13 berechtigte Personen setzen bei der BSB solche übergeordneten mechatronischen Schlüssel ein. Insgesamt wurden von den BSB im Rahmen des Schließanlagentauschs an Bedienstete und Dienstleiter rund 380 Transponder herausgegeben.
Foto: Wilka Schließtechnik GmbH

Schließsysteme

Ein Schließsystem für schwierige Wetterverhältnisse

Dichter Nebel sorgt für feuchte Wetterverhältnisse. Hier ist ein Schließsystem gefragt, das den Anforderungen Stand hält. Wilka hat hierfür diese Lösung.

An Schließsysteme und Sicherheitstechnik stellen die dauerfeuchten Wetterverhältnisse mit rund 100 Tage Nebel am Bodensee hohe Anforderungen. Die Bodensee-Schiffsbetrieben (BSB) entschied sich für die elektronische Zugangskontrolle Easy 2.0 von Wilka. Dieses elektronische Schließsystem hält den Unbilden des Wetters Stand.

BSB mit Großprojekt zur Umrüstung

Seit 2003 sind die BSB eine Tochter der Stadtwerke Konstanz GmbH und stehen seitdem unter deren Verwaltung. Im Januar 2019 erfolgte in sämtlichen Gebäuden der BSB die Umrüstung. Seitdem sind an allen Türen insgesamt 128 elektronische Zylinder, 100 mechanische Profilzylinder sowie weitere 100 Halbzylinder des Velberter Herstellers verbaut worden. „Uns war wichtig, dass alle relevanten Türen der Gebäudeaußenhüllen sowie die wesentlichen Zugänge elektronisch gesichert sind“, berichtet Heinz-Dieter Restle, Abteilung Bau und Immobilien der Stadtwerke Konstanz.

Insgesamt sind dies die 13 Anlegestellen rund um den See, sämtliche Werkstätten sowie auch die jeweiligen Kassenhäuschen und Tanklager. Darüber hinaus wurden an sechs Außenstellen Online-Leser angebracht.

Schließsystem ermöglicht zentrale Verwaltung

Diese Lesegeräte zeichnen sich durch eine hohe Flexibilität und Funktionalität aus und können von verschiedenen Standorten aus angesteuert werden. „Für uns hat dies den Vorteil, dass wir Änderungen zentral vornehmen und diese Infos dann an die jeweiligen Rechner senden können. Von dort gelangt die Info an die entsprechenden Online-Leser, sodass der jeweilige Mitarbeiter über seinen Transponder automatisch beim Gang zum Lesegerät seinen aktuellen Berechtigungsstatus erhält“, beschreibt Heinz-Dieter Restle den Ablauf. Aktuell gibt es bei den BSB 15 General-Hauptschlüsselinhaber. Sie arbeiten mit mechatronischen Schlüsseln, um sowohl elektronische wie auch mechanische Zylinder öffnen zu können. Insgesamt hat die BSB 380 Transponder und Schlüssel an Mitarbeiter und Dienstleister herausgegeben.

Heinz-Dieter Restle ist zusammen mit einem Vertreter ist er für die Erteilung und Verwaltung der Zutrittsberechtigungen bei den BSB zuständig. Hierzu nutzt er die Wilka-Programmiersoftware E-Link. Sie erlaubt ihm die Zuordnung der Nutzer zu den einzelnen Türen mit Hilfe einer Schließplanmatrix. Am Rechner wird der Zutritt sowohl räumlich wie auch zeitlich individuell eingerichtet. Jeder Schließvorgang an jeder Tür wird mit Datum und Uhrzeit und unter Angabe des Nutzers protokolliert. Diese Daten und Türereignisse, ebenso die Batteriestände werden auf die Transponder übermittelt. Dieses Network on Card (NOC) dient der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens, da beispielsweise keine Funkempfänger oder -sender benötigt werden. Darüber hinaus lassen sich die Daten bei Bedarf aber auch mittels Programmiergerät auslesen.

Das Unternehmen bietet unterschiedliche Varianten seiner Verwaltungssoftware an. Mit der Vollversion der E-Link-Software lassen sich Objekte bis maximal 64.000 Türen (einseitig elektronisch) und 64.000 Nutzer verwalten. Eine Anbindung von weiter entfernten Gebäudeteilen per Internet (Onlineverbindung) ist möglich.

Auf das Saisongeschäft flexibel reagieren können

Die Dienstleister haben übrigens keine zeitlichen Zugangsbeschränkungen. „Dies ist auch nicht möglich, denn gerade in unserem Saisongeschäft müssen wir flexibel sein. Konkret heißt dies, dass wir manchmal erst sehr kurzfristig wissen, wie viele Aushilfen wir auf den Schiffen benötigen oder in welchem Zeitfenster ein Schiff gereinigt und wieder neu mit Lebensmitteln und Gütern bestückt werden kann“, erläutert Heinz-Dieter Restle.

Aber dies ist für ihn kein Problem, denn falls es wirklich einmal zu einem Zwischenfall kommen sollte, besteht immer die Möglichkeit, über das Ereignisprotokoll in Erfahrung zu bringen, wer wann welchen Zylinder betätigt hat. „Natürlich müssen wir hier datenschutzrechtlich sehr sorgfältig sein. Aber wir haben mit dem Betriebsrat eine Vereinbarung getroffen und ziehen ihn bei Bedarf immer direkt hinzu“, erläutert Restle das Vorgehen.

Älteste Schließanlage stammt aus den 1960er Jahren

Neben der Unempfindlichkeit der Wilka-Produkte gegen Wasser und Feuchtigkeit gab es noch einen weiteren wichtigen Grund für den Wechsel der Schließanlage. Bisher vertraute die BSB vor allem auf drei unterschiedliche mechanische Schließanlagen, die älteste aus den 1960er Jahren. Hier gab es in den letzten Jahren immer wieder Schlüsselverluste zu verzeichnen, sodass ein Höchstmaß an Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Da sich nicht mehr zurückverfolgen lässt, ob Schlüssel in falsche Hände gerieten, wurde ein Austausch der Schließanlage immer unausweichlicher.

Uwe Peters, Geschäftsführer des betreuenden Baubeschlaghändlers Josef Peters OHG, betreut die BSB bereits seit vielen Jahren und ist zudem der größte Wilka-Stützpunkthändler in der Region. Bereits seit 1950 arbeitet der Händler, der auch anerkannter BHE-Errichter ist, mit Wilka zusammen. Dem BSB sind die Wilka-Produkte nicht unbekannt, denn eine der drei alten mechanischen Schließanlagen war ebenfalls von dem Velberter Hersteller.

Wie funktioniert die elektronische Zutrittskontrolle trotz schwieriger Wetterverhältnisse?

Weshalb die Easy 2.0 selbst unter schwierigen klimatischen Bedingungen arbeitet, erklären Uwe Peters und Wilka-Objektberater Thomas Beirer so: „Die Lösung ist eigentlich ganz simpel. Die Elektronik ist wie bei anderen Anbietern grundsätzlich abgekapselt und sicher gegen Spritzwasser und Feuchtigkeit geschützt. Problematisch ist aber der Übergang zur Mechanik und genau dies ist in der Regel auch die Schwachstelle. Hier kann die Wilka-Lösung ihre Vorteile ausspielen, denn korrodieren kann diese kritische Stelle nicht, da kein Wasser eindringt. Sowohl die Elektronik wie auch die komplette Mechanik entsprechen der Schutzklasse IP67.“

Aber es gibt noch ein weiteres Argument: die modulare Bauweise der Zylinder. Damit ist es jederzeit möglich, Zylinder nachträglich sowohl in der Länge als auch in der Ausführung individuell zu verändern. Gerade bei so vielen unterschiedlichen Zylindern, wie sie in den Türen und Toren der BSB verbaut sind, bietet dies ein Maß an Flexibilität und Komfort. Viele der Montagearbeiten können die Techniker der BSB selbst erledigen. Bei Bedarf steht der Fachhändler zur Seite. Für größere Herausforderungen mit einem Zylinder oder Online-Leser gibt es eine direkte Hotline zu Peters.

Die Ver- bzw. Entriegelung der Tür erfolgt nach Prüfung der Schließberechtigung durch Drehen des Knaufes. Die elektronischen Zylinder sind verfügbar als:

  • Knaufzylinder mit einseitiger elektronischer Berechtigung

  • Doppelknaufzylinder mit beidseitiger elektronischer Berechtigung

  • Halbzylinder für den Einbau in Schaltschlösser, Schlüsselschalter, Aufzüge

  • spezielle Lösungen für Fluchtwege mit Antipanikschlössern nach EN 179/1125 und Brandschutztüren

Das Signal für die Zutrittsberechtigung erhält der Nutzer optisch durch den mehrfarbig leuchtenden LED-Ring sowie akustisch durch einen kurzen Summton. Mit einer Standardbatterie sind bis zu 80.000 Schließbetätigungen möglich. Durch die Schutzklasse IP67 (außer Brandschutzausführung und E201: IP54) sind die Zylinder auch für den Außeneinsatz unter widrigen Bedingungen geeignet.