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Brandschutzkonzept für Rechenzentren

Durchdacht statt überdimensioniert

Die brandschutztechnischen Anforderungen moderner Rechenzentren sind hoch: Gefragt sind redundante und energiesparende Systeme, die sensibel und gleichzeitig falschalarmsicher funktionieren.

Konventionelle Systeme mit Gaslöschtechnik sind häufig überdimensioniert ausgelegt und funktionieren reaktiv. Eine gewisse Brand- und Schadensentwicklung ist erforderlich, damit die Branddetektion eine automatische Löschung auslöst. Die Höchstverfügbarkeit des Rechenzentrums darf dabei nicht gefährdet werden.

Begehbare Schutzatmosphäre

Das neuartige Brandschutzkonzept speziell für Rechenzentren von Wagner basiert auf dem Ansatz, bei geringster Rauchdetektion den Schutzbereich frühzeitig in eine brandhemmende aber begehbare Schutzatmosphäre zu versetzen. Die Brandursache kann dann analysiert und behoben werden, ohne dabei den Betrieb zu stören.

Die umfassende Brandschutzlösung für Rechenzentren besteht somit zum einen aus einer höchst sensiblen Branddetektion mittels Ansaugrauchmeldern, die permanent aktiv Luftproben auf Rauchaerosole überprüfen. Zum anderen greift eine Stickstofflöschanlage, die gestuft – ausgerichtet an die ebenfalls gestufte Alarmierung der Branddetektion – in zwei unterschiedliche Sicherheitslagen fahren kann: in eine brandhemmende Sauerstoffkonzentration und in eine löschfähige Restsauerstoffkonzentration unterhalb der Entzündungsgrenze.

Das Besondere: Dank der gestuften Absenkung durch die Löschmitteleinbringung ist der Löschmittelbedarf geringer und die Zielkonzentration wird schneller erreicht. Teure Druckentlastungsflächen werden somit überflüssig. Durch die Kombination mit einer Sauerstoffreduzierungsanlage wird die jeweilige Sicherheitslage, zum Beispiel 17 Volumenprozent bei erster Stufe und 13,8 Volumenprozent bei zweiter Stufe, gehalten.

Auf weitere Löschmittelbehälter kann dadurch verzichtet werden und gleichzeitig besteht nahezu maximaler Schutz durch die unbegrenzt mögliche Haltezeit. Die Sauerstoffreduzierungsanlage gewinnt den benötigten Stickstoff sehr energiesparend aus der Umgebungsluft und kann gleichzeitig die Raumdichtigkeit überprüfen. Das Konzept ist somit eine einzigartige Lösung, die einen wirtschaftlichen Betrieb mit unbegrenztem, aktivem Brandschutz vereint.

Zweistufige Branddetektion und Sauerstoffreduktion

Im Falle eines Kabelschmorbrandes ist somit sichergestellt, dass dieser durch die hochsensiblen Ansaugrauchmelder mit höchster Ansprechsensibilität und Täuschungsalarmsicherheit frühzeitig detektiert und durch ein schnelles direktes Absenken des Sauerstoffniveaus auf 17 Volumenprozent eine Brandentwicklung unterbunden wird.

Nach Behebung des Schmorbrandes durch das Personal in einer frei begehbaren Raumatmosphäre ist das Brandrisiko einfach unter Kontrolle gebracht. Sollte es zu einem ernsthaften, größeren Brandereignis kommen, greift der zweite Alarm des Ansaugrauchmelde- systems und die Anlage fährt in die zweite Sicherheitslage von 13,8 Volumenprozent. Der Brand wird wirkungsvoll eingedämmt, da die Sauerstoffkonzentration unterhalb der Entzündungsgrenze typischer IT-Materialien liegt.

Auch hier zahlt sich der Zeitvorteil aus, da die Anlage umgehend in der Vorwarnzeit reagiert und die Zeit für eine Evakuierung oder Verzögerung eingespart wird. Der Schaden wird von vornherein begrenzt und ein Brand angemessen dosiert bekämpft. Ein weiterer Vorteil: Auf eine personengefährdende Löschgaskonzentration wie bei konventionellen Gaslöschanlagen kann verzichtet werden.

Hohe Wirtschaftlichkeit

Die Bevorratung des Löschmittels fällt im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen bis zu 37 Prozent geringer aus. Druckentlastungsflächen können um bis zu 80 Prozent verkleinert werden. Und in der Gesamtbetrachtung des Energieverbrauchs eines Rechenzentrums entfallen auf die zweistufige Brandschutzlösung weniger als 0,003 Prozent.

Zum Vergleich: Üblicherweise fallen etwa 22 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs allein für die Klimatisierung an. Alle Komponenten der neuartigen Brandschutzlösung – das betrifft sowohl die Detektion als auch die Gaslöschung sowie die Sauerstoffreduzierungsanlage – sind seit vielen Jahren im Einsatz und vom VdS geprüft und zertifiziert. Zudem bietet die Sauerstoffreduzierungsanlage zahlreiche weitere Vorteile.

So überprüft sie den Schutzraum kontinuierlich auf Undichtigkeiten und Leckagen und stellt bauliche Veränderungen und solche an der Klimatisierung fest. Im Nachgang einer notwendigen Löschung kann durch die Sauerstoffreduzierungsanlage das Schutzniveau im Rechenzentrum theoretisch unendlich lange gehalten werden. Das Rechenzentrum bleibt somit zuverlässig vor einem weiteren Brandfall geschützt – auch bei entleerten Löschmittelbehältern. Das System überbrückt somit zuverlässig die Zeitspanne bis zur erfolgreichen Wiederbefüllung der Löschanlage.

Telehouse hat ein zweistufiges Brandschutzkonzept von Wagner in seinem Frankfurter Rechenzentrum implementiert.
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Brandschutz

Zweistufiges Brandschutzkonzept für Rechenzentrum

Der Frankfurter Rechenzentrumsbetreiber Telehouse setzt zum Schutz seiner IT-Infrastruktur auf ein neuartiges, zweistufiges Brandschutzkonzept von Wagner.

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Brandvermeidungs-Technologie

Unter Druck gesetzt

Lager, Rechenzentren und Archive: Sie alle sind auf einen effizienten und absolut zuverlässigen Brandschutz angewiesen. Laut Statistik bricht alle zwei Minuten in Deutschland ein Feuer aus und richtet nicht selten einen erheblichen Schaden an. Einen solchen Vorfall kann sich kein Unternehmen leisten.

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Aktive Brandvermeidung im Rechenzentrum

Ein Schritt voraus

Kaum ein Bereich reagiert so sensibel auf Störungen wie die IT. Daher ist es besonders wichtig, auf mögliche Zwischenfälle optimal vorbereitet zu sein. Was aber tun, wenn es einmal brennt? Welche Brandschutzlösung eignet sich besonders gut? Was passiert, wenn sich durch neue Hardware oder Umbauten die Raumsituation ändert?

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