Um die Einbruchsicherheit zu testen, schrecken die Prüfer der ECB auch vor Gewalt nicht zurück.
Foto: ECB

Einbruchschutz

ECB stellt Einbruchsicherheit von Tresoren auf die Probe

Die European Certification Body GmbH (ECB) prüft Tresore Prüflaboren regelmäßig auf Einbruchsicherheit: Wie sicher sind Bargeld, Schmuck und anders darin?

Die Zertifizierungsstelle ECB testet Wertbehältnisse wie Tresore in deutschen, italienischen und spanischen Prüflaboren regelmäßig auf ihre Einbruchsicherheit. So greifen Prüfer des Istituto Giordano in Bellaria, Italien, und in den Applus+ Laboratories bei Barcelona Wertbehältnisse gemäß EN 1143-1 mit brachialer manueller Gewalt sowie mit elektrischen und thermischen Werkzeugen an. Zusätzlich setzen die italienischen Prüfer und ihre Kollegen am Fraunhofer Institut für Kurzzeitdynamik – Ernst-Mach-Institut (EMI) in Efringen-Kirchen Sprengstoffe ein, um die Einbruchsicherheit der Tresore zu prüfen.

Prüflabore müssen zum Testen auf Einbruchsicherheit mehrstufiges Anerkennungsverfahren der ECB durchlaufen

„Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und stellen durch umfassende Vorkehrungen sicher, dass für Käufer von Wertbehältnissen und für Versicherer Verlass auf die Prüfsiegel unserer Zertifizierungsstelle ist“, erklärt ECB-Geschäftsführer Dr. Markus Heering. Dazu gehört ein mehrstufiges Anerkennungsverfahren, das jedes Prüflabor durchlaufen muss, um überhaupt für ECB prüfen zu dürfen. Grundlegend ist dabei eine Akkreditierung nach der Internationalen Norm ISO/IEC 17025. Bereits jetzt sind die ECB-Kooperationspartner nach der aktuellen Version 2017 akkreditiert. Nach der Akkreditierung nach der neuen Version folgt zunächst ein „System Audit“, in dem die ECB-Zertifizierungsingenieure das Personal, die Ausstattung sowie interne Abläufe der Labore auf den Prüfstand stellen.

Erst wenn diese Hürde genommen ist, dürfen sich die Prüflabore in zwei technischen Audits an den strengen Maßgaben der ECB messen. Möchten sie dann über die Prüfung von Wertschutzschränken mit „Basis- und mittlerer Sicherheit“ hinaus auch für die Prüfung von Tresoren höherer Sicherheitsstufen zugelassen werden, müssen sie sich einem dritten technischen Audit stellen. Auch damit ist die Anerkennung nicht abgeschlossen; denn um die hohe Qualität dauerhaft sicherzustellen, führt die Zertifizierungsstelle regelmäßig Vergleichstests zwischen den Prüflaboren durch.

Audits bei Tresor-Herstellern als zusätzliche Absicherung

Zur Absicherung der Prüfergebnisse führt ECB ein- bis zweimal jährlich strenge Audits bei den Herstellern der Wertbehältnisse durch. Dafür suchen ECB-Prüfer Produktionsstätten in Europa, Asien, Nord- und Südamerika auf und kontrollieren, ob die dort gefertigten Tresore baugleich mit jenen Exemplaren sind, die in den Prüflaboren getestet werden. Damit sich bei den alle sechs bis zwölf Monate durchgeführten Audits keinerlei Routinen einstellen, achtet ECB darauf, dass ein Auditor nicht mehrmals hintereinander denselben Hersteller kontrolliert.

„Wir sind uns mit den Herstellern der Wertbehältnisse einig, dass das Vertrauen der Kunden und Versicherer nur mit strengen und transparenten Tests zu gewinnen ist“, erklärt Heering. Daher werde ECB im Bereich der Prüfungen und Audits ganz gewiss keinerlei Kompromisse machen.