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Gastkommentar

Grabrede für die analoge Videoüberwachung

Analoge Videosysteme sind für Errichter und Endanwender so vertraut und bequem wie ein altes Paar Schuhe. Wie wir aus unserer Erfahrung wissen, waren analoge Systeme niemals perfekt, aber die Sicherheitsexperten haben, weil es keine brauchbare Alternative gab, die Einschränkungen toleriert. Die analoge Qualität wurde in der ganzen Welt auch für kritische Anwendungen als gut genug erachtet.

Diese Systeme haben im Allgemeinen zuverlässig funktioniert und sich einen Platz in der Geschichte gesichert. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Bildqualität IP-basierter Videotechnik hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Die analogen Systeme können die Bildqualität, Funktionalität und Kosteneffizienz der neuen Technologien einfach nicht bieten. Megapixelkameras stehen für diesen aktuellen Trend, weil sie einfach die analogen Kameras an Leistung übertreffen – egal wie man sie auch miteinander vergleicht.

Optimistisch prognostiziert das Marktforschungsunternehmen ABI Research das Jahr 2014 als den Wendepunkt, an dem die Anzahl der ausgelieferten IP-Kameras die der analogen Kameras übertrifft. „Hochauflösende Systeme werden immer mehr akzeptiert.“ sagt Dan Shey, Practice Director bei ABI Research. „Die Käufer nehmen das von zu Hause bereits bekannte HD-Konzept.“ Mit der Verbreitung von HD-Video erwarten Sicherheitsexperten (die in ihrem privaten Umfeld auch Endanwender sind) bei der Betrachtung von Videos eine bestimmte Bildqualität, egal aus welche Quelle sie auch kommen. Wir leben in einer HD-Welt – und die professionellen Sicherheitstechnologien ziehen langsam aber sicher nach.

Nicht mehr zu rechtfertigen

Bei analogen Überwachungssystemen ist die Videoauflösung genormt. Es sind entweder 480 Zeilen beim NTSC-Standard oder 576 Zeilen beim PAL-Standard. Errichter arbeiten mit der gleichen Auflösung - unabhängig davon, wie groß der zu überwachende Bereich ist oder welche Details benötigt werden. Der bisherige Lösungsansatz: Man fügte dem System weitere Kameras zur Vergrößerung der abgedeckten Bereiche hinzu. Dabei nahm man aber in Kauf, dass der Blickwinkel einer Kamera, um eine brauchbare Auflösung zu erhalten, reduziert wurde. Es war eine praktische und akzeptierte Lösung. Aber heute ist es eine Lösung, die immer schwieriger in Bezug auf Bildauflösung, Systemfunktionalität und Budget zu rechtfertigen ist.

Im Laufe der Zeit wurden immer wieder neue Videotechnologien eingeführt, die höhere Maßstäbe in Bezug auf Leistung gesetzt haben, während gleichzeitig die Vorgänger mit der Zeit verschwanden. Ganz am Anfang waren für allgemeine Überwachungsaufgaben die Vidicon- und Newvicon-Röhren-Kameras der Branchenstandard. Die Bilder waren pixelig und eine hohe Lichtempfindlichkeit war nicht gegeben. Trotzdem installierte man Tausende dieser Kameras. Sie wurden die wichtigsten Komponenten einer Videolösung. Dann kamen die CCD-Sensoren und veränderten die Landschaft. Sie boten fortschrittlichere Verarbeitungsmöglichkeiten, die die Leistungsfähigkeit dieser Kameras deutlich verbesserten. Heute findet an der vordersten Stelle der Bildverarbeitung ein ähnlicher Wechsel durch die Megapixelkameras statt.

Der neue Bildstandard: IP-/Megapixel-Video

Laut einer Analyse von Technavio Insights, einem weiteren Marktforschungsunternehmen, wird die IP-Überwachung bei Anwendern und großen Unternehmen aus mehreren Gründen bedeutend wachsen. Mit IP-/Megapixel-Video können Kameras Bilder mit beliebigen Auflösungen mit bis zu zehn Megapixel aufnehmen (3.648 mal 2.752 Pixel, dies entspricht ungefähr der fünffachen Auflösung eines 1080p HD-Fernsehers zu Hause). Vergleicht man das mit einer konventionellen analogen Kamera mit einer äquivalenten Auflösung von 640 mal 480 Pixeln, kann man die Unterschiede bei Bilddetails und Schärfe eindeutig sehen. Schalten Sie für einen kurzen visuellen Vergleich mal Ihren Computermonitor auf 640 x 480 um (falls dies überhaupt noch möglich ist).

Die Auflösungen der aktuellen Megapixelkameras können an die jeweiligen Überwachungsanforderungen angepasst werden und man kann Kameras mit unterschiedlichen Auflösungen im gleichen Netzwerk betreiben. Die wichtigen Bereiche können mit HD-Qualität oder höher, zweitrangige Bereiche mit kleineren Auflösungen und geringeren Bildraten betrachtet und aufgezeichnet werden. Dadurch kann wertvolle Bandbreite zur Optimierung der vorhandenen Netzwerkstränge und auch Recorderspeicherplatz eingespart werden.

Die höher aufgelösten Bilder der Megapixelkameras ermöglichen dem Planer - ohne Details zu verlieren - den Einsatz von weniger Kameras zur Abdeckung großer Bereiche, was auch geringere Infrastruktur- und Verkabelungskosten mit sich bringt. Diese Vorteile führen neben der Verringerung der Initialkosten für eine Anlage auch direkt zu einer größeren Rentabilität (ROI, Return-On-Investment) und verminderten Gesamtbetriebskosten (TCO, Total Cost of Ownership).

Einfach und effizient

Ein Vorteil von IP-/Megapixel-Video sind die vielen möglichen Auflösungen. Analoge Kameras werden dadurch überflüssig. Zu dem starken Anstieg der Akzeptanz von IP-/Megapixel-Video hat auch die einfache Netzwerk-Konnektivität beigetragen. Früher benötigte man für jede Kamera ein eigenes Kabel zum Recorder. Dadurch stiegen die Verkabelungskosten signifikant. Die Netzwerkinfrastrukturen ermöglichen heute den Anschluss von vielen Kameras mit weniger Verkabelung. Der Einsatz von Power-over-Ethernet (PoE) bietet obendrein eine Stromversorgung der Kameras über das für Video- und Steuersignale verwendete CAT-5-Kabel. Es ist eine effiziente und einfache Installationslösung.

Megapixelkameras eliminieren zusätzlich die Notwendigkeit für mechanische Pan-Tilt-Zoom-Kameras (PTZ). Die hervorragende Auflösung der Megapixelkameras ermöglicht hochaufgelöstes und präzises PTZ in aufgezeichneten Bildern. Das Ergebnis ist eine bessere Abdeckung mit hervorragender Bildqualität bei deutlich geringeren Systemkosten.

Zukunftssicherheit = ROI

Der Aufbau eines analogen Sicherheitssystems ist heute nicht mehr sinnvoll – es gibt einfach keine Zukunftsperspektive. Aus Sicht des Anwenders kann der Einsatz einer analogen Technologie eine zukünftige Integration seines Systems in die aktuelle und sich weiterentwickelnde Technologie verhindern. Es gibt praktisch keine Zukunftsperspektive für den Ausbau oder Aufbau eines analogen Systems.

Für einen Errichter bedeutet der Einsatz von IP-Megapixelkameras die Kontinuität seines Geschäfts, für den Endanwender die Zukunftssicherheit seines Systems und kurzfristigen ROI. Analog ist zwar noch nicht ausgestorben, aber alles deutet auf ein Ende hin. Das Aufbauen auf die neuen Technologien ist heute der richtige Weg und es ist einfacher, als man es sich vielleicht vorstellen mag.

Der Weg von der alten zur neuen Bildtechnologie

IP-Video und die Megapixel-Bildtechnologie hatten auch - wie etliche andere neue Technologien - mit vielen Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen. Die Endanwender möchten ihre bereits in Überwachungseinrichtungen getätigten Investitionen sichern, aber meistens sind dies analoge Systeme. Hybride Systeme sind, weil sie dem Anwender beide Wege bieten, ein realisierbarer Migrationspfad in Richtung der IP-/Megapixel-Systeme. Die vorhandenen Kameras können weiter verwendet werden (der Anschluss an das Netzwerk erfolgt über Video-Encoder) und man kann gleichzeitig von den neuesten Netzwerktechnologien profitieren. Manchmal setzen Kunden in Einzelanwendungen einige wenige Megapixelkameras ein und profitieren dort von der zusätzlichen Auflösung. Unglücklicherweise liefert dieser hybride Ansatz nur einen kleinen Teil der vielen Vorteile der IP-/Megapixel-Systeme – aber es signalisiert den Beginn einer neue Ära in der Systemtechnik.

Der Schlüssel, um einen Nutzen aus diesen Vorteilen ziehen zu können, besteht für Planer darin, die eigene Einstellung und die der Kunden zu ändern. Eine der Aufgaben der Megapixelkamera-Hersteller ist die Aufklärung des Markes über die Vorteile und Fakten von IP-/Megapixel-Video. Diese Notwendigkeit wurde erkannt und wird kontinuierlich umgesetzt. Die hervorragende Auflösung der Megapixelkameras, ihre Vielseitigkeit und ihre gesamten Kostenvorteile werden von den aktuellen Installationen und Erfahrungen eindeutig belegt.

Die Bandbreiten- und Speicheranforderungen von Megapixelbildern nähern sich durch die Entwicklungen der H.264 Videokompression jenen von normal aufgelösten Bildern an und sind heute fast vergleichbar hoch beziehungsweise niedrig. Megapixelkameras sind dazu auch vom Preis her mit normal auflösenden Kameras vergleichbar, besonders wenn man zur Abdeckung von größeren Bereichen - im Vergleich mit analogen Kameras - den Einsatz von weniger Megapixelkameras und die damit verbundenen Einsparungen bei Infrastrukturkosten berücksichtigt. Die Zahlen belegen dies.

Lieber früher als später

Viele Errichter (und Anwender) unterliegen häufig der falschen Vorstellung, dass die Systeme sehr kompliziert zu installieren seien. Partnerschaften zwischen den Megapixelkamera-Lieferanten und vielen NVR- und Speicheranbietern haben jedoch den Weg für eine einfache Installation von IP-/Megapixel-Systemen mit hochperformanten Softwareplattformen schon vorbereitet. Hinzu kommt, dass die heute verfügbare große Anzahl der Megapixelkameras mit einstellbaren Auflösungen und Bildraten ohne Probleme in allgemeine Überwachungsanwendungen integriert werden können. Planer erhalten hierdurch eine hohe Flexibilität und Vertrauen in ihre Entwürfe.

Um die Anforderungen der Kunden zu erfüllen und die Investitionen in bestehende Anlagen zu wahren, muss der Umstieg meist behutsam durchgeführt werden. Aber jeder, der die Vorteile eines durchgängigen IP-/Megapixel-Videosystems in Bezug auf Bildqualität und Leistung gesehen hat, wird zustimmen, dass es besser ist, diesen Schritt lieber früher als später zu machen. Die Marktforscher von IMS Research sagen nicht zu Unrecht voraus, dass mehr als die Hälfte der 2014 ausgelieferten Netzwerkkamera-Lösungen mit High-Definition (HD) oder Megapixel sein werden.

Scott Schafer, Senior Vice President Sales & Marketing bei Arecont Vision
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Höchste Leistung dank Megapixel-Video

Grenzen neu definiert

Viele Faktoren beschleunigen den Wechsel der Videoüberwachungs-Branche hin zu IP-basierten Systemen. Dazu gehören die einfache Integration, die Flexibilität in der Zusammenarbeit mit anderen Systemen und die Möglichkeit, Videos auf Unternehmensebene zur Verfügung zu stellen.

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Megapixelkameras erkennen Nummernschilder

Die Stadt Ulju-gun mit ihren rund 200.000 Einwohnern liegt in Ulsan in Südkorea. Sie wollte ein neues Videoüberwachungssystem einrichten, das besonders scharfe Bilder der Zahlen und Buchstaben auf Nummernschildern liefern kann.

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Druckerei setzt auf Megapixel

Einbrecher unter Druck

Nach schlechten Erfahrungen mit VGA-auflösenden Videokameras entschied sich die slowenische Druckerei Tiskarna Kostomaj für ein Upgrade. Heute sorgen verschiedene Megapixel-Modelle für Sicherheit.

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Video-über-IP-Netzwerk und analoge Technologie

Ist die Zeit reif für IP?

Sollte eine Systemarchitektur auf einem reinen Video-über-IP-Netzwerk basieren? Oder ist eine konventionelle analoge Technologie immer noch in der Lage, all das zu liefen, was ein Unternehmen von einem Überwachungssystem erwartet?