Foto: Jens Distelberg
Diese Drogen schmuggelt eine Waffe in eine Justizvollzugsanstalt.

Dedrone

Hauptsitz nach San Francisco verlegt

Das Kasseler Start-up Dedrone, das ein System zum Schutz vor kriminellen Drohnen entwickelt hat, wagt den Sprung über den großen Teich. Von San Francisco aus will das Unternehmen den nordamerikanischen Markt erobern und weiter wachsen.

Der Drohnenmarkt boomt: Im Jahr 2015 wurden weltweit rund vier Millionen ferngesteuerte kleine Fluggeräte verkauft, bis zu 300.000 davon in Deutschland. Was Hobbypiloten und professionelle Anwender freut, treibt Sicher-heitsexperten weltweit Sorgenfalten auf die Stirn. Denn Drohnen werden zunehmend von Kriminellen missbraucht. Die englische Oxford Research Group hat im Januar sogar davor gewarnt, dass IS-Terroristen Drohnen als fliegende Bomben einsetzen könnten.

Die Dedrone-Gründer Jörg Lamprecht, Ingo Seebach und Rene Seeber haben diese Entwicklung schon vor zwei Jahren vorausgesehen und das Drohnenwarnsystem Dronetracker auf dem Markt gebracht. Im April 2015 erhielten sie für dessen Weiterentwicklung 2,7 Millionen Euro vom Münchener Venture Capital Investor Target Partners und dem amerikanischen Unternehmer Tom Noonan.

Die Nachfrage nach ihrer Technologie zum Schutz vor Drohnen habe sich so entwickelt, wie man es erwartet und gehofft habe, sagt CEO Jörg Lamprecht. Über 100 Vertriebspartner sorgen bereits für den Verkauf des Drohnenwarnsystems. Der Sicherheitsmarkt in den USA sei für sie mit Abstand der wichtigste, so Lamprecht weiter. Um im internationalen Wettbewerb führend zu bleiben, müsse man ihre Präsenz dort stärken.

Kassel bleibt Entwicklungsstandort

Lamprecht selbst ist seit Ende Januar in San Francisco, um den Standort dort aufzubauen. Die Bereiche Business Development, Finance und Sales für Nordamerika werden in San Francisco angesiedelt, Entwicklung und Produktion bleiben aber in Kassel.

Hoch qualifizierte Entwickler und Ingenieure seien in San Francisco nur schwer zu kriegen und noch schwerer zu halten, erklärt Lamprecht diese Entscheidung. Das Team in den USA soll Ende des Jahres circa acht Mitglieder haben.