Sicherheitskonzept im ÖPNV

Im Minutentakt

Teil 2

Durch die Integration aller wichtigen Ressorts in einer Zentrale lässt sich die Kommunikation zwischen den Bereichen effektiv und schnell abwickeln. So können die Verantwortlichen bei Veranstaltungen, Demonstrationen und sonstigen Events eine gemeinsame Planung und einen abgestimmten Einsatz der Ressourcen vornehmen oder bei Störungen eine übergreifende Verteilung der Aufgaben schnell koordinieren und den Fahrgästen wichtige Information rasch zukommen lassen.

Für die Videoüberwachung sind in der Zentrale drei Mitarbeiter verantwortlich, die sich auf den Monitoren die Videobilder der Haltestellen ansehen. Dabei können sie sich gezielt dauerhaft auf eine oder mehrere Haltestellen auf- oder zwischen den einzelnen Haltestellen durchschalten. Die in den Fahrzeugen und an den Haltestellen aufgenommenen Bilder werden permanent abgespeichert und, wenn kein Ereignis eingetreten ist, nach 24 Stunden wieder überschrieben.

Um einen möglichst großen Überblick über das Geschehen in den Fahrzeugen und auf den Haltestellen zu haben, sind die über 700 U-Bahnwagen mit je zwei, die rund 700 Busse mit drei bis sieben Kameras ausgestattet. Daneben gibt es noch etwa 600 Überwachungskameras auf Bahnsteigen in Schalterhallen und Abstellanlagen sowie rund 400 Abfertigungskameras an Bahnsteigen. Schließlich sind auch an den Busumsteigeanlagen und Betriebshöfen bis zu 400 Kameras geplant und teilweise schon installiert.

Vielfältiger Schutz

Da die Videokameras in den Fahrzeugen nicht extern aktiv überwacht werden, haben Fahrgäste in den Waggons jederzeit die Möglichkeit, per Notrufknopf Kontakt zum Fahrer zu bekommen, der über Funk Hilfe holt. Im Ereignisfall, speziell bei einem Feuer, steht den Fahrgästen eine Reihe weiterer Schutzvorrichtungen zur Verfügung. So sind alle U-Bahn-Wagen der neuen Fahrzeuggeneration für den Brandfall mit einer automatischen Sprinkleranlage ausgestattet. Auch unterirdische Haltestellen sind zum Teil mit Sprinkleranlagen und Rauchmeldern ausgerüstet. In jedem U-Bahn-Wagen befindet sich ferner ein Feuerlöscher.

Hamburger Hochbahn Die Hamburger Hochbahn AG ist größter Partner im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und befördert etwa 423 Millionen Fahrgäste jährlich, von denen rund 210 Millionen die U-Bahn und zirka 213 Millionen die Busse nutzen. Insgesamt arbeiten 4.450 Mitarbeiter im Betrieb, der über weitere 20 Beteiligungen beziehungsweise Tochterunternehmen verfügt. Das U-Bahn-System besteht aus rund 100 Kilometern Linien-Netz sowie 89 Haltestellen und etwa 200 Fahrzeugen mit über 700 Wagen. Der Bus-Verkehr erstreckt sich auf 900 Kilometer Länge mit 1.355 Haltestellen und wird mit etwa 700 Fahrzeugen betrieben.

Im Ereignisfall können die Mitarbeiter in der Betriebszentrale dank der Alarmierung die Rettungs- und Einsatzkräfte zielgerichtet schnell an ihren Bestimmungsort dirigieren. Bei Nutzung der Notbremse fährt der Zug, wenn möglich, bis zur nächsten Haltestelle weiter, von wo aus Hilfe schneller erfolgen kann als auf der Strecke.

Dass das integrierte Sicherheitskonzept der Hochbahn aufgeht, belegt die Entwicklung der Zahlen zu den Gewaltdelikten der letzten Jahre. Hier sind vor allem nach der Verdopplung der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die Vorfälle spürbar zurückgegangen. Ferner verbesserte sich auch die Kundenzufriedenheit für den Bereich der U-Bahnen und Busse im Abend- beziehungsweise Nachtverkehr.

Maßgeblich für den Erfolg sind zudem auf organisatorischer Seite die Vernetzung mit den Betriebsbereichen und den Sicherheitsbehörden auf strategischer, taktischer und operativer Ebene, um möglichst effektiv auf alle Arten von Einsätzen vorbereitet zu sein. Hinzu kommen nicht zuletzt Öffentlichkeitswirksame Maßnahmen, um das Vertrauen der Kunden in den Betrieb zu stärken, Stichwort Informationsveranstaltungen und Kampagnen, die die Zivilcourage fördern sollen.

Hendrick Lehmann

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Foto: Hamburger Hochbahn

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