Thomas Merkt, Leiter Projektabteilung, Andreas Seltmann, Prokurist und Geschäftsleiter Marketing, Swen Drogosch, Produktmanager Markt Brandmeldeanlagen, Thomas Tott, Leiter Sprachalarmanlagen und Beschallungstechnik (v.l.) im Porsche-Museum auf der Roads
Foto: PROTECTOR, Andreas Albrecht

Unternehmen

Hekatron Roadshow: Gemeinsam Gas geben

Wie Hekatron den digitalen Wandel im Brandschutz vorantreibt, zeigte das Unternehmen seinen Facherrichtern im Februar und März 2019 auf einer Roadshow durch insgesamt acht Städte.

PROTECTOR besuchte Ende März die Station im Porsche-Museum in Stuttgart, eine Location, die perfekt zum Motto passte, unter dem Hekatron Brandschutz seine Facherrichter zur bundesweiten Roadshow 2019 geladen hatte: „Gemeinsam Gas geben“.

Auf insgesamt acht Veranstaltungen suchte das Unternehmen die Nähe zu seinen Kunden. Zentrale Botschaft dabei: Wir treiben die Digitalisierung, um unseren Partnern vor Ort ihre tägliche Arbeit zu erleichtern.

Facherrichter haben Zugriff auf Millionen Brandmelder

Wie das konkret aussieht, darüber informierte insbesondere Swen Drogosch, Produktmanager Markt Brandmeldesysteme, im ersten Beitrag des Tages: Integral WAN – die neue Dimension der Vernetzung. Er hob zunächst darauf ab, dass „viele unserer Partner seit Jahren Hekatron Remote nutzen, um ihr Geschäft effizienter zu machen“. Denn damit lassen sich bis zu 4.000 Brandmelder pro Teilzentrale (Brandmelderzentrale) zusammenfassen und die Anlagendaten ortsunabhängig auslesen, analysieren und sogar unterstützt programmieren – via Smartphone, Tablet oder jedem anderen internetfähigen Gerät. Die Erweiterung, das sogenannte Integral LAN, fasst bis zu 16 Teilzentralen in einem Teilzentralenring zusammen und erlaubt so den Zugriff auf bis zu 55.000 Melder.

„Integral WAN“, so Swen Drogosch, „eröffnet nun eine neue Dimension der Vernetzung.“ Denn damit bietet Hekatron seinen Partnern, zusätzlich zur normenkonformen Vernetzung, ein Kommunikationsnetz auf Basis des IP-Protokolls, auf dem auch das Internet basiert. In diese webtaugliche Infrastruktur lassen sich bis zu 253 Teilzentralen-Ringe einbinden. Damit kann ein Errichter auf bis zu 13.918.000 Brandmelder von einem Endgerät aus zugreifen. Anders ausgedrückt: Mit Integral WAN lässt sich eine Gesamtfläche von mehr als 334 Millionen Quadratmeter überwachen. Das entspricht dem Stadtgebiet von Köln.

Das eröffnet eine neue Dimension der Anlagenüberwachung und -verwaltung. Denn der Errichter kann zum Beispiel alle Filialen eines Einzelhandelsunternehmens vernetzen – egal, ob diese sich in Freiburg, Frankfurt oder Berlin befinden. Die Standorte einer Campus-Struktur, die sich über ein ganzes Stadtgebiet oder weiter erstreckt, lassen sich ebenso verbinden wie Windkrafträder und andere unbesetzte Anlagen. Damit verwaltet der Facherrichter die Anlagen seiner Kunden zentral, kann hier Änderungen vornehmen und Softwareanalysen aufspielen.

Leichtere Installation und komfortable Verwaltung

„Wir haben Integral WAN ganz bewusst offen gestaltet“, so Swen Drogosch. „So lassen sich verschiedene Netzwerkstrukturen einbinden und verwalten.“ Das System erlaubt eine problemlose und flexible Erweiterung, selbst mit Zentralen unterschiedlicher Generationen und Typen gibt es laut Swen Drogosch keine Kompatibilitätsprobleme.

Besonders komfortabel ist dabei die Möglichkeit, im „Integral WAN“ Unterzentralen und einzelne Bereiche zu programmieren oder während der Wartung abzuschalten, ohne dass, wie zum Beispiel bei einer Integral-LAN-Vernetzung, der komplette Teilzentralen-Ring abgeschaltet werden muss. „Sie schalten einfach die jeweilige Unterzentrale temporär ab, in Verbindung mit Hekatron Remote haben sie die darüber laufenden Melder im Blick und können so die Abschaltung kompensieren“, erklärte der Produktmanager.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Für den Errichter ist die Installation leichter, weil er weniger Hardware-Komponenten benötigt, und die Verwaltung von Anlagen an verschiedenen Standorten wird erheblich komfortabler. Auch der Betreiber profitiert von der Lösung: Er kann vorhandene Netzwerkstrukturen weiter nutzen, reduziert seinen Aufwand und Kosten im laufenden Betrieb, ist sehr flexibel in der Anwendung und hat eine hohe Investitionssicherheit.

Neues digitales Service-Portal von Hekatron Brandschutz

Die konsequente Weiterentwicklung ist „Mein HPlus“, das neue digitale Service-Portal von Hekatron Brandschutz. „Darauf sind wir wirklich stolz, denn mit Mein HPlus gehen wir zusammen mit unseren Partnern einen großen Schritt weiter in Richtung Digitalisierung.“

Das Portal baut auf der Infrastruktur des „Integral WAN“ auf. „Das System bündelt zentral alle Anlagen- und Herstellerinformationen sowie Live-Anlagenereignisse. Diese Informationen werden so aufbereitet, dass sie den Errichtern im täglichen Geschäft optimalen Nutzen bringen“, erklärte der Produktmanager.

Denn der Aufwand, der heute ohne das digitale Serviceportal werden muss, um die Anlagen der Kunden verwalten zu können, ist immens. Es geht um Anschaltpläne, technische Dokumentationen und Montageanleitungen, Produktinfos und Zertifikate, Kataloge, Preise, Service-Informationen und vieles mehr. „Dafür recherchiert er über Hotlines, Websites oder nimmt den Support seines Herstellers in Anspruch, kontaktiert seinen Außendienstmitarbeiter, den Projektleiter oder Wartungstechniker und so weiter.“

Effiziente Unterstützung für Errichter

„Mein HPlus“ soll damit Schluss machen. Mehr noch: Das Portal liefert nicht nur Informationen, sondern unterstützt den Errichter bei seinen täglichen Aufgaben. So erstellt das Serviceportalaus den Daten, die es aus verschiedenen Quellen und Systemen intelligent zusammenführt, nutzbringende Auswertungen und Analysen. Das geht bis hin zu konkreten Handlungsempfehlungen. Zum Beispiel empfiehlt das System, bestimmte Melder zu einem definierten Zeitpunkt zu tauschen.

Basis dafür ist die Produktdatenbank. Sie enthält alle Inhalte und Funktionalitäten des bisherigen Professionalbereichs von Hekatron – allerdings haben die Entwickler Struktur und Nutzerführung deutlich verbessert.

Durch intelligente Suchalgorithmen gelangt der Nutzer über verschiedenste Wege zur gewünschten Information. Er kann gezielt nach Dokumenten und Dokument-Typen filtern. Außerdem sind sämtliche Dokumente wie Datenblätter, Service-Informationen, Zertifikate und mehr direkt mit dem jeweiligen Produkt verknüpft. Auf diese Weise hat der Errichter immer und überall die richtigen Produktinformationen zur Hand.

Verwaltung leicht gemacht

Der zweite digitale Leistungsbaustein, die „Mein HPlus“ Anlagenverwaltung, bündelt alle anlagenspezifischen Informationen und stellt sie tagesaktuell zur Verfügung. Damit sieht der Anwender auf einen Blick, welche Produkte in welcher Menge in der jeweiligen Anlage verbaut sind und kann direkt auf alle Stammdaten zugreifen. Die integrierte Navigation nutzt die Kundenstandorte sogar zur Routenplanung. Und mit Hekatron Remote hat der Errichter über das Portal direkten Zugriff auf seine Anlagenbedienfelder.

Im Sommer 2019 geht das Serviceportal an den Start – zunächst mit der kostenlosen Produktdatenbank und der Anlagenverwaltung. Die digitale Plattform soll kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt werden. „Dabei achten wir sehr genau darauf, welche Impulse und Anregungen von unseren Partnern vor Ort kommen“, versichert Swen Drogosch.

Derzeit arbeiten die Entwickler bei Hekatron an vier weiteren digitalen Leistungsbausteinen:

• Instandhaltung – Unterstützung bei Planung und Durchführung der Einsätze.

• Anlagenanalyse – zum frühzeitig Erkennen kritischer Situationen und der Möglichkeit, sofort einzugreifen.

• Modernisierung – mit vorausschauenden Tausch- und Modernisierungsempfehlungen.

• Anlagenereignismanagement – Information über Ereignisse in den überwachten Anlagen inklusive schnellem Zugriff.

Mit „Integral WAN“ und „Mein HPlus“ bietet Hekatron laut Swen Drogosch seinen Partnern den kompletten Überblick über das Serviceleben der Brandmeldeanlagen, für die sie Verantwortung tragen. Die soll laut Unternehmen Sicherheit und Planbarkeit in einem bisher nicht gekannten Maße gewährleisten.