Gerhard Ameis, Landesgruppenvorsitzender des BDSW Bayern, und Alexander Borgschulze, Vorstandsvorsitzender des BVSW, begrüßten die circa 100 Teilnehmer des 8. Bayrischen Sicherheitstages in München.
Foto: Anja Noack

Verbände

Erfolgreicher Sicherheitstag von BDSW und BVSW

Wieder sehr gut besucht war der 8. Bayerische Sicherheitstag vom BVSW und BDSW am 8. Juli 2019. Über einhundert Gäste folgten der Einladung nach München

Von Anja Noack: Neben spannenden Vorträgen, bot der Bayerische Sicherheitstag, den der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) jährlich gemeinsam im Audi Trainingscenter am Münchner Flughafen veranstalten reichlich Gelegenheit zu Expertengesprächen.

Gerhard Ameis, Landesgruppenvorsitzender des BDSW Bayern, und Alexander Borgschulze, Vorstandsvorsitzender des BVSW, begrüßten die Teilnehmer und betonten dabei die gute und einzigartige Kooperation der beiden Verbände in Bayern.

Bedarf an Sicherheit nimmt in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft weiter zu

Die Themen des diesjährigen Sicherheitstags befassten sich mit den aktuellen gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen und den möglichen Konsequenzen für die Sicherheit. „Die Digitalisierung bietet der Wirtschaft enorme Chancen“, betonte Caroline Eder, Geschäftsführerin des BVSW. „Der zunehmende Vernetzungsgrad schafft für Hacker allerdings auch eine wachsende Angriffsfläche und damit steigt das Risiko für Cyber-Attacken. Wir wollen Unternehmen für die neuen Gefahren sensibilisieren und den Austausch zwischen unterschiedlichen Sicherheitsexperten fördern.“

Dass durch die aktuellen Entwicklungen auch der Schutzbedarf von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft steigt, zeigte der BDSW-Präsident Gregor Lehnert in seinem Vortrag zum geplanten Sicherheitsdienstleistungsgesetz, das dazu beitragen soll, die Rolle der privaten Sicherheitswirtschaft innerhalb der Sicherheitsarchitektur zu stärken und weiterzuentwickeln. Wie im Koalitionsvertrag gefordert, gilt das Gesetz dafür, die Qualitätsstandards der Branche zu verbessern.

Digitalisierung aktiv mitgestalten

Thorsten Delbrouk, CISO bei Giesecke & Devrient, sprach anschließend über modernes Security-Management als Business-Faktor. Clouddienste der großen Anbieter beispielsweise bieten ein hohes Maß an Sicherheit und unterstützen die Agilität von Unternehmen. Allerdings gilt es zu überlegen, welche Daten in die Cloud übertragen werden und wie ein Unternehmen die Hoheit über seine Daten behält.

Wie die Bayerische Staatsregierung die Digitalisierung fördern will, erklärte Dr. Holger Wittges, Geschäftsführer des Zentrum Digitalisierung Bayern Z.DB. Als Kooperationsplattform zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft möchte das ZD.B. die Digitalisierung in Bayern aktiv mitgestalten und die Transformation des Freistaats zum „Digital Champion“ vorantreiben.

Sicherheitsmarkt wächst überdurchschnittlich

Nach der Mittagspause referierte Dr. Tim Stuchtey über die Ordnung des Sicherheitsmarktes und den Wert von Forschung und Entwicklung für Sicherheitsmitarbeiter. Der geschäftsführende Direktor des Brandenburgischen Instituts für Gesellschaft und Sicherheit gGmbH zeigte dabei, dass Sicherheitsunternehmen, die sich mit Forschung und Entwicklung befassen und zudem noch international tätig sind, stärker wachsen als der Branchendurchschnitt.

Foto: Andreas Albrecht

Der anschließende Vortrag widmete sich der Frage, welche Bedeutung die technologische und geopolitische Zeitwende für die Sicherheit hat. Laut Prof. Dr. Henning Vöpel, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), erlebt die Gesellschaft aktuell zwei Jahrhundertrevolutionen. Während die Digitalisierung Grenzen überwindet, lässt sich teilweise ein politischer Rückzug aus der Globalisierung beobachten. Wohin die Entwicklungen führen, kann aktuell niemand exakt vorhersehen. Umso wichtiger ist für Prof. Dr. Vöpel die Frage, wie wir als Gesellschaft zukünftig leben wollen. Als „ethischer Kompass“ kann dies Orientierung in unsicheren Zeiten sein.

Forderung nach IT-Sicherheitskonzept

Zum Abschluss gab Björn Schemberger Einblicke in das Leben eines IT-Forensikers. Der Leiter der IT-Forensik im Stuttgarter Landeskriminalamt betonte die Bedeutung eines IT-Sicherheitskonzepts sowie jene eines Dienstleisters, der im Schadensfall die Systeme wiederherstellen kann. Um Social Engineering entgegenzuwirken, empfahl er den Unternehmen, Richtlinien bezüglich der Veröffentlichungen in den sozialen Netzwerken zu erlassen.

Anja Noack, Pagecouture PR, für den BVSW