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Foto: Hendrick Lehmann
In Gruppen wurde beim Hackathon am Nürburgring eifrig an Lösungen gearbeitet, programmiert und Ideen entwickelt.

Verbände

Hacken im Wettbewerb

Anfang Oktober fand am Nürburgring ein vom VfS mitorganisierter „Hackathon“ statt. 70 Profis aus dem In- und Ausland hackten sich 40 Stunden lang in Systeme und zeigten ihr Können.

Der VfS hat zusammen mit Partnern, darunter die BASF, Fraunhofer und das Deutsche Rote Kreuz, den diesjährigen Wettbewerb „Hackathon“ der Entwicklung von digitalen Anwendungen im Rahmen des Projekts „SPELL“ gewidmet – also für einen guten Zweck. Denn bei dem Projekt handelt es sich um ein vom Bundeswirtschaftsministerium gefördertes Forschungsprojekt zum Thema Einsatz- und Lagemanagement. Das Ziel ist es, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Krisensituationen (beispielsweise Großschadensereignissen, Pandemien, Naturkatastrophen oder flächendeckenden Stromausfällen) Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, Nothilfe und Versorgung für die Bevölkerung schneller einzuleiten.

Die Teilnehmer konnten in fünf Challenges verschiedene Aspekte des „SPELL“-Projekts bearbeiten und die Gewinner auf Preisprämien von bis zu 5.000 EUR hoffen. Die Challenges umfassten die Themen

  • Integration von mobilen Live-Bild Daten in Krisenstäbe,
  • „Social Listening“ – das Auswerten von Social Media zur besseren Lageeinschätzung,
  • CIIDAS“ - Citizen Information and Image Data for Assessing the Situation,
  • „SPELL“: Knowledge Computing zur Beherrschung kritischer Ereignisse und
  • „SPELL“: Optimale Rettungsunterstützung auf der Grundlage von Sensordaten.

Für die Bearbeitung der Challenges konnten die Teilnehmer auf umfangreiche Materialien und Expertise zurückgreifen, wie Drohnen und Drohnensteuerungen, Mixed-Reality-Glasses, Live-Interface eines Krisenstab-Unterstützungssystems, Leitstandsbedienplätze mit Videowand Videokameras, Zugangskontrollsysteme, sowie Gefahrstoffdatenbanken, Personenalarm- und Ortungsgeräte, Analyseanwendungen von sozialen Medien und Mobiltelefone.

Parallel zu den Challenges gab es Roundtable-Diskussionen, in denen sich Interessierte und Experten über aktuelle Entwicklungen zu bestimmten Themengebieten austauschten. So diskutierten etwa Prof. Jürgen Becker, Fraunhofer KIT und Prof. Dr. Ingo J. Timm, DFKI, Projektleiter A-Score zum Thema „KI – wo wir heute stehen und was sie in Zukunft nutzen wird“. Dr. Gunther Grasemann vom Fraunhofer IOSB, stellte in einer weiteren Runde zum Thema Drohnen sein Forschungsprojekt zur Sicherheit im unbemannten Luftverkehr vor. Auch die Frage, wie die Bevölkerung in Krisen und Katastrophen informiert werden sollte, stand im Zentrum einer Diskussionsrunde. Wie reagiert die Bevölkerung auf Warnungen? Und lassen sich KI-basierte Vorwarnungen („Mit einer Wahrscheinlichkeit von 65% kann es zu einem Starkregen in der Region kommen“) einsetzen? Hierzu tauschten sich unter anderem Sebastian Breu, Lernlabor Cybersicherheit, HTW Berlin, Daniel Faust, Fraunhofer Fokus, Guenter Huhle, Corevas GmbH & Co.KG sowie Prof. Michael Klafft, Fraunhofer Fokus.

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Foto: Hendrick Lehmann Prof. Jürgen Becker vom KIT (rechts) und Prof. Ingo J. Tim vom DFKI sprechen über die Rolle von KI.

Hacker entwickeln APP zur Koordinierung freiwilliger Helfer

Dr. Clemens Gause, Geschäftsführer des VfS, der den Hackathon die drei Tage lang begleitete, zeigte sich außerordentlich zufrieden mit der Veranstaltung. „Was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer innerhalb von nur 40 Stunden teilweise entwickelt haben, war faszinierend. Innerhalb kurzer Zeit sind im Rahmen der Challenges Prototypen für Anwendungen entstanden, die einen deutlich sichtbaren Mehrwert für die Lagebilderstellung- und Einschätzung bringen konnten.“ Ein Beispiel hierfür ist aus der Challenge „SPELL: Knowledge Computing” das Gewinner-Team, das eine App zur Koordinierung von Helfern entwickelt hat. Der Hintergrund ist der, dass im Fall der Flutkatastrophe zahllose freiwillige Helfer in das Katastrophengebiet gereist sind, und oftmals unkoordiniert anfingen, zu helfen. Dies hat zuweilen die professionellen Rettungskräfte wie Feuerwehr, THW und Bundewehr in ihren Einsätzen behindert, zumal die Freiwilligen sich teilweise auch in lebensgefährliche Situationen gebracht hatten (beispielsweise das Betreten von nicht gesicherten Gebäuden). Mit Hilfe der App lassen sich Hilfskräfte schnell und unkompliziert samt ihren Fähigkeiten zentral erfassen und durch die „Profis“ entsprechend im Krisengebiet einteilen und einsetzen.

Alle während des Hackathons entwickelten Maßnahmen, Ideen und Software-Lösungen dienen dazu, Entscheidern in Leitstellen und den Einsatzkräften vor Ort beim Lagemanagement Tools an die Hand zu geben, mit denen sich notwendige Entscheidungen besser, schneller und effizienter treffen lassen. Künstliche Intelligenz soll bei der Auswertung und Bereitstellung der Daten helfen, die herangezogen werden können. Dazu gehören Informationen von Drohnen, Social Media, Bürgerinnen und Bürgern, Videotechnologie und anderen Systemen und Technologien, die Daten liefern können. „Dass die Teilnehmer vor allem wegen den Herausforderungen vor Ort waren, erkennt man schon daran, dass ein Teil des Preisgeldes gleich wieder gespendet worden ist“, so Dr. Gause. „Das Geld hat hier für die Mehrheit keine große Rolle gespielt, sondern die Möglichkeit, innerhalb eines begrenzten Zeitraums Lösungen für mitunter komplexe Problemstellungen zu entwickeln und Dinge in Frage zu stellen.“

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Schnelle Lösungen auf komplexe Fragen im Wettbewerb

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren hierfür extra aus dem Ausland angereist, nur um bei diesen Challenges dabei sein zu können. Daher gab es neben den Fachvorträgen und Gesprächen mit den Ausstellern auch viel Zeit und Raum für das gemeinsame Netzwerken. „Es geht ja auch darum, nicht nur Lösungen und Anwendungen für diese Challenges zu finden, sondern darüber hinaus auch Ideen für weitere Themen zu entwickeln, von denen BOS-Organe profitieren können. Beim Hackathon können viele neue Perspektiven entstehen, die im Nachgang dann betrachtet und in neuen Projekten und Kooperationen weiterverfolgt werden“, erklärt Dr. Gause.

Die vielen Teilnehmer und Besucher des Hackathons haben gezeigt, dass dieses Format sich bewährt hat, wenn es darum geht, auf komplexe Fragen in kurzer Zeit Ideen- und Lösungsansätze zu entwickeln. Der Hackathon bietet kreativen Köpfen ein Forum zum Austausch, mit Gleichgesinnten aber auch den Projektpartnern und der Industrie. Damit steigt die Chance, dass Ideen weiterentwickelt werden können, damit das Projekt SPELL nach Ablauf der dreijährigen Projektzeit auch Früchte trägt.

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Foto: Smarthome Paderborn e.V.

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