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Durchgangskontrollen im Überblick

Die Unbestechlichen

Die Personenanzahl, die vom Sicherheitspersonal gleichzeitig überblickt und somit auch überwacht werden kann, liegt bei etwa acht. Betreten oder verlassen mehrere Personen zur selben Zeit ein Gebäude, so kann dies nicht mehr überschaut und die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden. Abhilfe schaffen Durchgangskontrollen.

Durchgangskontrollen geben den Durchgang für genau festgelegte berechtigte Personen frei und bieten so sichere Kontrollmöglichkeiten. Mit einem Durchlauf von bis zu 35 Personen pro Minute je Anlage können heutzutage auch große Besucherströme effizient gesteuert werden. Für die verschiedensten Anforderungen stehen die unterschiedlichsten Typen für die Regulierung, Steuerung oder strikte Vereinzelung zur Verfügung. Von der praktischen Drehsperre über die Sensorschleuse in modernem Design bis hin zur kompakten Sicherheitsschleuse, ob als Modell für die Pförtnerunterstützung oder als vollständig autarke Lösung – für nahezu jede Art von Eingangsbereich stehen Lösungen zur Verfügung.

Doch warum braucht man heutzutage überhaupt Durchgangskontrollen? Und für wen ist dies überhaupt interessant? Generell begegnen uns Zutrittskontrollen im Alltag relativ häufig: ob in Foyers von Banken, Versicherungs- oder Bürogebäuden, in der Industrie oder natürlich in allen möglichen besonders gesicherten Bereiche, zu denen bestimmte Personen nur unter streng geregelten Voraussetzungen Zutritt haben dürfen.

Schutz für Güter oder Know-how

Typische Anwendungsgebiete sind Ein- und Ausgänge von Justizvollzugsanstalten, Gerichte aber auch Kernkraftwerke, Flughäfen, Bahnhöfe, Freizeitparks oder Stadien – im Grunde überall da, wo es zu einem großen Aufgebot an Personen kommen kann oder bestimmte Bereiche kontrolliert werden müssen. Unternehmen wie Banken oder Versicherungen wollen und dürfen sich aufgrund des Kundengeschäfts nicht verschließen, müssen sich und ihre Güter aber dennoch absichern. In der Industrie gilt es, neben materiellen Dingen oftmals auch Immaterielles, wie internes Know-how, bestimmte Fertigungsprozesse oder Technologien, die nur bestimmten Mitarbeitern zugänglich sein dürfen, effizient zu schützen.

Grundsätzlich haben Durchgangskontrollen ganz klar definierte Ziele: Sie sollen Leib und Leben schonen, unberechtigte oder gar gewalttätige Zutritte verhindern und dabei mögliche Risiken für alle Beteiligten minimieren. Unberechtigten Personen soll die Möglichkeit genommen werden, unkontrolliert Gebäude oder darin befindliche sicherheitsrelevante Bereiche zu betreten.

Steuern und retten

Auf der anderen Seite müssen die Anlagen funktionell sein. Neben der Regulierung, Steuerung oder Vereinzelung sollten sie als unterstützender Flucht- und Rettungsweg eingesetzt werden können und manchmal auch Transportmöglichkeiten bieten. Sie müssen berechtigten Personen Möglichkeiten einräumen, bestimmte Tätigkeiten uneingeschränkt auszuführen. Erforderliche Abläufe dürfen nicht behindert oder gar unterbrochen werden. So muss ein komfortabler Zutritt für Mitarbeiter gewährleistet sein. Personen, wie Pförtner und anderes Empfangspersonal, können mit ihrer Hilfe entlastet und für höherwertige Aufgaben eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil technischer Zutrittskontrolllösungen ist die Unempfindlichkeit gegenüber psychologischem Druck, welcher beispielsweise auf Personal ausgeübt werden kann, wenn es von potentiellen Straftätern bedroht wird.

Bekannter Versender

Im Bereich des Warenversands muss gewährleistet sein, Gegenstände schnell und bequem in gesicherte Bereiche hinein oder hinaus zu befördern. In puncto Luftfrachtsicherheit sind Durchgangskontrollen deshalb besonders interessant. Denn diese können bei entsprechender Planung effizient bei den Anforderungen als „Zugelassener Bekannter Versender“ unterstützen.

Verschiedene Anwendungsgebiete erfordern unterschiedliche Lösungen, je nach Verwendungszweck, Sicherheitslevel und Personendurchsatz. Auch baurechtliche Anforderungen müssen bei der Projektierung und Installation von Durchgangskontrollen berücksichtigt werden. Insbesondere im gewerblichen Bereich stehen Errichter, Planer und Architekten einer Vielzahl technischer Richtlinien, Vorschriften und Verordnungen gegenüber.

Interessenskonflikte

Dazu kommen Interessenskonflikte in Bezug auf „Sicherung“ und „Sicherheit“. Die Betreiber der Gebäude wollen die Türen in Fluchtwegen in beiden Richtungen verschließen, um zu verhindern, dass an diesen Stellen „unkontrollierbare“ Aktivitäten erfolgen. Bauaufsicht, Feuerwehr, Gewerbeaufsicht fordern, dass diese Türen in Rettungswegen jederzeit von innen geöffnet werden können. Darüber hinaus hegt die Feuerwehr berechtigtes Interesse daran, dass die Türen Lösch- oder Rettungseinsätze nicht behindern, ergo von außen geöffnet werden können. Und die Kriminalpolizei fordert letztendlich, dass Ausgangstüren von außen wirkungsvoll verriegelt werden können. Nicht zu vergessen ist auch der ästhetische Gesichtspunkt, der in der heutigen Zeit wichtiger scheint, denn je. Die Anlagen müssen sich den architektonischen Gegebenheiten anpassen und sich harmonisch in die Umgebung integrieren. Hochwertige Materialien wie Edelstahl, Glas oder Holz unterstreichen dies.

Niedrige Drehsperren regulieren

Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Arten und Sicherheitsklassifizierungen der mechanischen Durchgangskontrolle beziehungsweise Vereinzelung. Innerhalb von Bereichen mit niedriger bis mittlerer Sicherheitsstufe haben Durchgangskontrollen eine regulierende Funktion innerhalb eines vorgegebenen Standortes. Das könnte ein Eingangsbereich eines Fußballstadions sein oder aber auch der Zugangsbereich zu Gleisen an Bahnhöfen. Hier kommen meist niedrige oder hüfthohe Anlagen wie Dreiarmsperren, Glas-Drehsperren, Glas-Schwenktüren oder Sensorschleusen zum Einsatz. Die verschiedenen Modelle bieten effiziente Zugangslösungen für sanften und geräuscharmen Betrieb.

Aufgrund geringer Abnutzung und minimalen Energieverbrauch eignen sie sich perfekt für Bereiche mit hohem Personenaufkommen. Da niedrige Sperren leicht zu überlisten sind, findet man sie generell immer in Verbindung mit Wach- oder Aufsichtspersonal vor. Deshalb spricht man hier von überwachten Durchgangskontrollanlagen.

Begrenzung in voller Höhe

In Bereichen mit einer höheren beziehungsweise hohen Sicherheitsstufe kommen nicht überwachte Zutrittskontrollen, wie mannshohe Drehkreuze oder Sicherheitsdrehtüren, zum Einsatz. Diese haben eine steuernde Funktion, die dazu dient, Bewegung von Personen und den Zugang zu einem vorgegebenen Standort mittels Anlagen in voller Höhe zu begrenzen. Derlei Anlagen kommen oftmals an Personaleingängen von Firmengebäuden oder Kaufhäusern zum Einsatz.

Strikte Vereinzelung

Sicherheitsschleusen oder Personenschleusen bieten die Lösung für sensible Hochsicherheitsbereiche, in denen eine strikte Vereinzelung erforderlich ist. Unter strikter Vereinzelung versteht man den Eintritt ausschließlich berechtigter Einzelpersonen von einem ungesicherten in einen gesicherten Bereich. Hierbei ist es nicht möglich, dass zwei oder mehr Personen gleichzeitig die Schleuse passieren. Widerrechtliches Betreten des entsprechenden Sicherheitsbereiches, mit dem Ziel unrechtmäßiger Handlungen, kann mit dem Einsatz von Sicherheitsschleusen zu 99 Prozent ausgeschlossen werden.

Schlaue Schleuse

Doch woher „weiß“ die Schleuse, wie viele Personen sich in ihr befinden? Dafür sorgen verschiedene intelligente Technologien. So stellen Personenvereinzelungssensoren in der Schleuse, zum Beispiel in Verbindung mit Radarmeldern, sicher, dass nur eine Person passieren kann. Infrarot-Anwesenheitsdetektoren können die Anwesenheit einer Person erkennen, indem sie die Konturen abtasten. Elektronische Gewichtssensoren stellen anhand eines vorher festgelegten Schwellenwertes (in der Regel ein bis 160 Kilogramm) fest, ob sich mehr als eine Person in der Schleuse befindet.

Dies sind nur einige Beispiele der ausgefeilten Sensortechnik, die sich heutzutage in Sicherheitsschleusen befindet. Auch hier erfordern die verschiedenen Einsatzgebiete verschiedene Technologien. Hochsicherheitsschleusen werden vielfach mit biometrischen Zutrittskontrollsystemen kombiniert. Nur in dieser Konstellation ist eine hochsichere Zutrittskontrolle möglich. Neben der Vereinzelung wird innerhalb der Schleuse ein biometrisches Merkmal überprüft. Nur wenn dies mit den Daten der Authentifizierung übereinstimmt, die notwendig ist, um die Schleuse zu öffnen, wird der Durchgang freigegeben.

Detektion von Waffen

Unerlässlich bei Durchgangskontrollen an Flughäfen oder Gefängnissen sind Metalldetektoren, die anhand von magnetischen Feldern über Induktion Metallgegenstände, wie Waffen detektieren können. Insgesamt empfehlen sich Sicherheitsschleusen für Einsatzbereiche, in denen eine erhöhte Gefahr von unberechtigtem Zugang, aber auch von Sabotage oder Industriespionage ausgeht. Dies können sowohl Hochsicherheitsbereiche von Banken, Rechenzentren oder Entwicklungsabteilungen als auch Behörden, Verwaltungen oder forensische Bereiche in Psychiatrien sein.

Eine hundertprozentige Sicherheit kann allerdings nicht ausschließlich mit einer Sicherheitsschleuse gewährleistet werden. Dies ist nur möglich durch die Kombination einer Zutrittskontrolle (Kartenleser, Code, Ausweis) mit einer biometrischen Erkennung (Gesichtsfeld, Fingerabdruck) und eben einer Personenvereinzelungsschleuse.

Michael Luckey, Vertriebsleiter Systemintegration Deutschland & Österreich bei der Perimeter Protection Germany GmbH
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PPG-Markeneinführung

Personenvereinzelung mit Werra Entrance Control

Perimeter Protection Germany bietet nicht nur Produkte und Systeme zur Gebäude- und Freilandsicherung, sondern ganzheitliche Perimetersicherung, die dauerhafte Sicherheit vor unberechtigtem Zutritt gewährleistet. Nun rundet ein neuer Baustein das Leistungsspektrum ab: Werra Entrance Control.

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Bedarfsgerechte Sensorsperren

Nicht immer ist mehr Höhe sicherer

Personenvereinzelungseinrichtungen mit flächigen, meist transparenten Sperrelementen haben den klassischen Drehsperren Marktanteile abgenommen. Zahlreich sind auch die Kriterien, die bei der Auswahl der Technik beachtet werden sollten. Vor allem die Art des Sperr-Antriebes will mit Bedacht gewählt sein.

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Zugangssteuerung durch Drehkreuze

Sperren mit System

Wesentlichen Anteil an Wirksamkeit und Erfolg von Zutrittskontrollsystemen haben die verwendeten Personenvereinzelungsgeräte. Längst sind diese nicht mehr bloße mechanische Ausführungsorgane, sondern eigenständige mechatronische Geräte zur Zugangssteuerung.

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Zutrittskontrolle vernetzt oder standalone

Der Ausweis als Bindeglied

Abhängig vom Sicherheitsgrad und den Gegebenheiten an einer Zutrittsstelle setzen viele Unternehmen neben der kabelgebundenen Zutrittskontrolle auf elektronische Türzylinder oder Türterminals. Kabellose (mechatronische Systeme) und kabelgebundene Zutrittskontrolle werden oft als Wettbewerbslösung gesehen, obwohl beide unterschiedliche Einsatzfelder haben und sich ergänzen können.

Special Zutrittskontrolle: Informieren Sie sich rund um den Themenbereich der Zutrittskontrolle

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