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BYOD

Die Technik ist nicht die Herausforderung

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen will eine strikte Trennung von Arbeitszeit und Freizeit – viele Mitarbeiter in Unternehmen wollen ihre Firmenhandys loswerden und ihre geliebten privaten Smartphones benutzen. Bring Your Own Device (BYOD) bereitet nicht nur den CIOs und IT-Abteilungen Kopfschmerzen.

So wirft das Thema laut Enterprise-Software-Anbieter Novell neben technischen vor allem arbeitsspezifische Fragen auf, die die Umsetzung von BYOD-Konzepten mitunter noch erschweren. Michael Kleist, Managing Director Central Europe bei Novell, fasst zusammen, um welche Aspekte es sich hier handelt:

1. Die Technik: Klare Abgrenzung zwischen privat und beruflich

„Bring Your Own Device“ ist zunächst sicherlich eine technische und organisatorische Herausforderung für jede Unternehmens-IT. Wie geht man mit den Geräten im Netzwerk um? Wie garantiere ich die Sicherheit der Unternehmensdaten auf dem Privatgerät? Wie können Mitarbeiter wiederum ihre persönlichen Daten vor den Augen der IT-Abteilung schützen? Was passiert im Falle eines Geräteverlustes?

Diese Probleme lassen sich noch relativ einfach lösen. So können spezialisierte Lösungen wie Novells Zenworks Mobile Management mittlerweise ein zweites virtuelles Gerät auf dem privaten Mobilgerät einrichten, das strikt von der normalen Oberfläche getrennt ist – nicht einmal Copy & Paste funktioniert über diese Grenze hinweg.

Die Unternehmens-IT hat die volle Kontrolle über diesen Bereich und kann auch eine Remotelöschung vornehmen, wenn das Gerät abhandenkommt oder der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt. Gleichzeitig ist damit auch die Privatsphäre des Mitarbeiters geschützt, da die IT keinen Zugriff auf den privaten Bereich des Endgeräts hat.

2. Der IT-Support: allzeit im Einsatz oder nach festem Zeitplan?

Eine weitere und deutlich schwieriger zu beantwortende Frage, der sich jedes Unternehmen stellen muss, ist jedoch die Frage des Supports. Natürlich muss der IT-Helpdesk Fragen zu den Business-Funktionen, die auf dem Privatgerät implementiert sind, bearbeiten können – wie aber sieht es aus, wenn technische Probleme auftreten, die durch eine private Nutzung entstehen und gar außerhalb der Arbeitszeiten auftreten? Muss die unternehmenseigene IT-Abteilung hier 24-Stunden-Support leisten, um firmenspezifische Daten und Arbeitsprozesse nicht zu gefährden?

Noch dazu gilt es, für den Support auf einmal eine Vielzahl an Geräten unterschiedlicher Hersteller mit unterschiedlichen Betriebssystemen zu betreuen. Wer hat hierfür die Kompetenzen, welche Programme müssen für sämtliche Endgerättypen reibungslos zur Verfügung stehen? Das Unternehmen muss hier von Anfang an klare Richtlinien und skalierte Organisationsstrukturen schaffen, sonst ist der IT-Support innerhalb kürzester Zeit maßlos überfordert.

3. Unternehmenskultur: Grenzenlose Verfügbarkeit oder klare Grenzziehung?

Es ist aber nicht damit getan, eine technische Lösung und notwendige Prozesse aufzusetzen – das Konzept „Bring Your Own Device“ rüttelt vor dem Hintergrund globaler Teams in verschiedenen Zeitzonen sowie den dadurch ermöglichten Home-Office-Optionen an unseren traditionellen Arbeitsmodellen.

Für Mitarbeiter, die ihr privates Endgerät auch beruflich nutzen, ist die strikte Trennung von Arbeitszeit und Freizeit plötzlich nur noch schwer möglich. Arbeitgeber, die in BYOD-Unterstützung investieren, knüpfen in aller Regel auch Erwartungen daran: Wenn der Mitarbeiter nun mit seinem Privatgerät von unterwegs und zu Hause aus arbeiten kann, soll er es auch bitte tun. Die Technologie ist ja vorhanden, die eine Mail und das eine Dokument kann Mitarbeiter X dann ja wohl auch abends nochmal checken.

Die Gefahr: Durch BYOD kann die Work-Life-Balance leicht aus den Fugen geraten. Unternehmen müssen hier anhand klar kommunizierter Erwartungen und strikter Grenzziehung proaktiv vorbeugen. Die Deutsche Telekom hat beispielsweise bereits explizite Richtlinien erlassen, zu welcher Tageszeit E-Mails beantwortet werden müssen und zu welcher nicht. Volkswagen probiert mit einer technischen Lösung die Balance zu halten und deaktiviert die E-Mail-Push-Benachrichtigungen im Feierabend. BYOD erfordert die Auseinandersetzung mit der eigenen Unternehmenskultur und eine klare Wegweisung für die Mitarbeiter. Sonst ist das Konzept über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt.

Michael Kleist, Managing Director Central Europe bei Novell

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Körper und Geist der Mitarbeiter schützen

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen verweist auf die stete Erreichbarkeit von Mitarbeitern via E-Mail und Handy außerhalb der Arbeitszeiten und fordert eine strikte Trennung von Arbeitszeit und Freizeit.

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Ratgeber BYOD von Blue Coat Systems

Flexibilität, aber sicher

Immer mehr Mitarbeiter arbeiten von unterwegs oder aus dem Homeoffice – und längst sind es nicht mehr nur die Außendienstler, die ihre E-Mails auch außerhalb der Unternehmensmauern lesen. Das Arbeiten mit mobilen Endgeräten birgt aber auch Sicherheitsrisiken, vor allem, wenn die Mitarbeiter ihre privaten Smartphones und Tablets nutzen – Stichwort „Bring Your Own Device“ (BYOD).

Ecos-Checkliste

Private Geräte sicher am Arbeitsplatz nutzen

Das Thema „Bring Your Own Device“ (BYOD), also die Nutzung mobiler privater Endgeräte wie Notebooks, Tablet-PCs und Smartphones für berufliche Zwecke, beschäftigt derzeit IT-Verantwortliche und Anwender gleichermaßen.

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Smartphones

Sicherer Zugriff von unterwegs

Vier Buchstaben bringen derzeit Unruhe in IT-Abteilungen: BYOD, die Abkürzung für „Bring your own Device“, lässt in puncto Sicherheit einige Fragen offen. Denn in BYOD-Umgebungen haben Mitarbeiter über ihre privaten Mobilgeräte Zugang zu Unternehmensdaten.