Foto: HT Protect

Sichere Innenstadt

Flexibel durch Sprinkler

Bei Modernisierungen, Umbau und natürlich auch bei der nachträglich verdichteten Bebauung in den Innenstadtzentren stehen Bauherren, Mieter, Nutzer und natürlich die Genehmigungsbehörden vor der Frage, wie der Brandschutz im Interesse aller Beteiligten zuverlässig gewährleistet werden kann. In Anbetracht der immer knapperen personellen Ressourcen bei den örtlichen Feuerwehren steht die Installation von Löschsystemen im Focus.

Während bei Wohngebäuden bestenfalls in Fluren und Garagen mobile Löschgeräte - sprich Feuerlöscher - angebracht werden, sind bei Bürohochhäusern und gewerblich genutzten Flächen deutlich strenge Maßstäbe erforderlich. Für solche Einrichtungen sind flächendeckend automatische Löschanlagen das System der Wahl, um die Arbeit der Rettungskräfte besonders in der Brandentstehungsphase wirksam zu unterstützen. Als Löschmittel wird fast ausschließlich Wasser eingesetzt. Um zum Beispiel Räume mit elektronischen Datenverarbeitungsanlagen zu sichern, sind Gaslöschanlagen für den Raumschutz eine sinnvolle Ergänzung.

Verdichtete Bebauung

Eine nachträglich verdichtete Bebauung in Innenstadtlagen erfordert immer eine automatische Löschanlage, wenn - wie in Dresden am Albertplatz - ein neues Shopping-Center als Ergänzung zu einem Bestandgebäude errichtet wird. Angrenzend an das älteste Bürohochhaus der Elbmetropole ist ein jetzt ein modernes Einkaufszentrum mit einer zweigeschossigen Tiefgarage entstanden, das nicht allein der Nahversorgung dient, sondern Menschen aus der gesamten Stadt anlocken wird. Um für die Mieter des Hochhauses und für die Kunden ein Höchstmaß an Sicherheit im Brandfall zu gewährleisten, hat sich der Bauherr, die Simmel GmbH, für ein Löschanlagenkonzept entschieden, das Einkaufsfläche, Anlieferungszonen und Tiefgarage zuverlässig schützt.

Um dieses Ziel rund um die Uhr verlässlich zu erreichen, führt kein Weg an einer modernen Sprinkleranlage, welche neben dem Sachwertschutz auch den Personenschutz sichert, vorbei. Für Fachplanung und Errichtung der Anlage war das sächsische Unternehmen HT Protect zuständig. Basierend auf einschlägigen Erfahrungen der Fachingenieure dieser Firma bei der Ausführung solcher Löschanlagen in großflächigen Einkaufszentren und Bestandsgebäuden wurde für das Projekt ein Konzept entwickelt, das flächendeckenden Feuersschutz für alle Gebäudeteile vorsieht. Schwer zugängliche Bereiche, wie zum Beispiel die Zwischendeckenhohlräume und die weitläufigen Kabeltrassen, sind selbstverständlich darin eingeschlossen.

Im Brandfall problematisch

Die Zusammensetzung der im Einzelhandelsbereich angebotenen Waren ist sehr vielfältig, und die Brandlast und Brandausbreitung erweist sich folglich als sehr komplex. Die Feuerwehr kann deshalb im Brandfall vor beträchtlichen Schwierigkeiten stehen. Feuer im Allgemeinen und dessen Entstehung im Herzen einer Großstadt wie Dresden im Besonderen ist zunächst einmal für Kunden und die benachbarte Wohnbevölkerung eine sehr ernst zu nehmende Gefahrenquelle. Darüber hinaus bedeutet Umsatzausfall oder gar Schließung als Folge eines Schadenfeuers für den Betreiber ein Risiko, das sich heute kein Investor leisten kann.

Das Schutzkonzept sieht daher für das gesamte Gebäude eine Technik vor, die zentral von einer Sprinklerzentrale aus einerseits den Innenbereich schützt und gleichzeitig den frostgefährdeten Außenbereich sichert. Für die im Außenbereich liegende Anlieferung und für das erste Untergeschoss der Tiefgarage wurde eine „Trockenanlage“ installiert, die auch bei Minusgraden nicht einfriert. Das dortige Rohrleitungsnetz ist im Normalzustand mit Druckluft gefüllt. Nur wenn ein Sprinkler auf Grund der definierten Temperatur von mehr als 68 Grad Celsius öffnet, wird Löschwasser in das Rohrnetz eingebracht.

Selektives Löschen

Im Inneren des Hauses ist eine klassische Anlage vorhanden, die stets mit Löschwasser gefüllt ist und ebenfalls beim Überschreiten der definierten Temperatur das Löschwasser freigibt. Dieses Sprinklersystem bietet einen doppelten Nutzen, da der Löscheinsatz stets nur dort erfolgt (selektives Löschen), wo er tatsächlich benötigt wird, und dabei einerseits sicher mit sehr geringem Wassereinsatz gezielt löscht und anderseits die anderen Flächen nicht beeinträchtigt.

Sprinkleranlagen bieten durch ihren Einbau den Architekten und Designern überdies sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten für die Verkaufsräume. Gebäudeplaner erhalten in Bezug auf die eingesetzten Baumaterialien und auf die einzelnen behördlich vorgeschriebenen Brandabschnittsgrößen gemäß der Verkaufsstättenverordnung attraktive Möglichkeiten bei der Raumaufteilung, weil die Baubehörde einzelne Brandabschnitte ohne störende groß dimensionierte Mauern zulässt. Das gewährleistet zudem für den Bauherrn eine hohe Flexibilität bei der Platzierung von Mietern.

Bei der Auswahl von Gestaltungselementen - wie zum Beispiel der Atriumkuppel im Zentrum des Gebäudes - bestehen interessante Möglichkeiten zur optischen Aufwertung des gesamten Gebäudes. Nahezu alle Brandrisiken auf den Verkaufs- und Verkehrsflächen und auch in den Zwischendeckenhohlräumen sind auf diese Weise gesichert.

Brände kontrollieren

Entstehungsfeuer brechen nach einschlägiger Erfahrung häufig an solchen Stellen aus, die schwer oder gar nicht einsehbar sind. Passiert ein solches Unglück obendrein außerhalb der Geschäftszeiten, kann es ohne technischen Brandschutz zur unkontrollierten Ausbreitung der Flammen kommen, die dann von der Feuerwehr nur noch schwer zu beherrschen sind. Auch eine Sprinkleranlage kann Entstehungsbrände nicht verhindern. Die nach Brandlast und Schutzzielen angeordneten Sprinkler verhindern jedoch zuverlässig die zügellose Ausbreitung der Flammen und sind „der erste Feuerwehrmann am Brandort“.

Für den flächendeckenden Brandschutz sorgen im Einkaufzentrum am Albert-Platz in Dresden rund 3.000 Sprinkler, wobei die maximale Schutzfläche jedes einzelnen Sprinklers je nach Risikoeinstufung und den örtlichen Verhältnissen zwischen 7-12 Quadratmeter liegt. Für die Wasserversorgung steht ein Wasserbehälter mit ungefähr 90 Kubikmetern Löschwasser bereit. Das Rohrnetz wird über jeweils zwei Trocken- und Nassalarmventilstationen zu den richtigen Punkten geleitet. Für den erforderlichen Druck im Löschfall sorgt die Sprinklerpumpe. Außerdem kann im Bedarfsfall über eine Löschwassereinspeisung der Feuerwehr das System zusätzliche (redundant) mit Wasser versorgt werden.

Ein Aspekt bei der Planung und beim Betrieb eines Einkaufszentrums ist auch die Beurteilung von Störfällen und deren Auswirkungen, das heißt auch die Bewertung eines möglichen Wasserschadens durch die Brandbekämpfung. Durch die selektive Auslösung der Sprinkleranlage ist sichergestellt, dass der Brand nur direkt am Entstehungsort mit Wasser beaufschlagt wird und durch den Brand nicht betroffene Teile eines Hauses nur äußerst gering durch Feuer oder Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen werden. Für den Fall, dass in einer stark frequentierten Ladenzeile ein Entstehungsbrand gelöscht werden muss, kann davon ausgegangen werden, dass dieser Brand in der Regel mit ein bis zwei Sprinklern (statistische Auswertung mit ungefähr 80 Prozent Wahrscheinlichkeit) kontrolliert werden, das heißt nur rund 20-30 Quadratmeter der Schutzfläche kommen mit Löschwasser direkt in Kontakt.

Einfach zu bedienen

Das Herzstück des technischen Brandschutzes, die Sprinklerzentrale, ist von HT Protect so gebaut worden, dass die vorgeschriebenen Funktionsprüfungen der Anlage von den Haustechnikern des Betreibers, nach einer entsprechenden Schulung, ohne weitere Hilfsmittel ausgeführt werden können. Die technischen Einrichtungen, die Trocken- und Nassalarmventilstationen, sind übersichtlich und gut zugänglich angeordnet. Mithilfe von Schaugläsern und Manometern kann der Anlagenzustand bereits durch Augenschein gut beurteilt werden.

Die Betriebsbereitschaft der Anlage wird zusätzlich elektronisch überwacht, und eventuelle Störungen werden in einer Meldezentrale sofort angezeigt. Durch die Trennung des Systems in vier Abschnitte wird zudem das Risiko eines wenn auch nur temporären Totalausfalls ausgeschlossen. Mit diesen detaillierten Schutzmaßnahmen erfüllt die gesamte Löschanlage die Vorgaben der Bauauflage und zusätzlich die Forderungen der Versicherungswirtschaft. Eine Verbindung zwischen der Sprinkler- und Brandmeldeanlage des Objektes zur Feuerwehrleitstelle garantiert überdies eine zeitnahe Alarmierung der Hilfs- und Rettungskräfte.

Basis für die entsprechende Abnahme und die Akzeptanz bei der Feuer- und Betriebsunterbrechungsversicherung sind neben dem Einsatz zugelassener Bauteile auch die Ausführung und regelmäßige Überprüfung der Löschanlage durch ein VdS-zertifiziertes Errichterunternehmen. Diese Unternehmen müssen ihre Qualifikation durch eine ständige Qualitätskontrolle durch den Zertifizierer nachweisen und werden unangekündigt von diesem auf der Baustelle und bei der Projektierung kontrolliert. Bei schlechten Resultaten kann, wie beim Führerschein bekannt, die Zulassung entzogen werden. In Verbindung mit der regelmäßiger Wartung und Inspektion der Anlagenteile bedeutet dies für die Kunden und den Betreiber und seine Mitarbeiter ein Höchstmaß an Sicherheit im Brandfall.

Foto: FM Global

Einsatz von Sprinklern

Allzeit bereit

Brandgefahren stellen enorme Risiken für die gesamte Industrie dar. Doch dass sich ein Feuer ausbreitet und den Betrieb bedroht, lässt sich vermeiden – durch Sprinkleranlagen. Sie reagieren zuverlässig, schnell und effektiv und spielen im aktiven Risikomanagement heute eine wichtige Rolle.

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Brandschutz im Frankfurter Opernturm

Hoch und sicher

Der Bau von Hochhäusern stellt Brandschutzplaner vor besondere Herausforderungen, denn hier steht und fällt die Sicherheit vor allem mit dem anlagentechnischen Brandschutz. PROTECTOR ist dem Brandschutzkonzept beim Frankfurter Opernturm auf den Grund gegangen.

Foto: Fraport

Brandschutz im größten deutschen Bürogebäude

Zukunft trifft Sicherheit

Moderne Bürogebäude beinhalten heute oftmals mehr als nur Arbeitsplätze für Angestellte. Häufig werden solche Objekte als „Lebenswelten“ konzipiert, in denen die Menschen neben ihrer Arbeitsstelle auch Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote vorfinden. Solche Gebäude stellen besondere Anforderungen an den Brandschutz, da neben einer großen Zahl an Menschen auch unterschiedliche Nutzungsarten zusammenkommen.