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Systemintegration

Die Zeichen der Zeit erkennen

Der Blick zurück auf die Sicherheitstechnik-Branche in den vergangenen zwei Jahrzehnten macht deutlich, warum der nächste natürliche Schritt für Errichter von Sicherheitstechnik eine Diversifizierung in intelligente Gebäude ist. Einst strikt getrennte Bereiche, wachsen diese immer mehr zusammen, und verschmelzen in einheitlichen Systemen. Diese Entwicklung bietet Errichtern große Chancen.

Vor 15 Jahren war der Markt für Zutrittskontrolle ein ganz anderer Ort. Die Kunden hatten die Wahl zwischen sehr einfachen Stand-Alone -Systemen und teuren, spezialisierten ‚vernetzten‘ Systemen. Die einfachen Stand-Alone-Systeme hatten den Vorteil, dass sie erschwinglich und einfach zu installieren waren, wurden aber unpraktisch, sobald mehr als nur ein paar Türen zu verwalten waren. Bei jeder Veränderung im System musste der Anwender jede einzelne Tür aufsuchen. Auf der anderen Seite boten vernetzte Systeme einige mächtige Vorteile: Die zentrale Steuerung zur praktischen Verwaltung von größeren Systemen, die Protokollierung der Zutrittskontrollereignisse rund um das Gebäude sowie eine flexible Kontrolle darüber, wer wann und wo hinging.

Zu dieser Zeit bestand der Nachteil vernetzter Systeme darin, dass sie kompliziert waren und hoch spezialisierte Errichter erforderten. Hinzu kamen die hohen Systemkosten. Dies bedeutete, dass sie nur für größere Projekte vom Typ ‚Enterprise‘ erschwinglich waren. In diesem Umfeld brachte Paxton im Jahr 1999 mit Net2 ein vernetztes Zutrittskontrollsystem auf den Markt, das Errichtern und Anwendern eine völlig neuartige Einfachheit bot und dies zu einem erschwinglichen Preis für alle Gebäudetypen. Diese Einfachheit bestand darin, dass Net2 schnell und einfach zu erlernen, zu installieren, in Betrieb zu nehmen und einzurichten war. Dies versetzte die Sicherheitserrichter erstmals in die Lage, sich in der Zutrittskontrolle aufzustellen und ihren Kunden eine Komplettlösung anzubieten.

Geschichte wiederholt sich

Heute stehen wir vor einer sehr ähnlichen Situation wie der oben beschriebenen, wenn auch mit anderen Parametern. Die Fortschritte in der Consumer Technologie bedeuten, dass Kunden nun eine nahtlose Zusammenarbeit ihrer Sicherheitssysteme erwarten. Dies heißt, dass verschiedene Gebäudesysteme ihre Informationen teilen, um eine bessere Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Beispielsweise können Ereignisse der Zutrittskontrolle, das Scharf- und Unscharf-Stellen der Einbruchmeldeanlagen sowie die Bewegungserfassung durch Kameras, welche die Einfahrt in ein bestimmtes Gebiet überprüfen, alle über eine gemeinsame Schnittstelle abgerufen und angesteuert werden.

Darüber hinaus gibt es eine wachsende Nachfrage nach intelligenten Gebäuden, im Wesentlichen also nach Systemen, die mit anderen Gebäudeeinrichtungen wie Beleuchtung und Heizung interagieren, um Komfort und Energieeffizienz zur Verfügung zu stellen. Die gute Nachricht ist, dass heute bereits viele dedizierte Systeme mit diesen Fähigkeiten verfügbar sind. Ein Integrationsspezialist kann separate Brand-, Einbruch-, Videomanagement-, Zutrittskontroll- und Gebäudemanagementsysteme installieren und sie so zusammenstricken, dass voll integrierte Funktionalität zur Verfügung steht. Die schlechte Nachricht ist, dass diese weitreichende Integration hochspezialisiert und teuer ist. Dies bedeutet, dass – ähnlich wie bei den vernetzten Zutrittskontrollsystemen vor 15 Jahren – derzeit nur Projekte auf Enterprise-Ebene profitieren. Woher wissen wir das?

Von 1.400 mittelständischen Kunden, die wir befragten, hatte rund die Hälfte eine Videoüberwachung in Betrieb. Von diesen hatten jedoch lediglich 1,6 Prozent ihr Video-Management-System in das Net2-Zutrittskontrollsystem integriert. Und dies trotz der Tatsache, dass Net2 es so einfach wie möglich macht, da das Feature eingebaut ist und die Integration aller führenden Video-Management-Systeme unterstützt. Vor diesem Hintergrund ist dies eine interessante Statistik, die das Ausmaß enthüllt, in dem der aktuelle Integrationsansatz darin versagt, den Mittelstandskunden die gewünschte Funktionalität zur Verfügung zu stellen. Er ist einfach zu kompliziert und teuer.

In einem System vereint

In diesem Jahr hat Paxton sein System Paxton10 im Markt eingeführt, ein System für Gebäudeintelligenz, das die Funktionalitäten Zutrittskontrolle, Videomanagement und Gebäudeautomation in einem einzigen System zur Verfügung stellt. Dies ist jetzt aufgrund der ständig ansteigenden Rechenleistung, möglich geworden die dem berühmten Mooreschen Gesetz folgt. Vor einigen Jahren waren dedizierte Mikroprozessoren erforderlich, um die Codierung von Video-Streams zu handhaben. Heute führen diese Funktionen kostengünstige Prozessoren von der Stange aus. Doch welchen Vorteil haben mehrerer Funktionen, die von einem einzigen System zur Verfügung gestellt werden?

Zunächst muss nur ein System angeschafft und installiert werden, was erhebliche Kostenvorteile sowohl für die Anlage und die Installation bedeutet. Da alle Funktionen von einem einzigen System zur Verfügung gestellt werden, gibt es keine komplizierte Integration mehr. Das bedeutet, dass Paxton10 sehr einfach zu installieren und zu nutzen ist. Beide Punkte ermöglichen es den mittelständischen Kunden, von einer Funktionalität zu profitieren, wie sie bisher eigentlich nur für Enterprise-Level-Projekte einsetzbar war. In der breiteren Technologiebranche gibt es hierzu viele Präzedenzfälle.

Die heutigen Smartphones zum Beispiel haben die Märkte für einfache Kameras, PDAs und MP3-Player dezimiert. Natürlich gibt es immer noch einen lebendigen Markt für hochwertige digitale Spiegelreflexkameras, und in der gleichen Art und Weise wird es immer einen Markt für spezialisierte, auf eine einzige Funktion gezüchtete Sicherheitssysteme geben. Aber eine Reihe von Lösungen ermöglicht es dem Kunden jetzt, ein Produkt zu wählen, das zu ihm passt.

Auswirkungen auf Errichter

Sicherheitssysteme wie Zutrittskontrolle, Einbruchmeldeanlagen und Video-Management liefern reichhaltige Datenspuren, die wiederum Aktivitäten der Gebäudeautomation veranlassen können, zur Steuerung der Beleuchtung, Heizung und vieles mehr. Einfach gesagt, die Gewährung der Sicherheitsfunktionalität und Gebäudeautomation in einem einzigen Paket wird nicht nur ein Gebäude besser funktionieren, sondern auch die Sicherheitsbranche kräftig wachsen lassen. Mit dem Festhalten an herkömmlichen Lösungen wird sich ein Errichter im Wettbewerb mit konkurrierenden Gebäudeintelligenzsystemen befinden.

Ein einzelnes Gebäudeintelligenzsystem jedoch, das Videomanagement, Zutrittskontrolle und Gebäudeautomation nahtlos zusammenfügt, bietet im mittleren Marktsegment eine praktische und kostengünstige Lösung. Dies ist ein fruchtbarer Boden für Errichter, um ein wirklich neues Feature-Set anzubieten, sich vom Wettbewerb abzuheben und gleichzeitig mehr Projekte mit bestehenden und neuen Kunden zu gewinnen. Die Dinge ändern sich, und mit fortschreitender Technologie müssen wir uns anpassen, um die sich ergebenden Möglichkeiten zu ergreifen. Die Welt ist übersät mit Unternehmen, die zu spät reagierten und dafür einen hohen Preis bezahlten, man denke nur an Videoverleiher. Niemand wollte mehr hinausgehen, um ein Video oder eine DVD zu mieten, wenn Filme in Sekunden via Online-Streaming heruntergeladen werden können.

Sowohl Kunden wie auch die Errichter wollen in Systeme investieren, die ‚zukunftssicher‘ sind und die in Funktionalität und Leistung mit ihrem Unternehmen wachsen. Das Internet der Dinge (‚Internet of Things‘ oder IoT) steckt noch in den Kinderschuhen, und die Schaffung echter intelligenter Gebäude ist bei weitem noch nicht im Mainstream angekommen. Paxton10 ist bereits darauf ausgelegt, Vorteile aus diesen sich fortentwickelnden Technologien zu ziehen und wird somit den zukünftigen Erwartungen der Kunden gerecht oder sie gar übertreffen. Ihren Kunden Gebäudeintelligenz anzubieten, sichert nicht nur deren Unternehmen, sondern auch ihre eigene Zukunft.

Gareth O‘Hara, Director Sales and Marketing von Paxton

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Integration im mittleren Markt

Es gibt viele enorm leistungsfähige und funktionsreiche Sicherheitssysteme, die oft darauf ausgelegt sind, Anforderungen von Großprojekten und unternehmensweiten Installationen zu erfüllen. Selbst wenn ein System ursprünglich nicht dafür geplant und aufgebaut wurde, endet es doch oft mit vielen speziellen und projektbezogenen Funktionen.

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Interview mit Gareth O’Hara, Chief Sales Officer von Paxton

„Innovation steht über allem”

Im Juni 2016 begann Paxton am Firmenstammsitz in Brighton mit dem Bau eines neuen, 3.000 Quadratmeter großen Technologiezentrums. Keine 18 Monate später wurde es Ende 2017 eröffnet. PROTECTOR & WIK sprach mit Chief Sales Officer Gareth O`Hara über die technische Entwicklung der Zutrittskontrolle, die Vernetzung mit anderen Gewerken und die Gründe der Investition seines Unternehmen.

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IP-Intercom

Paxton erweitert Sortiment um neuen Türsprechmonitor

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Das neue System Paxton10 ermöglicht es Nutzern unter anderem die Zutrittsberechtig über eine Smartwatch zu erhalten.
Foto: Paxton

Interviews

Konvergenz von Zutritt und Video in einem System

Paxton integriert Video und IP-Intercom in seine Zutrittskontrolle. PROTECTOR sprach mit Sales Manager Dan Drayton über Konvergenz im Sicherheitstechnik-Markt.