Die erweiterte Geschäftsführung von Abus Security Center am Stammsitz Affing bei Augsburg: CEO Martin Bemba (links) und Sven Stuhlmann, Geschäftsführer von Abus Pfaffenhain.

Interviews

Elektronische und mechanische Sicherheit aus einer Hand

Martin Bemba, CEO Abus Security Center, über mechanische und elektronische Sicherheitstechnik und das Zusammenwachsen der einst getrennten Gewerke.

PROTECTOR: Abus hätte im März auf zwei großen Branchenmessen sein umfangreiches Portfolio an mechanischer und elektronischer Sicherheitstechnik gezeigt. Welche Themen wären auf der Light + Building im Vordergrund gestanden?

Martin Bemba: Abus bietet seit vielen Jahren Lösungen aus vielen Bereichen der Sicherheitstechnik an. Besonders erwähnenswert ist hier die Kombination aus mechanischer und elektronischer Sicherheitstechnik, die Abus aus einer Hand anbieten kann und daher auch, wie kaum ein anderes Unternehmen, tiefenintegrierte Lösungen geschaffen hat.

Für Abus Security Center mit dem Schwerpunkt der elektronischen Sicherheit stehen insbesondere Video, Einbruchmeldetechnik und Zutrittsberechtigungen im Fokus. Die Integration dieser Sicherheitsgewerke bietet für den Endkunden und Errichter echte Mehrwerte, und die Schnittstellen zu anderen Gewerken erhöhen den Komfort.

Plattform Nexello bindet Alarmierung-, Video- und Zutrittslösungen von Abus ein

Ein gutes Beispiel für die Integration und die Steigerung des Komforts ist unsere neue Plattform Nexello. Sie ist nicht nur eine Alarmanlage, die zur Anbindung der Peripherie standardisierte Schnittstellen und Protokolle bietet, über diese Plattform können auch direkt Videokameras und elektronische Zylinder eingebunden werden, über die auch die Alarmanlage scharf/unscharf geschaltet werden kann.

Weiterhin können über standardisierte Schnittstellen andere Gewerke des Smart Home angebunden werden. So können im Ernstfall vordefinierte Szenarien abgespielt werden, zum Beispiel bei einem Brandalarm Rollos geöffnet und Licht eingeschaltet werden. Für alle Anwendungen benötigt der Nutzer nur eine App, und es wurde großen Wert auf die einfache Programmierung der Szenarien gelegt.

Drahtlose WLAN Akku Cam schickt Pushnachricht aufs Handy

Weiterhin werden wir auf der Light + Building im September auch noch die drahtlose WLAN Akku Cam zeigen. Mit einer Akkulaufzeit von mehreren Monaten kann sie im Innen- und Außenbereich eingesetzt werden, macht auch bei Nacht gestochen scharfe Farbbilder, macht bei Bewegungserkennung Videoaufnahmen und schickt eine Pushnachricht aufs Handy. Ebenso kann man in den Bereich der Kamera sprechen und hineinhören.

Ein Produkt mit 1001 Einsatzmöglichkeiten. Weiterhin zeigen wir unser „WLX Pro“-System, welches wie kein anderes Schließsystem Sicherheit, Mechanik und Digitalität vereint und dabei speziell auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Gewerbeobjekte eine Antwort bietet. Neben der Kontrolle über sämtliche Zutrittsabläufe bietet „W-App Loxx Pro“ auch eine gebäudeübergreifende Lösung mit Hilfe der Kaskadierungsfunktion. Das System spricht durch seine vielfältigen Lösungen für verschiedenste Herausforderungen rund um gewerbliche Objekte für sich: Neben dem neuen Doppelknaufzylinder stehen auch Halbzylinder, beidseitig lesende Zylinder für Durchgangstüren sowie Panikvarianten zur Verfügung und das mit IP67 als Standard.

Wandleser und das digitales Hangschloss komplementieren Zutrittskontrolle

Die Einsatzmöglichkeiten der Zutrittskontrolle wird durch den Wandleser und das digitale Hangschloss komplettiert. Bedienen kann man das System jederzeit und von überall aus, einfach per App oder intuitiver Weboberfläche. Und wir wären nicht Abus wenn „W-App Loxx Pro“ nicht auch Alarmtechnik und Videoüberwachung integrieren würde. Da wir gerade über Zutrittskontrolle sprechen, bei Abus werden mechanische und elektronische Schließsysteme enger zusammenwachsen.

Sven Stuhlmann erweitert Geschäftsführung von Abus Security Center

Dieses beinhaltet eine verbesserte User Experience bei der Planung von Schließsystem, als auch ein harmonisiertes Vertriebskonzept. Um diesem mehr Nachdruck zu verleihen, haben wir unsere Geschäftsführung um Sven Stuhlmann erweitert. Herr Stuhlmann ist ebenfalls Geschäftsführer bei Abus Pfaffenhain und bringt daher eine große Expertise für mechanische Schließsysteme mit, hat aber auch bereits in früheren Jahren Erfahrungen mit elektronischen Zutrittslösungen sammeln können. Er wird eine große Bereicherung für unser Team sein und den gemeinsamen Marktangang für elektronische und mechanische Schließsysteme vorantreiben.

Wie beurteilen Sie vor dem Hintergrund der Digitalisierung das Zusammenwachsen von Gebäudeautomation und Sicherheitstechnik und welche Aufgaben leiten Sie daraus für Abus ab?

Martin Bemba: Die Sicherheitstechnik erfüllt das Grundbedürfnis der Personen im Gebäude, Gebäudeautomation erhöht in erster Linie den Komfort und Energieeffizienz. Aber hier kommt noch eine weitere Komponente ins Spiel: Das Smarte Gebäude. Die Vernetzung vieler weiterer Systeme im Gebäude erhöht den Komfort signifikant und öffnet Möglichkeiten für eine verbesserte User Experience (UX), Installer Experience (IX) und eine Vernetzung unterschiedlichster Gewerke und Systeme im Gebäude.

Elektronische und mechanische Sicherheitstechnik als Herzstück der Gebäudeautomation

Entscheidend ist hier, die Sicherheit des Gesamtsystems im Blick zu haben; durch eine Vielzahl von Komponenten von verschiedensten Herstellern können Sicherheitslücken an diversen Stellen entstehen. Bei Abus stehen daher alle Aspekte der Sicherheit im Fokus. Wir stellen Schnittstellen für Home Automation zur Verfügung, jedoch ist der Sicherheitsbereich gekapselt, damit die Sicherheitstechnik auch selbst sicher und zuverlässig bleibt. Auch wenn Sicherheitslücken durch andere Systeme entstehen, bleibt die Sicherheitstechnik voll funktionsfähig. Daher sollte die Sicherheitstechnik auch die führende Rolle übernehmen und das Herzstück der Gebäudeautomation und Smart Home Lösungen sein.

Einerseits lösen sich die Grenzen zwischen beiden Branchen immer mehr auf, andererseits unterscheiden sie sich oft immer noch hinsichtlich der Vertriebskette, technischen Anforderungen und Know-how. Stellt das aus Ihrer Sicht ein Problem dar?

Martin Bemba: In keinster Weise! Mechanische und elektronische Sicherheit waren auch einst getrennte Gewerke und hatten unterschiedliche Vertriebsketten. Abus ist einer der wenigen Anbieter, die beides nativ aus einem Haus anbieten können. Die Kombination der mechanischen und elektronischen Systeme erhöht die Sicherheit, verhindert oder zumindest verzögert das Eindringen eines Einbrechers bei gleichzeitiger frühestmöglicher Alarmierung.

In einstmals getrennten Vertriebsketten und unterschiedlichen Berufsgruppen hat eine Annäherung stattgefunden. Diese sind sowohl Vertriebsketten und Errichter, die die Möglichkeiten erkannt haben und ihr Tätigkeitfeld erweitert haben, als auch Allianzen, bei denen Experten in ihrem Fachgebiet bei Bedarf zusammenarbeiten. Ähnlich wird es auch zwischen Gebäudeautomation, Sicherheitstechnik und Smart Home sein, die Gewerke verschmelzen, Allianzen entstehen und Unternehmen erkennen die Chancen, erweitern das Dienstleistungsangebot.

Wer installiert für Abus vernetzte Sicherheitstechnik im Gebäude, und welche Kenntnisse sind dazu notwendig?

Martin Bemba:Abus vertreibt Produkte sowohl über Facherrichter als auch den DIY Kanal, zum Beispiel über Baumärkte direkt an den Endkunden. Im letzteren Fall legen wir besonders großen Wert auf einfache Installation und Inbetriebnahme, ohne jedoch Kompromisse in Bezug auf Performance, Sicherheit, Langlebigkeit und einfache Bedienung zu machen. Diese Systeme können ohne große Vorkenntnisse von Laien installiert und eingerichtet werden.

Falls es doch mal schwierig wird, dann steht dem Kunden ein kompetenter Telefonsupport zur Verfügung. Über Facherrichter vertreiben wir Systeme, die in der Inbetriebnahme komplexer sind und daher nur von geschultem Personal installiert werden sollten. Aber auch hier legen wir stets großen Wert darauf, dass das System vom Endanwender einfach und intuitiv zu bedienen ist. Auch die elektronischen Schließzylinder werden derzeit über Facherrichter vertrieben.

Vor der Light + Building Ende September stellt Abus im Juni auch auf der Fensterbau Frontale 2020 aus. Worin unterscheiden sich die beiden Messeauftritte, und sehen Sie hier auch Überschneidungen in den Zielgruppen?

Martin Bemba:Wie schon vorhin erwähnt, Abus gehört zu den wenigen Firmen, die elektronische und mechanische Sicherheit aus einer Hand bieten können. In beiden Bereichen haben wir Kunden, einige sind spezialisiert, aber viele haben ihr Fachwissen und Expertise erweitert und bieten bereits elektronische und mechanische Sicherheit aus einer Hand. Immer mehr Endanwender sehen den gesteigerten Mehrwert in der Kombination der Sicherheitslösungen. Daher werden Besucher auf beiden Messen die gesamte Vielfalt des Abus-Portfolios sehen, allerdings mit unterschiedlich starker Ausprägung.

Martin Bemba (rechts), CEO Abus Security Center, und Geschäftsführer Ulrich Kastner-Jung nach dem Interview mit PROTECTOR vor der Firmenzentrale in Affing bei Augsburg.
Foto: Andreas Albrecht

Interviews

Integriert, intelligent, intuitiv

Abus Security Center forciert als Komplettanbieter die Vernetzung von Zutrittskontrolle, Videoüberwachung und Alarmierung in einer Systemlösung.

Foto: Andreas Albrecht

Vernetzte Sicherheitstechnik

„Integration ist die Zukunft“

Die Abus Gruppe präsentiert die Sparten Video, Zutritt, Alarmierung und Mechanik auf der Security 2018 als Einheit. Kurz vor Messebeginn war PROTECTOR & WIK bei Abus Security- Center am Standort Affing bei Augsburg zu Besuch und sprach mit CEO Benjamin Pflaum über seine Erwartungen an die veränderte Security, die Entwicklungen in der Sicherheitstechnik und die Positionierung seines Unternehmens.

Foto: Andreas Albrecht

Vernetzte Sicherheitstechnik

„Integration ist die Zukunft“

Die Abus Gruppe präsentiert die Sparten Video, Zutritt, Alarmierung und Mechanik auf der Security 2018 als Einheit. Kurz vor Messebeginn war PROTECTOR & WIK bei Abus Security- Center am Standort Affing bei Augsburg zu Besuch und sprach mit CEO Benjamin Pflaum über seine Erwartungen an die veränderte Security, die Entwicklungen in der Sicherheitstechnik und die Positionierung seines Unternehmens.

Foto: Messe Frankfurt

Light + Building 2018

Messe wählt Schwerpunkt Sicherheitstechnik

Die Light + Building öffnet vom 18. bis 23. März 2018 in Frankfurt ihre Tore. Mit dabei sind über 2.600 Aussteller. Der Fokus liegt auf der Sicherheitstechnik.