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Sicherheit nach dem Zwiebelschalenprinzip

Die erste Verteidigungslinie

Außenflächen wirksam abzusichern, wird angesichts ständig steigender Kriminalität immer wichtiger. Dabei gilt es aber nicht nur, wertvolle Lagerbestände oder Gefahrgut zu schützen. Der Perimeteralarm bildet auch einen wichtigen ersten Verteidigungsring gegen Eindringlinge. Neue Technologien machen Neuanlage und Nachrüstung nun deutlich preiswerter.

Solarmodule, Wechselrichter, ausgemusterte Autobatterien, der Tankinhalt geparkter Fahrzeuge, gelagerte, oder sogar in Betrieb befindliche Elektrokabel: Auf Freiflächen gibt es mehr zu schützen, als man zunächst vermuten mag. Denn für organisierte Banden ist auch der Abtransport von schwerem Diebesgut keine Schwierigkeit mehr. Probleme verursachen die ungebetenen Besucher dann aber jede Menge. Dabei übersteigen Sekundärschäden wie durchschnittene Zäune oder Elektrokabel oft noch den Wert der entwendeten Waren – allein schon Grund genug für eine Investition in die Außensicherung. Wer seine Freiflächen mit einem wirksamen Perimeterschutz ausstattet, vermeidet aber nicht nur Diebstähle im Außenbereich, sondern steigert zudem die Sicherheit im Gebäude: Nach dem Zwiebelschalenprinzip werden Sicherheitsverletzungen schon gemeldet, bevor die Täter überhaupt an die Eingangstür gelangen. Bislang war eine Zaunsicherung allerdings wegen der zu verlegenden Kabel eine recht teure Angelegenheit. Schließlich gilt es nicht selten, große Strecken abzusichern.

Funken statt Kabel

Abhilfe versprechen hier drahtlos arbeitende Alarmsysteme auf RFID-Basis (Radiofrequenz-Identifikation), zum Beispiel das konsequent auf niedrige Installations- und Betriebskosten ausgelegte System „PerimeterLocator“, wie sie die Novatec Sicherheit & Logistik GmbH anbietet. Diese Alarmsysteme basieren auf nach IP68 staub- und wasserdichten Beschleunigungssensoren, die an jedes Zaunsegment montiert werden. Die Tags kommunizieren untereinander und mit einer Alarmzentrale. Sabotageversuche führen zu Lücken in der Meldungskette und werden vom System sofort erkannt, ebenso wie die charakteristischen Erschütterungen, die bei Durchschneide- oder Überkletterversuchen entstehen. Wird der Zaun nur durch einen Windstoß bewegt, entsteht ein völlig anderes Schwingungsbild, das in der Zentrale keinen Alarm auslöst.

Flexibles Einsatzspektrum

Ein fehlalarmsicheres RFID-Sicherheitssystem lässt sich aber nicht nur für die Zaunsicherung einsetzen. Auch mobile Güter, zum Beispiel Gitterboxen oder auch Container, lassen sich mit dem gleichen Prinzip gegen Diebstahl schützen. Es gibt sogar eine Sensorversion, die mittels Reed-Kontakten den Öffnungszustand eines Tors überwacht – und zwar auch dann, wenn die Zaunsicherung gerade nicht scharfgeschaltet ist. Auf Sicherheitsverletzungen reagiert das Alarmsystem dann nach einem vordefinierten Schema. Ein zu lange offenstehendes Tor zum Beispiel wird an die Smartphones zuvor festgelegter Personen gemeldet. Bei einem handfesten Einbruchsversuch alarmiert eine aufgeschaltete Alarmanlage sofort die Polizei.

Zusätzliches HD-Video

Eine RFID-Zaunsicherung ist auch mit Videoüberwachung kombinierbar. Denn das System kann mit Hilfe der individuellen Sensor-ID jede Sicherheitsverletzung genau lokalisieren und hochauflösende und sogar im Infrarotspektrum arbeitende Kameras auf den Eindringling ausrichten. Hier sollte ebenfalls an den Datenschutz gedacht werden: Eine Anonymisierungs- Software macht im Überwachungs-Stream alle Gesichter unkenntlich und gibt die unverschlüsselte Aufzeichnung erst nach Entsperrung per Keycard frei. Dabei bleibt die Total Cost of Ownership (TCO) niedrig: Im Vergleich zu herkömmlichen, verkabelten Anlagen lassen sich durch das RFID-System bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten einsparen. Das drahtlose System benötigt nämlich keinerlei Erdarbeiten, und ein Batteriewechsel bei den Beschleunigungssensoren wird erst nach acht Jahren fällig.

Herstellerunabhängige Beratung

Solche RFID-Anwendungen sind es, die eine Entscheidung für eine Perimetersicherung ein gutes Stück einfacher machen – und den Ganoven ihr „Handwerk“ ein gutes Stück schwieriger. Für die Planung und Umsetzung sollte man sich allerdings auf einen kompetenten und vor allem herstellerunabhängigen Systemintegrator verlassen, der nicht bestimmte Produkte und Marken an den Mann bringen muss, sondern in Zusammenarbeit mit dem Kunden das für ihn optimale Sicherheitspaket erarbeitet.

Michael Grau, Projektleiter PerimeterLocator, Novatec Sicherheit & Logistik GmbH

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Wirksamer Perimeterschutz für Kritische Infrastrukturen

Angriff per Gullydeckel

Kritische Infrastrukturen sind verwundbar – nicht nur durch komplexe Cyberattacken von Geheimdiensten. Und gerade beim Schutz von Außenflächen als erste Verteidigungslinie gibt es noch erheblichen Nachholbedarf. Die gute Nachricht: Moderne Video-, RFID- und Radar-Technik ermöglichen individuelle und kosteneffektive Systemlösungen.

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Sichere Grundversorgung

Food Defense

Wer heute von kritischen Infrastrukturen spricht, denkt dabei meist an Kraft- oder Wasserwerke. Mindestens ebenso wichtig – und ebenso verwundbar – ist die Lebensmittelindustrie. Auch sie gilt es, zuverlässig und effizient abzusichern.

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Perimeter Protection 2018

Novatec zeigt erweitertes Leistungsspektrum

Auf der 5. Perimeter Protection vom 16. bis 18. Januar 2018 in Nürnberg präsentiert die Novatec-Gruppe neue, praxistaugliche Lösungen rund um die Absicherung von Freiflächen und Gebäuden. Zu den Messe-Highlights zählt das System „PerimeterLocator“.

Kritische Infrastrukturen sollen am besten schon am Perimeter gegen Attacken, Sabotage, Diebstahl oder Personenschaden geschützt werden.
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Interviews

Die erste Verteidigungslinie

Die Bedrohungen für Kritische Infrastrukturen sind komplex. PROTECTOR sprach mit Thomas Friedlmeier, Technischer Leiter bei Lokavis, über geeignete Lösungen.