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Videoüberwachung im öffentlichen Nahverkehr

Effizient und intelligent

Eine moderne Videoüberwachung muss sich dem stetigen Wachstum der Städte und damit des Nahverkehrs anpassen. Dabei gilt es, einige strukturelle Herausforderungen zu meistern. So sind viele Bahn- und U-Bahn-Haltestellen Jahrzehnte alt und die Beleuchtung oft nicht ausreichend.

Andererseits werden bestehende Bus- und Bahnverbindungen sowie Haltestellen heute höher frequentiert. Qualitativ hochwertige Aufzeichnungen können daher nur schwer an eine Leitstelle übertragen werden. Auch die hohe Kapazität an Personal, das für die Verarbeitung der immensen Anzahl an Live-Bildern notwendig ist, liegt weit über dem, was sich die Betreiber von Einrichtungen des öffentlichen Nahverkehrs leisten können. Betrachtet man diese Herausforderungen, muss die Videoüberwachung vor allem effizienter werden: Im Betriebsablauf müssen außergewöhnliche Situationen erkannt und Bandbreite und Speicherplatz besser genutzt werden. Und letztendlich ist Effizienz auch in der Entscheidungsfindung im Alarmfall gefragt, die von qualitativ hochwertigen Bildern abhängt.

Dank IP-Technologie, intelligenter Videoanalyse, verbesserter Bildübertragung und -qualität, können diese Herausforderungen erfüllt werden. Der verringerte Bedarf an Bandbreite und Speicherplatz führt zu einer besseren Ereigniserkennung, schnelleren Spurensicherung, optimierten Betriebsabläufen und niedrigeren Kosten.

Effiziente Alarmierung

Während die ersten intelligenten Systeme auf die Reaktion durch Bewegungen konzipiert wurden, gibt es heutzutage breiter gefächerte und intelligentere Warnkriterien. Anstelle der Berichterstattung über jede einzelne Bewegung können sie Größe, Geschwindigkeit und die Bewegungskurve eines Objekts analysieren, um Fehlalarme zu vermeiden. Alarme werden nur dann abgesetzt, wenn die Objekte eine oder mehrere vordefinierte Linien überschreiten, einer definierten Bewegungslinie folgen oder die Geschwindigkeit, ihre Form oder ihr Größenverhältnis ändern. Farbfilter ermöglichen die Verfolgung von Bewegungen basierend auf Farben und sogar Farbsättigungen und -tönen.

Mit einer erweiterten Videoanalysesoftware können weiterhin Referenzobjekte konfiguriert werden. In diesem Fall werden alle relevanten Objektdaten wie Größe, Geschwindigkeit und Farbe in einer ausgewählten Live-Szene mit einem Klick auf das fragliche Objekt ermittelt. Diese Daten können anschließend als Kriterien zur Verfolgung ähnlicher Objekte verwendet werden. So lassen sich Täter verfolgen, wenn diese beispielsweise in einen Zug steigen, um an der nächsten Haltestelle zu flüchten

Genauere Spurensuche

Neben der Live-Überwachung ist oftmals eine Rekonstruktion und spätere Analyse notwendig, und das kann sehr zeitaufwändig werden. Hier hilft der Einsatz von Metadaten, kurze Textzeichen zur Objektbeschreibung, die kleiner als das Bildmaterial selber sind. Diese benötigen weniger Speicherkapazität als Videodaten, und die Aufzeichnungen können schneller durchsucht werden. Mithilfe von geeigneten Filtern und Fragestellungen lässt sich vier Stunden langes Material so innerhalb von weniger als einer Minute auswerten.

Die Verwendung von IP als Transportprotokoll ermöglicht Videoüberwachung in bereits vorhandenen Netzwerken und kann außerdem einfach zwischen Drahtlosverbindungen übermittelt und dadurch in Bussen und Zügen eingesetzt werden. Auch erfordern Umgebungsbedingungen oftmals die Verwendung von Drahtlosverbindungen, wie zum Beispiel in der fahrerlosen Metrolinie 5 in Mailand. In diesem Fall verbietet die Architektur der Stadt den Einsatz von Kabeln, weshalb für die 13 Kilometer lange Strecke ein WLAN-Netzwerk eingesetzt wurde, das alle Stationen der Linie umfasst.

Bildqualität als A und O

Während der Einsatz der IP-Technologie die Effizienz in der Videoüberwachung verbessert, ist bei der Sicherheit vor allem die Qualität der Bilder wichtig. Ein Beispiel hier ist die Starlight-Technologie von Bosch. Sie wurde speziell für Qualitätsaufnahmen in extrem lichtarmen Umgebungen konzipiert und ist in der Lage, Farbbilder zu produzieren, wenn andere nur Schwarzweiß-Bilder liefern, und Schwarzweiß-Bilder zu übermitteln, wenn andere gar keine Bilder mehr aufzeichnen können. Mit ihrer hohen Lichtempfindlichkeit für Farb- (0,017 Lux) und Schwarzweiß-Modi (0,0057 Lux) arbeiten die HD-Kameras mit minimalem Umgebungslicht und liefern klare Bilder für zahlreiche Anwendungen wo schlechte Lichtverhältnisse an der Tagesordnung sind.