Banken kommt bei der Aufdeckung des Drogenhandels Verantwortung zu.
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Banken kommt bei der Aufdeckung des Drogenhandels Verantwortung zu.

Kriminalitätsbekämpfung

Die Banken und der Drogenhandel

Immer mehr Kinder sind direkt in den Drogenhandel verwickelt. Banken verfügen über geeignete Instrumente, um diesen aufzudecken – aber sie tun nichts.

Aktuellen Schätzungen zufolge sind in Großbritannien 27.000 Kinder in den Drogenhandel verwickelt, und die Banken schauen zu. Häufig werden die Kinder durch Social Media Grooming oder durch körperliche oder sexuelle Nötigung rekrutiert. Durch die Corona-Lockdowns ist die Online-Nutzung von Minderjährigen erheblich gestiegen. Dem Europäischen Drogenbericht 2021 der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) zufolge hat sich während der Pandemie der Drogenmarkt verändert: Es gibt weniger Straßenverkäufe, dafür mehr Online-Handel und eine stärkere Nutzung privater Messenger-Dienste. Die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche in den Drogenhandel verwickelt werden, ist dadurch noch gewachsen.

Wie funktioniert der Drogenhandel?

Der Drogenhandel funktioniert wie eine Pyramide, an deren Spitze einige wenige stehen, die Drogen aus Übersee importieren und an immer größere Netzwerke weiterverkaufen. Auf der Einstiegsebene befinden sich die „Runner“, also Drogenkuriere oder Verteiler der Drogen vor Ort. Häufig sind dies Kinder im Alter von etwa 12 Jahren aufwärts aus benachteiligten Gegenden und Milieus, die vielleicht nicht wissen, dass die höherrangigen Drogendealer ihre Schwäche ausnutzen. Ein weiteres Incentive für die Drogenkuriere auf der Einstiegsebene ist, dass damit gutes Geld verdient werden kann – Profite in Höhe von mehr als 1.000 € pro Woche sind keine Seltenheit.

Leider sehen sich viele der minderjährigen Straßendealer nicht als Opfer. Sie sind jung und beeinflussbar und glauben, dass sich jemand um sie kümmert oder dass ihre Beteiligung die einzige Möglichkeit ist, ihre Familien zu versorgen. Außerdem werden Einschüchterung und Gewaltandrohung genutzt, um Opfer mit dem idealen sozialen Profil zu rekrutieren, was wiederum den Ausstieg aus dem Geschäft erschwert. Die Bandenchefs sind sehr darauf bedacht, keinen finanziellen Fußabdruck zu hinterlassen. Um ihnen auf die Schliche zu kommen ist es daher notwendig, verdächtige Täterprofile zu identifizieren und nach den Indikatoren für verdächtiges Verhalten zu suchen.

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Nicola Eschenburg, Venture Lead, FinCrime Testing Service, BAE Systems Applied Intelligence.
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Verantwortung der Banken zur Aufdeckung des Drogenhandels

Man könnte vermuten, dass Indikatoren außerhalb des Finanzsystems besser geeignet sind, diese Aktivitäten zu erfassen. Die Banken können jedoch eine wichtige Rolle bei der Aufdeckung des Drogenhandels spielen. Sie verfügen über Millionen von Transaktionsdaten und können diese nutzen. Häufig wird diese Möglichkeit jedoch übersehen, weil man nicht weiß, auf welche Art von Aktivitäten und Profile man achten muss. Ein erster Schritt könnte darin bestehen, dass die Finanzbranche versucht, die Profile der Drogendealer auf der Einstiegsstufe und ihre Verhaltensweisen zu identifizieren. Die Strafverfolgungsbehörden könnten so in die Lage versetzt werden, dass diejenigen, die am verletzlichsten sind, effektiver geschützt werden. Davon ausgehend kann dann versucht werden, den Drogenhändler auf den höheren Ebenen auf die Schliche zu kommen.

Banken und andere Finanzinstitute sollten akzeptieren, dass sie eine Sorgfaltspflicht gegenüber ihren Kunden, zu denen auch junge und schutzbedürftige Menschen gehören, haben, und dass sie gesetzlich verpflichtet sind, illegale Aktivitäten zu melden. Dies ist auch in ihrem eigenen Interesse, denn aktuellen Umfragen zufolge sind ethische Werte für die Verbraucher weltweit von zunehmender Bedeutung und sie sind auch bereit, ihre Kaufentscheidungen entsprechend auszurichten. Banken und andere Finanzinstitute sollten die modernsten technologischen Möglichkeiten nutzen, um dieser Sorgfaltspflicht nachzukommen.

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