Editorial

Die Kombination macht‘s

Vor Kurzem haben Baden-Württemberg und Bayern die neuen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2014 vorgestellt. Mit besonderer Spannung wurden die Werte für den Wohnungseinbruchdiebstahl erwartet.

Wie in den vergangenen Jahren auch kam es hier – bei einem tendenziellen Rückgang der Straftaten insgesamt – zu einem deutlichen Anstieg: In Baden-Württemberg um 19,4 Prozent, in Bayern um 28,6 Prozent. Und das in Bundesländern, die ingesamt betrachtet als eher „sicher“ gelten. Die Erklärungsansätze dafür sind vielfältig.

Zum einen streiten sich Fachleute darüber, um welche Art von Täter es sich handelt: die organisierte, reisende Einbrecherbande aus dem Ausland oder der Gelegenheitstäter. Eine Frage die insofern schwierig zu beantworten ist, da die Aufklärungsquote mit beispielsweise 14 Prozent in Baden-Württemberg eher niedrig ist und so kaum zuverlässige Rückschlüsse zulässt.

Zum anderern geht es um die Polizeipräsenz. Mehr Polizeibeamte vor Ort auf den Straßen bedeuten ein erhöhtes Risiko für potenzielle Einbrecher – und schrecken somit ab, so die Einschätzung vieler. Aber mehr Personal ist in manchen klammen Bundesländern kaum zu realisieren.

Einen neuen Weg beschreitet hier Bayern. In mehreren Großstädten wird derzeit von der Polizei eine Analyse-Software zur Vorhersage und Verhinderung von Wohnungseinbrüchen getestet. Die ersten Ergebnisse von „Precobs“ sind vielversprechend. Das Personal kann so effektiv zur Prävention eingesetzt werden.

Dass der Einsatz von Sicherheitstechnik ebenfalls präventiv wirkt, zeigt ein weiterer Blick in die Statistik. Über 40 Prozent der Einbrüche blieben unvollendet. Der Versuch wurde abgebrochen, weil dank mechanischer Tür- und Fenstersicherungen und auch Einbruchmeldetechnik die Täter erfolglos blieben beziehunsweise abgeschreckt wurden. Jeder einzelne Immobilienbesitzer und Mieter ist hier gefordert, aktiv zu werden, wofür es teilweise sogar staatliche Unterstützung gibt. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau fördert jetzt auch den Einbau einbruchhemmender Produkte – beispielsweise Türen, Fenster, Rollläden und Fenstergitter. Zusammen mit einem sicherheitsbewussten Verhalten jedes Einzelnen sowie einer aufmerksamen Nachbarschaft sollte es doch gelingen, dass die nächste Statistik diesbezüglich positivere Zahlen aufweist.

Annabelle Schott-Lung

Foto: Bayerische Polizei

Analyse-Software

Ideale Ergänzung

Als die letzte Polizeiliche Kriminalstatistik vorgestellt wurde, gab besonders die Entwicklung beim Wohnungseinbruchdiebstahl keinen Grund zur Freude. In Bayern greift man nun zu neuen Instrumenten. PROTECTOR befragte dazu den Leitenden Kriminaldirektor Karl Geyer vom Polizeipräsidium Mittelfranken in Nürnberg.

Foto: Fotolia/Photographee.eu

Wohnungseinbruch

Soziale Probleme als Ursache

Vor Kurzem hat das Bundesministerium des Innern die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2013 vorgestellt. Über die Einschätzung des Wohnungseinbruchdiebstahls sprach PROTECTOR mit Professor Dr. Thomas Feltes vom Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik, Polizeiwissenschaft an der juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.

Foto: Initiative Einbruchschutz

Einbruchstatistik 2015

Beim Einbruchschutz aktiver werden

Weiterhin steigt deutschlandweit die Anzahl an Wohnungseinbrüchen - im vergangen Jahr sogar um zehn Prozent. Dabei zeigt die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) auch, dass über 42,7 Prozent aller versuchten Einbrüche nicht vollendet werden. Dies ist vor allem durch effektive Sicherheitstechnik begründet.

Foto: polizei-beratung.de

Auswertung PKS 2012

Tiefschwarze Punkte

Bei der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2012 könnte es sich um eine der besten aller Zeiten handeln – wären da nicht ein paar tiefschwarze Punkte. Überaus positiven Trends in einigen Kriminalitätsfeldern stehen alarmierende Entwicklungen bei Wohnungseinbruchdiebstählen und Internetdelikten gegenüber.