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W&S Kolumne

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht

...kennen Sie das? In der öffentlichen Debatte wird dieses Argument gerne benutzt – vor allem immer dann, wenn nach skandalbehafteten Unglücken oder Verbrechen Trauer in Ratlosigkeit mündet.

„Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht“: Dieser Satz hat dabei für den Staat wie auch für die Sicherheitswirtschaft in etwa die gleiche Bedeutung wie das berühmte „Ein Spiel dauert 90 Minuten“ für den Fußball: unbestreitbar richtig, aber eben auch erkenntnislos – ein „Nullsatz“.

Schlimmer noch: oft verstellt dieser Nullsatz auch noch den Blick auf Ursachen und auf durchdachte Lösungen für Probleme, auch für Sicherheitsprobleme. Das war leider erst jüngst wieder zu sehen, als in einem bayerischen Gericht ein junger Staatsanwalt erschossen wurde. Verhinderbar? Was tun? Gerichtsgebäude müssen schließlich öffentlich und damit offen bleiben, zudem wird ja bereits anlassbezogen kontrolliert, und überhaupt: „Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht“. Zu allem Überfluss kam auch noch der Denkmalschutz ins Spiel, der moderner Sicherheitstechnik mehr als einmal im Weg gestanden habe...

Das geht besser! Zum Beispiel in NRW – dort sind bereits jetzt 90 Prozent der Gerichtsgebäude ständig mit Detektoren und Schleusen ausgestattet – trotz Denkmalschutz. Und auch in anderen Bundesländern arbeiten Experten von Polizei und Justiz daran, die Sicherheit im Gericht systematisch zu verbessern. Ob im Zuge dieser Debatte jemand an die Expertise der (Sicherheits)wirtschaft denkt? Etwas beizutragen hätte sie. Zumal, wenn es darum geht, mit einem schlüssigen Mix aus Technikeinsatz, professionell geschultem und serviceorientiertem Personal sowie sensibilisierten Betroffenen die Sicherheit zu steigern. Warum sollte es für die Sicherheit der Justiz in Deutschland keine Zusammenarbeit geben, die mit der Polizei vor Ort längst üblich ist? Bringen wir uns ein – hundertprozentig.

Ihr
Wieland Mundt

Justiz Bayern

Kooperation mit Sicherheitsunternehmen

Aus den tödlichen Schüssen auf einen Staatsanwalt im Dachauer Amtsgericht zog das bayrische Justizministerium nun seine Konsequenzen: In Zukunft sollen auch private Sicherheitsunternehmen die Gerichte schützen.

Foto: Fotolia/Gina Sanders

Sicherheit in Behörden

„Bieten Sie keine Wurfgeschosse an“

Im Informationsblatt „Sicherheit für Behörden mit Publikumsverkehr“ des LKA Niedersachsen werden Tipps und Hinweise gegeben, wie Mitarbeiter in ungewöhnlichen und unvorhersehbaren Situationen angemessen reagieren.

Foto: VSWN

Kolumne W&S 2/2013

Whistleblower 2.0

„Beim nächsten Mal werde ich nicht annähernd so nett sein.“ Es klingt ein wenig bedrohlich, dieses Fazit des Hackers Andrew Auernheimer, nachdem ihn ein US-Gericht zu einer Haftstrafe von 41 Monaten verurteilt hat. Er wurde des Identitätsdiebstahls und der Verschwörung schuldig gesprochen.

Foto: Ralf Prokop (GNU / CC BY-SA 3.0 DE)

Awareness-Forschung

Radikalisierungen früh erkennen und bremsen

Unternehmen können sich, selbst wenn sie dies wollten, gesellschaftspolitischen Konflikten nicht entziehen. EU- oder auch US-Gesetze verpflichten sie zu Anti-Terror-Screenings und auch im eigenen Interesse sucht die Wirtschaft nach Wegen, möglichst frühzeitig potentielle Gefährder zu erkennen: Ein aktueller oder früherer Mitarbeiter, der als IS-Attentäter auffällt, oder eine unentdeckte betriebliche Spendensammlung für Terroristen wäre nicht gut fürs Image.