Vorteile von Videoüberwachung

Immer alles in Blick

Videoüberwachung: Was im öffentlichen Bereich gut funktioniert, wird auch für den „Hausgebrauch“, etwa zum Schutz eines Eigenheims, zunehmend interessant. Nicht zuletzt deshalb, weil solche Videoanlagen immer erschwinglicher werden.

„Hier wird videoüberwacht!“ Man sieht diese Schilder immer öfter an Bahnhöfen, in Banken, Bussen, Einkaufszentren, Sportstadien und vielerorts mehr. Diese Überwachung dient der Sicherheit. Und die Ausdehnung der Videoüberwachung auf immer mehr Bereiche lässt darauf schließen, dass sie wirksam ist und hilft Kriminalität zu reduzieren. Auch im privaten Bereich.
Stellen Sie sich vor, Sie sind abends allein zu Hause. Sie hören ein merkwürdiges Geräusch von draußen, können es aber nicht genau zuordnen. Das könnte ein harmloses Tier sein oder ein Einbrecher, der um ihr Haus schleicht. „Ach, wird schon nichts sein“, denken Sie. Dann hören Sie wieder was und werden langsam unruhig. Nach draußen gehen wollen Sie nicht, aber was da vor sich geht, möchten Sie schon wissen. Am besten wäre es, wenn Sie einfach von drinnen nachsehen könnten, was da vor Ihrem Haus passiert. Eine Videoüberwachung böte dazu eine sehr gute Möglichkeit. Gepaart mit einer, für den Menschen unsichtbaren, Infrarot-Beleuchtung können Sie sogar beobachten, ohne selbst gesehen zu werden. So haben Sie sofort Gewissheit, ob es nur eine Katze war oder sich jemand auf Ihrem Grundstück herumtreibt. Wenn man sich entschließt, eine Videoüberwachung zu installieren, muss man bei deren Planung und bei der Auswahl der Komponenten auf einige wichtige Punkte achten. Nur so bekommt man eine Lösung, die einwandfrei funktioniert und den beabsichtigten Zweck erfüllt.

Welche Überwachung wofür?

Als erstes ist zu klären, für welchen Zweck die Videoanlage gedacht ist. Also was damit wie und wo überwacht werden soll. Benötigt man dafür nur eine Kamera oder gleich ein Überwachungssystem mit mehreren? Wollen Sie ihre Hofeinfahrt sichern, den Zugang zum Grundstück überwachen, die Tiefgarage kontrollieren, eine Videogegensprechanlage installieren oder möglichweise auch Ihr Ferienhaus oder Boot fernüberwachen? All das ist heute möglich, denn es gibt eine breite Palette für die verschiedenen Zwecke: von Low-Budget bis High-End. Abhängig vom Zweck spielen auch verschiedene technische Faktoren ein Rolle, die man bei der Planung beachten sollte.

Analog oder Digital

Beide Techniken haben Vor- und Nachteile, die je nach Einsatzgebiet mehr oder weniger ins Gewicht fallen. Bei einer analogen Überwachung stecken Sie beispielsweise einfach das Videokabel an den Monitor und sehen darauf sofort ein Bild. In punkto Installation und Bedienung geht es also fast nicht einfacher. Vorausgesetzt man will die Bilder nur lokal betrachten und auch nicht über einen längeren Zeitraum speichern. So ist zum Beispiel die Aufzeichnung problematisch, vor allem hinsichtlich der Qualität. Die Aufzeichnung auf VHS-Bänder etwa ist meist von schlechter – und mit der Zeit zusätzlich abnehmender – Qualität. Auch eine Fernüberwachung lässt sich nur digital vernünftig realisieren. Ein Nachteil von digitalen Kameras ist dagegen, dass immer ein Computer benötigt wird, um die Videos betrachten oder speichern zu können. Außerdem sind für die Installation sowie das Konfigurieren des Computers einige PC- und Netzwerkkenntnisse erforderlich. Einfach Kabel anstecken und Bilder auf dem Monitor betrachten ist meist nicht möglich. Dafür ist der Funktionsumfang digitaler Kameras insgesamt größer, so dass sie sich im „Hausgebrauch“ vielfältiger einsetzen lassen.

Webcam oder Netzwerkkamera

Im Bereich der digitalen Lösungen gibt es prinzipiell zwei verschiedene Typen von Kameras. Webcams und Netzwerkkameras. Hiervon eigen sich für aber nur Netzwerkkameras für Sicherheitsanwendungen. Webcams wurden für andere Zwecke konzipiert und stellen bestenfalls eine preisgünstige „Behelfslösung“ dar. Aufgrund der schlechteren Quälität und der stark eingeschränkten Funktionen sind sie für eine Überwachung weniger geeignet. Netzwerkkameras dagegen sind Überwachungskameras. Statt eines Videoausgangs (oder eines USB-Stecker bei Webcams) besitzen sie eine Netzwerkbuchse oder einen WLAN-Sender. Die Bilder werden bei diesem Typ über ein herkömmliches IP-Netzwerk übertragen, wie es auch zur Verbindung von Computern eingesetzt wird. Vereinfacht ausgedückt, ist eine solche Netzwerkkamera nichts anderes, als ein kleiner Computer mit Bild-Aufnahmeeinheit. Die Bilder von diesen IP-Kameras werden dann auf einem Computer betrachtet und bei Bedarf auch gespeichert. Da heute der Großteil der Haushalte über einen Internet-Zugang, meist sogar DSL, verfügt, ist es ebenfalls möglich von außerhalb auf die Kamera zuzugreifen und die Bilder auf einem entfernten PC zu betrachten. Dies ermöglicht die bereits erwähnte Fernüberwachung. Dadurch könnten Sie einerseits vom Büro aus nachsehen, ob zu Hause alles in Ordnung ist und andererseits von zu Hause aus überprüfen, ob das Segelboot an der Ostsee fest verankert ist, beziehungsweise ob jemand ums Ferienhaus auf Mallorca schleicht.

Kabel oder Funk

Eine weitere wichtige Frage ist die nach der Art der Bildübertragung. Sowohl bei analogen als auch bei digitalen Kameras gibt es die Möglichkeit, über Kabel oder Funk zu übertragen. Was möglich ist, hängt natürlich vom jeweiligen Modell ab. Hier sollten Sie auch überlegen, wo die Kamera stehen soll, wie weit das vom Standort des Monitor/Computers entfernt ist und welche eventuell schon vorhandenen nutzbaren Komponenten Sie haben. Mit letzterem ist beispielsweise ein DSL-Router, mit oder ohne WLAN, gemeint. Wenn dieser eine freie LAN-Buchse hat, können Sie eine Netzwerkkamera problemlos anschließen, bei WLAN ist das ohnehin kein Problem. Hier ist die Entfernung, beziehungsweise die Leistung des Drahtlosnetzwerks, ausschlaggebend. Funk bietet den Vorteil, dass man sich das Verlegen von Kabeln spart, was unter Umständen recht aufwändig werden kann. Für Kabel sprechen allerdings eine relativ geringe Störanfälligkeit und lange Übertragungswege. Bei analogem Funk sei erwähnt, dass diese Übertragung ungesichert geschieht und leicht „anzuzapfen“ ist. Bei WLAN ist die Übertragung verschlüsselt und dadurch sicherer.

Live-Bild und/oder Aufzeichnung

Das ist eine sehr wichtige Frage, die Sie frühzeitig bedenken sollten, da sich hiernach das gesamte Überwachungskonzept richtet. Sie geht einher mit dem beabsichtigten Überwachungszweck. Wenn lediglich eine Live-Überwachung geschehen soll, stellt sich die Frage: Wer überwacht dann? Sieht wirklich jemand ständig auf den Monitor oder soll nur in bestimmten Situationen mal „reingeschaut“ werden? Zum Schutz der Bewohner eines Hauses während ihrer Anwesenheit und zur Kontrolle, wer kommt, ist eine solche Anlage gut geeignet. Der Vorteil ist hier eindeutig der geringere Aufwand. Die Schwächen zeigen sich, wenn keiner zu Hause ist. Dann würden ein Einbruch oder Vandalismus zwar gefilmt, aber nicht aufgezeichnet.
Für eine Aufzeichnung braucht man zusätzliche Komponenten; entweder einen Rekorder oder einen Computer mit entsprechender Software. Je nach Hersteller werden passende Programme mitgeliefert. Wenn die Videos aufgenommen werden, lässt sich auch später noch nachvollziehen, was sich wann ereignet hat und es werden auch Geschehnisse dokumentieren, die sich während der Abwesenheit ereignen. Bei der Speicherung der Videobilder stellen sich aber auch wieder einige Fragen: Wie lange will man speichern und wann werden die Aufnahmen wieder überspielt? Dies spielt für die Einstellung des Aufnahmeprogramms und die Dimensionierung der Festplatten eine wichtige Rolle. Im Normalfall dürfte es ausreichen, die Videos ein paar Tage aufzuheben. So vermeidet man riesige Datenmengen. Viel wichtiger ist aber, ob auch jemand die aufgenommenen Sequenzen durchsieht. Es nützt ja nichts, tagelang aufzuzeichnen und dann nicht nachzusehen, ob etwas passiert ist. Dies kann allerdings ganz schön mühsam werden. Mit dieser Überlegung sind wir schon beim nächsten Punkt, der Aufzeichnungsart.

Gesteuerte Aufzeichnung oder Daueraufnahme

Bei einer Daueraufnahme entgeht Ihnen prinzipiell nichts, weil ununterbrochen aufgezeichnet wird. Aber es entsteht auch eine recht große Menge an nutzlosen Bildern, die nur Speicherplatz verschwenden. Etwa wenn nichts anderes darauf zu sehen ist, als der Schatten des Kirschbaums, der gemütlich über die Hofeinfahrt wandert. Abhilfe schaffen intelligente Systeme, die relevante Ereignisse erkennen, und die Aufnahme entsprechend steuern. Dies funktioniert in der Regel mittels Bewegungs- und Objekterkennung. Das bedeutet, dass die Aufnahme startet, sobald sich eine Person ins Bild bewegt und stoppt, nachdem diese den überwachten Bereich verlassen hat. So wird die Aufzeichnung auf die wirklich relevanten Szenen begrenzt. Denn: Wenn nichts passiert, wird auch nichts aufgenommen.

Tag und Nacht

Wollen Sie nur bei Tag überwachen, eignen sich grundsätzlich alle Kameras dafür. Wenn Sie aber auch nachts immer alles im Blick haben wollen, müssen Sie bei der Auswahl genauer hinsehen. Zunächst einmal sollte eine Kamera eine hohe Lichtempfindlichkeit besitzen, damit sie auch bei schwachem Licht noch etwas aufnehmen kann. Am besten eignen sich Kameras, die über eine automatische Tag/Nacht-Umschaltung verfügen. Diese schalten eigenständig um, wenn die Lichtstärke einen gewissen Wert unterschreitet. Tagsüber arbeiten sie im normalen Farbmodus und nachts im empfindlicheren Schwarz-Weiß-Betrieb. Für den Nachteinsatz gibt es außerdem spezielle Infrarot-Scheinwerfer. Diese Leuchten geben ein für den Menschen unsichtbares aber für die Kamera wahrnehmbares Licht ab. Der große Vorteil daran ist, dass es für den Menschen stockdunkel ist, während es auf dem Überwachungsmonitor taghell erscheint. Ein potentieller Einbrecher merkt unter Umständen gar nicht, dass er gefilmt wird, während Sie sich sein Gesicht einprägen können. Achten Sie bei der Auswahl der Geräte darauf, dass Kamera und Objektiv IR-kompatibel sind. Es gibt im Handel auch Kameras, die eine integrierte Infrarot-Beleuchtung besitzen. Diese sind zwar weniger leistungsfähig, als separate IR-Scheinwerfer, zeichnen sich aber durch den geringeren Installationsaufwand aus.

Stichpunkt Qualität

Die Qualität der Überwachungsvideos entscheidet darüber, ob Personen lediglich gesehen oder auch identifiziert werden können. Wenn es Ihnen reicht, zu erfahren, dass da jemand ist, der da nicht hin gehört, müssen Sie sich nicht all zu lange den Kopf zerbrechen über Auflösung, Rauschverhalten, Kompimierung und weitere Kenndaten. Wenn es aber darum geht, heraus zu finden, wer sich unbefugt im überwachten Bereich aufgehalten hat, vielleicht um demjenigen einen Einbruchsversuch nachzuweisen, muss diesen Merkmalen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Bildauflösung muss ausreichend sein, um bei Bedarf auch einen Ausschnitt, etwa das Gesicht, vergrößern zu können. Das Bild darf kein übermäßiges Rauschen und nicht zu viele Kompressionsartefakte zeigen, damit wichtige Details nicht untergehen. Außerdem sollte die Kamera einen möglichst hohen Dynamikumfang besitzen. Nur so kann sie ein großes Helligkeitsspektrum darstellen, ohne dass einzelne Bildbereiche zu dunkel oder zu hell sind.

Datenschutz

Videoüberwachung ist ein heikles Thema, was den Datenschutz angeht. Es wird immer wieder kontrovers diskutiert, weil sich hier Sicherheit und persönliche Freiheit gegenüber stehen. Das momentan geltende Recht schreibt hier unter anderem eine Kenntlichmachung der Überwachung vor und reglementiert die Aufzeichnung. Die Einschränkungen, die der Datenschutz mit sich bringt, gelten aber nur, wenn öffentliche oder halböffentliche Bereiche überwacht werden sollen. Das bedeutet im Klartext, wenn Sie lediglich Ihr Grundstück überwachen, greift das Datenschutzgesetz nicht, da Ihr Grundstück nicht öffentlich ist und sich dort im Normalfall nur Bewohner oder Besucher aufhalten. Dennoch müssen Sie Acht geben, dass Sie nicht auch den Bürgersteig oder die Straße mit im Bild haben, denn das sind sehr wohl öffentliche Bereiche. Auch der Hauseingang oder das Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses (oder eines Mietshauses) dürfen nicht überwacht werden, da dies ein Eingriff in die Privatsphäre der Bewohner/Mieter ist und diese zu stark kontrolliert würden. Das Filmen einer Tiefgarageneinfahrt ist hingegen erlaubt, genauso wie Videotechnik als Ersatz für einen Türspion. Die Bedingung ist aber, dass das Video nicht aufgezeichnet wird. Das auffällige Anbringen der Kameras und ihre Kenntlichmachung mittels Schildern hat aber auch einen Vorteil: den Abschreckungseffekt. Ein potenzieller Einbrecher wird möglicherweise das Risiko scheuen, erkannt oder ertappt zu werden und deshalb von einem Einbruch absehen. Weitere ausführliche Informationen zum Thema Datenschutz erhalten Sie hier: Datenschutzzentrum.

Kurz zusammengefasst

* Was soll überwacht werden? Welcher Bereich? Wie viele Kameras?
* Analog oder Digital? Und wenn Digital: IP-Netzwerk-Kamera oder Webcam?
* Wollen Sie die Bilder nur live betrachten oder auch aufzeichnen?
* Wie sollen die Kamerabilder übertragen werden? Über Kabel oder Funk/WLAN?
* Soll es eine gesteuerte Aufzeichnung geben oder eine Daueraufnahme?
* Soll nur tagsüber oder auch Nachts überwacht werden? Mit oder ohne Infrarot?
* Sollen die Bilder in Schwarz/Weiß oder in Farbe sein?
* Sind öffentliche Bereiche im Bild?

Netzwerkkameras einrichten

World Wide Video

Eine einfache und leistungsfähige Möglichkeit, eine Videoüberwachung für ein Eigenheim zu realisieren, bieten Netzwerkkameras. Sie vereinen die Sicherheit von Überwachungskameras mit der Flexibilität von Netzwerktechnik. Vorhandene Geräte, wie Router oder DSL-Modem, lassen sich meist problemlos nutzen.

Foto: 3darcastudio/Fotoli

Integrierte Webcams

Für ein sicheres Zuhause

Experten des Bitkom prognostizieren, dass bis zum Jahr 2020 weltweit 50 Milliarden Geräte miteinander vernetzt sein werden – auch in unseren Wohnungen und Häusern. Kühlschränke, Jalousien, Türschlösser und Heizungen über das Internet zu steuern ist damit längst keine Zukunftsversion mehr, sondern Realität. Auch ein modernes Videosicherheitssystem lässt sich in solche Smart-Home-Lösungen integrieren.

Foto: Videor/Eneo

Schule setzt auf Eneo-Videotechnik

Keine Chance für Fahrraddiebstahl und Vandalismus

Mit Unterstützung der Videor E. Hartig GmbH hat die Oswald-von-Nell-Breuning-Schule im hessischen Oberroden die Videoüberwachung ihrer Fahrradständer auf den neuesten Stand der Videosicherheitstechnik gebracht: Die analoge Anlage wurde durch ein moderndes IP-System der Marke Eneo ersetzt.

Foto: Axis

Trends in der IP-Videoüberwachung

Immer smarter

Es ist ein Grundbedürfnis der Menschheit, ihre Umwelt und ihren Besitz ausreichend zu schützen. Neue Technologien für Videoüber-wachung bieten hier eine ganze Reihe von Möglichkeiten: Intelligente Alarmeinstellungen, die den Wachdienst automatisch per Smartphone über einen Alarm informieren und gleichzeitig die passenden Bilder liefern, sind dafür vielleicht das naheliegendste Beispiel.