Der Schutz des Außenbereichs gegen unerwünschten Zutritt sollte von Unternehmen und Organisationen niemals nachrangig behandelt werden.
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Perimeterschutz ist nicht nur in Branchen der Kritischen Infrastruktur von zentraler Bedeutung. Wichtig ist dabei immer ein ganzheitliches Konzept.

Perimeterschutz

Ganzheitliche Konzepte für Perimeterschutz Kritischer Infrastrukturen

Perimeterschutz ist nicht nur in Branchen der Kritischen Infrastruktur von zentraler Bedeutung. Wichtig ist dabei immer ein ganzheitliches Konzept.

Ganzheitliche Perimeterschutzkonzepte  haben besonders in den Branchen der Kritischen Infrastrukturen große Bedeutung. Denn leider wird der Schutz des Außenbereichs gegen unerwünschten Zutritt von Unternehmen und Organisationen häufig nachrangig behandelt. Dabei sollten auch angesichts zunehmender Hacking-Angriffe physische Bedrohungen wie Einbruch, Vandalismus oder Terrorismus nicht außer Acht gelassen werden. Entsprechende Überlegungen fließen im Idealfall bereits in die Planungsphase eines Projektes mit ein. Verantwortliche, die wertvolle Güter und Informationen zuverlässig schützen wollen, sollten stets einer ganzheitlichen Perimeterschutz-Konzeption mit aufeinander abgestimmten Sicherheitsmaßnahmen den Vorzug geben. Um Maßnahmen optimal zu kombinieren, muss der Perimeterschutz schon zu Beginn Teil der Planung sein. Dennoch wird im Planungsalltag häufig noch mit Stückwerk gearbeitet.

Optimaler Perimeterschutz nur im System

Permanenter Perimeterschutz beginnt schon beim Fernhalten von neugierigen Spaziergängern und reicht bis zur Abwehr von Wirtschaftsspionage oder dem Schutz vor Organisierter Kriminalität. Je nach Situation und Gefährdungspotenzial sind unterschiedliche Maßnahmen angemessen. Wichtig ist in jedem Fall, dass sie aufeinander abgestimmt werden. Um dies zu gewährleisten, hat Heras auf Basis internationaler Richtlinien ein Sicherheitsmodell entwickelt, das unabhängig von Land und Sektor zur Anwendung kommen kann. Es basiert auf den fünf Schritten Abgrenzung, Abschreckung, Erkennung, Verzögerung und Zugangskontrolle.

Im ersten Schritt gilt es, die Geländegrenzen zu markieren und Unbefugte vom Betreten abzuhalten. Dies geschieht in der Regel durch ein Zaunsystem. Die Zugangskontrolle für Personen und Fahrzeuge erfolgt – je nach Anforderungen – durch Schiebetore, Drehflügeltore, Speedgates, Schranken mit elektronischer Zugangskontrolle oder Drehkreuze. Versucht jemand, die Barriere zu durchbrechen, muss der Eindringling verlangsamt und gleichzeitig mittels Detektionssystem so früh wie möglich erkannt werden, um mögliche Schäden bis zum Eintreffen von Polizei oder Sicherheitskräften zu vermeiden.

Ganzheitliche Konzepte entwickeln

Traditionell gibt es drei Szenarien, wie Unbefugte in ein Gelände eindringen. Ein Eindringling kann über etwas klettern, darunter graben oder es durchbrechen. Letzteres reicht vom Versuch, den Zaun aufzuschneiden bis zum Rammen eines Tores mit einem Fahrzeug. Bei der Sicherung des Geländes müssen alle drei Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. Auch der Zeitfaktor spielt bei Sicherungsmaßnahme eine wichtige Rolle. Heras ermittelt daher in jedem individuellen Fall und für jedes mögliche Bedrohungsszenario, wie viel Reaktionszeit benötigt wird, um auf einen Alarm oder eine Benachrichtigung zu reagieren.

Dazu bedienen sich die Perimeterschutzexperten der Methode der britischen Sicherheitsdienste. Mittels einer Zeitlinienanalyse – Inci/Detar – werden dabei zwei horizontale Zeitleisten miteinander vergleichen. Die obere (Inci) zeigt in Minuten an, wie viel Zeit ein Eindringling benötigt, um – etwa im Falle eines Diebstahls – an Wertsachen zu gelangen. Die untere Zeile (Detar) zeigt, wie lange es dauert, bis Polizei oder Wachpersonal am Tatort eintrifft. Damit die untere Zeitleiste kürzer als die obere ist, lässt sich beispielsweise ein hoher Zaun mit Sensoren aufstellen, der frühzeitig Alarm auslöst. Ergänzende Maßnahmen sorgen dafür, dass der Eindringling aufgehalten und der Diebstahl verzögert wird.

Kombinierte Maßnahmen auch für Kritische Infrastrukturen

Maßnahmen zur Geländesicherung lassen sich grob in vier Kategorien einteilen. Organisatorische Maßnahmen sind solche, die ein Unternehmen aktiv selbst steuern muss, etwa die Schlüsselverwaltung, eine Hausordnung für Personal und Besucher oder Verträge mit Sicherheitsfirmen. Als architektonische Maßnahmen gelten mechanische oder physische Maßnahmen zur Abschreckung und Verzögerung, wie Zäune, Tore, Sicherheitselemente oder Stacheldraht. Um Eindringlinge so schnell wie möglich zu erkennen, bedarf es außerdem elektronischer Maßnahmen. Dazu zählen Kamerasysteme, Zugangskontrollen, Detektionssysteme oder Sensoren. Die vierte Kategorie sind Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT), also die Soft-  und Hardware wie Computer, Netzwerk und Infrastruktur, Server, Firewalls und Virenscanner.

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Matthias Kötter, Geschäftsführer der Heras Deutschland GmbH.
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Matthias Kötter, Geschäftsführer der Heras Deutschland GmbH.

Geländesicherung gehört in eine Hand

Das Heras-Sicherheitsmodell kombiniert die effektivsten Schutzstrategien und bietet den Fachberatern die Möglichkeit, gemeinsam mit Planern und Bauherren eine individuell angepasste Sicherheitslösung für jedes Gelände zu entwickeln. Viele der eingesetzten Produkte bedürfen frühzeitiger planerischer Berücksichtigung. Doch der Alltag sieht oft anders aus. Es bringt nichts, Sicherheitszäune vom Zaunbauer anbieten zu lassen, während an anderer Stelle eine Sicherheitsfirma die Überwachungsanlage installiert. Aufeinander abgestimmte Lösungen garantieren höchste Sicherheit und stellen sicher, dass interne Teams und unterstützende Stellen optimal auf Vorfälle reagieren können.

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Schon beim Entwurf von Betriebs- oder Firmengeländen sollten Experten für permanenten Perimeterschutz hinzugezogen werden. Nur so können alle relevanten Szenarien identifiziert und Strategien zu deren Verhinderung entwickelt werden. Durch die Beratung aus einer Hand lassen sich Abstimmungsprozesse schlank gestalten. Gleichzeitig profitieren Investoren von Kosteneinsparungen, da beim Einbau der verschiedenen Schutzmaßnahmen Synergien greifen. Auch die Wartung im Nachgang wird deutlich erleichtert.

Für alle Szenarien gerüstet

Für jede Organisation und jedes Unternehmen sind verschiedene Bedrohungsszenarien relevant. Nicht immer geht es allein um den Schutz gegen Diebe oder das organisierte Verbrechen. Auch Sabotageakte durch Aktivisten oder Verunreinigungen durch Wildtiere können durch abgestimmte Konzepte verhindert werden. Hinzu kommt, dass die Gesetze und Vorschriften in jedem Land anders ausfallen. Deutschland und Großbritannien haben beispielsweise eine recht strenge Gesetzgebung – anderswo gelten nur Richtlinien. Wichtig ist es außerdem, die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen zu wahren. Das Sicherheitsniveau sollte keine unnötigen Verzögerungen oder Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Personen verursachen. Daher sollten unbedingt auch die benötigten Durchlaufkapazitäten, etwa in der industriellen Fertigung mit Schichtdienst, und das zur Verfügung stehende Budget ermittelt werden. Nur wenn die Gegebenheiten vor Ort und die Ansprüche an die Anlage klar definiert und konkrete Bedrohungsszenarien definiert sind, lässt sich ein maßgeschneidertes Sicherheitskonzept erstellen.

Matthias Kötter, Geschäftsführer der Heras Deutschland GmbH