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Effektive Brandlöschung

Eine Frage der Ausbildung

Mehr als 80 Prozent aller Entstehungsbrände können bereits mit mobilen Löscheinrichtungen erfolgreich bekämpft werden. Das erfordert aber nicht nur die richtige technische Ausstattung, sondern auch qualifizierte Fortbildungen.

In der Großküche herrscht Panik. Ein überhitzter Topf mit Fett ist umgekippt; der Herd steht in Flammen. Da ist es nur naheliegend, dass die Küchenhilfe dem Brand mit einer Schüssel gefüllt mit Wasser zu Leibe rücken will. Nur das beherzte Eingreifen speziell ausgebildeter Mitarbeiter kann jetzt eine Katastrophe noch verhindern. Binnen Sekunden haben Evakuierungshelfer die Hilfskraft an ihrem Vorhaben gehindert und die Küche geräumt. Jetzt macht sich bezahlt, dass der Brandschutzbeauftragte Spezialfeuerlöscher nachrüsten ließ, mit denen der Fettbrand rasch unter Kontrolle ist.

Auswirkungen von Bränden

Nicht immer geht es bei den rund 200.000 Bränden in Deutschland derart glimpflich ab: 400 Brandtote pro Jahr sind zu beklagen; die Sachschäden gehen in die Milliarden. Gerade im gewerblichen Bereich kommen zum eigentlichen Brandschaden weitere Verluste durch Betriebsunterbrechungen oder Vertragsstrafen hinzu. Solche mittelbaren Schäden sind oft unzureichend versichert, sodass auf die Brandkatastrophe nicht selten eine wirtschaftliche folgt. Statistiken, etwa vom Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie ZVEI, zeigen, dass ein schwerer Brand für rund 43 Prozent der Unternehmen das Aus bedeutet. Die Brandursachen bleiben dabei in den vergangenen Jahren ziemlich unverändert: Laut IFS ist Elektrizität mit 31,7 Prozent der häufigste Auslöser eines Feuers, gefolgt von menschlichem Fehlverhalten (18 Prozent). Stark erhöht hat sich in den letzten Jahrzehnten allerdings die Gefährdung durch Brandgase als Folge der Verbreitung von Kunststoffen.

Feuerlöscher im Einsatz

Die gute Nachricht: Mehr als 80 Prozent aller Entstehungsbrände können gelöscht werden, bevor die Feuerwehr eintrifft. Denn auch bei den mobilen Löscheinrichtungen hat sich viel getan. Mehr und mehr kommen innovative Aufladelöscher zum Einsatz, die neben einer zuverlässigen Funktionalität, wirksamen Löschleistung und einfachen Gerätebedienung eine wirtschaftliche Instandhaltung sowie umweltschonendes Löschen gewährleisten. Die Auswahl der richtigen Löscher ist inzwischen auch in den Arbeitsstättenrichtlinien festgelegt, ebenso die Brandklassen. Für Unternehmen ist es daher Pflicht, die Feuerlöscher anhand dieser Brandklassen auszuwählen und zu positionieren.

Wie wichtig der richtige Feuerlöscher am richtigen Ort ist, zeigt das Beispiel Fettbrand: Ein Bekämpfungsversuch mit einem Wasserlöscher hätte hier eine sofortige Verpuffung zur Folge – und meist schwere Verletzungen beim Brandbekämpfer. Derselbe Wasserlöscher kann aber bei einem Papierkorbbrand genau die richtige Wahl sein: Er löscht schnell und – im Vergleich zu einem Pulverlöscher – mit weit weniger Sekundärschäden. Mindestens ebenso wichtig ist die richtige Löschtechnik: Flächenbrände müssen von vorne angegangen werden; Tropf- oder Fließbrände von oben nach unten. Stehen mehrere Löscher zur Verfügung, bringt der gleichzeitige Einsatz deutlich mehr Effektivität als der sequenzielle. Bei allen Entstehungsbränden gilt: Erst Personen evakuieren, dann Löschversuch unternehmen. Denn gerade bei aggressiven Kunststoffbrandgasen reicht oft schon eine Lungenfüllung für eine Vergiftung.

Löschtechnik braucht Know-how

Zu wissen, wie man einen Feuerlöscher in Betrieb nimmt, reicht also bei weitem nicht aus. Die richtige Reaktion auf ein entstehendes Feuer, aber ebenfalls die Prävention, ist vor allem eine Frage der konsequenten Aus- und Weiterbildung und der praktischen Übung. Entsprechende Schulungen werden von verschiedenen Sicherheitsunternehmen angeboten, zum Beispiel im Tyco Trainings- und Versuchszentrum Ladenburg. Spezielle Fachlehrgänge machen hier mit tragbaren und fahrbaren Feuerlöschsystemen vertraut, aber auch mit verschiedensten Löschwasser- und Gaslöschanlagen sowie Ausbildungen an Rauchabzugssystemen. In Ladenburg werden darüber hinaus Brandschutzbeauftragte sowie Brandschutz- und Evakuierungshelfer ausgebildet:

  • Der Brandschutzbeauftragte: Er wird vom Arbeitgeber bestellt, um ihn in Fragen des Brandschutzes zu unterstützen und zu beraten. Damit kann der Unternehmer seiner Verantwortung gemäß § 3 ArbSchG, § 618 Abs. 1 BGB, § 62 Abs. 1 HGB nachkommen. Typische Aufgaben des Brandschutzbeauftragten sind zum Beispiel das Aufstellen oder Aktualisieren von Brandschutzordnungen.
  • Brandschutz- und Evakuierungshelfer: Gemäß § 10 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) sind in allen Arbeitsstätten Mitarbeiter zu benennen, die unter anderem die Brandbekämpfung übernehmen und die Beschäftigten evakuieren. Die Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (BGV) A 1, § 4 und § 22, verlangen zudem, dass der Unternehmer eine ausreichende Anzahl von Versicherten – neben der notwendigen jährlichen Unterweisung gemäß § 12 ArbSchG – durch Anleitung und Übung im Umgang mit Feuerlöschgeräten zur Bekämpfung von Entstehungsbränden vertraut macht.

Die Technische Regel für Arbeitsstätten (ASR -) A 2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ fordert unter Punkt 6.2 die Ausbildung von Brandschutzhelfern für mindestens fünf Prozent der Beschäftigten. Gerade in Unternehmen mit größeren und großen Brandlasten ist es nötig, dass diese Personen über den Umgang mit tragbaren Feuerlöschern hinaus auch mit fahrbaren Feuerlöschern und Wandhydranten praktisch vertraut gemacht werden. Diese Schulungen werden am besten direkt vor Ort beim Kunden durchgeführt.

Nachholbedarf bei KMUs

Die Erfahrung zeigt: Insbesondere bei kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) gibt es an dieser Stelle noch Nachholbedarf; interne Fachkräfte und ausreichend geschulte Brandschutzbeauftragte fehlen oftmals. Investitionen in moderne Trainings- und Versuchszentren tragen dazu bei, die Ausbildungslücken bei den KMU rasch zu schließen. Dabei spiegeln die steigenden Ausbildungszahlen die zunehmende Verantwortung der Unternehmen und Arbeitgeber deutlich wider.

Jürgen Joseph, Direktor Fire Verticals bei Tyco Integrated Fire & Security und Geschäftsführer der Total Feuerschutz GmbH

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Integrierter Brandschutz und Services bei Tyco

Auf der Feuertrutz, Fachmesse mit Kongress für vorbeugenden Brandschutz, informiert Tyco Integrated Fire & Security in Nürnberg vom 17. bis 18. Februar 2016 über sein aktuelles Leistungsportfolio an Lösungen und Dienstleistungen rund um die moderne Branddetektion, den stationären und mobilen Brandschutz und Löschsysteme.

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Feuer und Flamme für Prävention

Brandgefährdungen in Unternehmen sind zahlreich und vielfach unterschätzt. Damit es nicht zum Supergau kommt, sehen Brandschutzvorschriften entsprechende Maßnahmen vor, wie beispielsweise Brandschutzunterweisungen, die nur bei regelmäßiger Durchführung einen wirksamen Schutz darstellen.

Foto: Tyco

Feuertrutz 2015

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Brandschutz

Neue Regel für Arbeitsstätten bekanntgegeben

Mit Bekanntgabe der neuen Arbeitsstättenregel „Maßnahmen gegen Brände“ (ASR A2.2) haben Unternehmen ihre Gefährdungsbeurteilung auch auf Brandrisiken zu erstrecken und Brandschutzmaßnahmen zu treffen.