenkabel zu bringen. Somit könnten Laptops und Bildschirme direkt bequem mit einem Kabel versorgt werden. Aber die Standardisierung geht wegen andauernder Patenstreitigkeiten nur langsam voran. Im Moment haben sich die Kamerahersteller damit beholfen, Kameras für 60 Watt zu bauen, ohne den Standard abzuwarten. Der kommende Standard IEEE 802.3bt 70 Watt verwendet alle acht Drähte und speist PoE mittels Phantomspeisung. Bei solchen Leistungen und den daraus resultierenden Strömen, wird der Stecker immer mehr zum entscheidenden Element. An dieser Stelle darf auf keinen Fall gespart werden. Schlechte Übergänge bedeuten Verluste und dies wiederum erzeugt Hitze.

Die zweite Herausforderung ist das Aus- und Einstecken. Gerade PTZ-PoE-Kameras, welche mit ihren Motoren eine enorme Last darstellen, sind fatal für das Ausstecken der Stecker. Die Induktivität will den Strom aufrechterhalten und steigert somit die Spannung, was zu starker Funkenbildung führt. Wird nun dieser Prozess wiederholt, so dass der RJ45-Stecker mehrere Male ein- und ausgesteckt wird, so wird der Übergang immer schlechter (Korrosion) bis zum totalen Versagen des Steckers. Mit den Normen IEEE 802.3af und at wurden Sicherheitsstandards einführt. Die Sicherheitsbestimmungen sind dafür gedacht, die beteiligten Geräte – Energieversorger (Power Sourcing Equipment, PSE) und Energieverbraucher (Powered Devices, PD) – zu schützen, wenn zum Beispiel ein Kurzschluss beim Verbraucher (PD) vorliegt. Dies bedeutet zwingend, dass die PSE und PD miteinander kommunizieren können. Der Trend geht dahin, dass die Switch- und Midspan-Hersteller nicht nur einmalig das PD-PSE-Protokoll abfragen, sondern alle 20 Millisekunden. Das ermöglicht es, ein Ausstecken zu detektieren und dann den Port direkt stromlos zu machen, ohne dass Funkenbildung entsteht. Mit Y-Kabel ist es dann möglich, 60 Watt direkt auf einen RJ45-Stecker zu bringen. Es werden auf dem blauen Kabel 30 Watt und Ethernet-Daten übertragen, und auf dem schwarzen nur 30 Watt PoE. Auch hier ist es wichtig, dass der Switch mit dieser Konstellation umgehen kann. Die meisten Switche schalten den zweiten Port ab, wenn nur PoE und keine Daten gezogen werden. Es wird auf die Dauer nicht gelingen, die Bedürfnisse der Videowelt mit den Bedürfnissen der klassischen IT-Welt zu vereinen. Gerade die Switch-Hersteller müssen sich entscheiden, klassische Switche zu bauen, oder Switche made for Video.

Dipl. Ing. FH Rudolf Rohr, Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter der Barox Kommunikation GmbH, www.barox.de

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Wenn der Strom nicht mehr aus der Steckdose kommt

Interaktives Strommanagement

Ein generelles Anliegen der PoE (Power over Ethernet)-Industrie ist es, die vielen kleinen Netzteile zu reduzieren. Mit dem Ziel, ein intelligentes, interaktives Strommanagement einzuführen, bei dem die Quelle mit der Senke in einem ständigen Austausch steht.

Foto: R. Rohr/Barox Kommunikation

Videonetze ohne Limit

Wahrheit oder Trugschluss?

Seit gut zwei Jahren gibt es immer mehr Hersteller, die Endgeräte mit höherem Leistungsbedarf produzieren. Gerade im Videobereich ist festzustellen, dass Kameras im Endausbau, das heißt inklusive Schwenk-Neigeeinrichtung, Heizung, Scheibenwischer und IR-Strahler teilweise 60 Watt oder sogar bis zu 95 Watt zum Betrieb benötigen. Ein Verbrauch, der bis dato noch nicht normiert ist.

Foto: Get-Power

Get-Power

Netzwerklösungen vom Converter bis zum Switch

Get-Power stellt seine Lösungen für PoE- und Netzwerkprodukte vor. Dazu zählen nicht nur Power Sourcing Equipment und Media Converter, sondern auch Netzwerk-Switches für kleinere als auch Industrie-Anwendungen.

Foto: Barox

Video-IP-Netzwerke

Stark & dynamisch

Seit vielen Jahren bestand der Trend, analoge CCTV-Netzwerke in IP-Netzwerke zu wandeln und zu integrieren. Dabei galt IP als das verbindende Element. Innerhalb der IP-Netzwerke zeichnet sich seit geraumer Zeit ein neuer Trend ab.