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PSIM-Trends

Informationsflut kanalisieren

Die Vernetzung und Digitalisierung unserer Welt schreitet immer weiter voran. Mehr als in anderen Bereichen ist insbesondere in der Sicherheitstechnik eine übersichtliche und intuitive Bedienung von größter Bedeutung, da hier Menschenleben und erhebliche Sachwerte geschützt werden. Umso bedrohlicher ist es, dass gerade in diesem Bereich eine Vielzahl von Technologien und Systemen eine nicht mehr überblickbare Masse an Informationen liefert.

Ein Gefahren-managementsystem, auch PSIM (Physical Security Information Management)-Plattform genannt, führt Informationen aus unterschiedlichen Systemen der Gebäude-, Sicherheits- und Kommunikations-technik zusammen und bereitet sie zur einfachen Bearbeitung weiter auf. Das heißt, dass die Zustandsanzeige sowie die vollständige Steuerung aller angeschlossenen Subsysteme – dies können zum Beispiel Videoüberwachungs-, Zutrittskontroll- oder Brandmeldesysteme, aber auch Klima- oder Lichtsteuerungsanlagen sein – in der Leitstelle zentral über eine einzige Software-Benutzeroberfläche erfolgen. Für den Anwender bedeutet dies eine einheitliche Anzeige des jeweiligen Systemstatus, aber auch die einfache und intuitive Bedienung einer Vielzahl verschiedener Anlagen.

Integrationsplattform

Idealerweise ist eine solche PSIM-Plattform unabhängig von den installierten technischen Anlagen. Die Integration der angeschlossenen Subsysteme erfolgt über herstellerspezifische Schnittstellen und standardisierte Protokolle. Dies bietet dem Nutzer den Vorteil, dass weitere Subsysteme eines jeden Herstellers ganz selbstverständlich hinzugefügt und integriert werden können.

Die an die zentrale PSIM-Plattform angebundenen Subsysteme interagieren im Ereignisfall: Zum Beispiel werden im Fall einer unberechtigten Zutrittsbuchung automatisch die Personendaten des Karteninhabers mit der Meldung übertragen, die im Bereich befindliche Videokamera schaltet sich auf, eine Sprechverbindung wird hergestellt. Dem Anwender werden dabei über die Software-Plattform weitere Hilfsmittel wie Workflows, Gebäudegrundrisse, Kartenmaterial und Videobilder (ereignisbezogen) zur Verfügung gestellt. Eine solche Ereignismeldung kann außerdem sofort automatisch zum Beispiel per Telefon, E-Mail oder SMS von der Leitstelle aus an andere Bediener oder lokales Personal, das sich gerade vor Ort befindet, weitergeleitet werden.

Der mobile Zugriff auf die PSIM-Plattform und damit auf alle angeschlossenen Subsysteme ist über Smartphone-Apps möglich. Es können darüber nicht nur Ereignisse angezeigt und die angeschlossenen Systeme fernbedient werden, sondern aktuelle Plattformen bieten auch die Möglichkeit, Meldungen, die nicht automatisch über die angeschlossenen Subsysteme an die Leitstelle übermittelt werden, selbst auszulösen.

Ausführliche Protokollierung

Natürlich werden alle Handlungsschritte, die im Ereignisfall ablaufen, in einem Archiv gespeichert, um genau nachvollziehen zu können, ob der vorgegebene Prozess reibungslos zur Lösung der Situation geführt hat oder eventuell weiter angepasst werden muss. Die PSIM-Plattform protokolliert alle Maßnahmen, die von der Software selbst (automatisch) sowie auch individuell durch den Bediener im Ereignisfall ergriffen werden, einschließlich Meldungsanhänge wie beigefügter Fotos oder Grundrisspläne. Darüber hinaus bietet die Plattform eine zentrale Datenhaltung, das heißt alle Daten der Sicherheits-, Gebäude- und Kommunikationstechnik, aber auch Benutzerdaten sowie Zugriffsrechte werden zentral verwaltet.

Zentrale Plattform

Für Unternehmen mit mehreren Standorten ist eine zentrale PSIM-Plattform die optimale Lösung. Mit Lokationsservern in den verteilten Standorten erfolgt die übergreifende Steuerung der gesamten Sicherheits-, Gebäude- und Kommunikationstechnik über das zentrale Managementsystem. Bei einem Ereignis werden sowohl die standortübergreifende Leitstelle als auch das zuständige Personal vor Ort informiert. Im Fall nicht besetzter Standorte, zum Beispiel nachts, kann die zentrale Leitstelle die Steuerung komplett übernehmen. Dies führt zu einer Effizienzsteigerung sowie Kostenreduzierung durch die Vernetzung von Standorten, insbesondere aber zu erhöhter Sicherheit durch die parallele oder vollständig zentrale Überwachung aller Standorte. Außerdem ist die Anbindung weiterer prozessunterstützender Software, zum Beispiel von Ticketsystemen oder Einsatzleitsystemen, möglich.

Die Ausfallsicherheit der PSIM-Plattform wird durch umfassende Redundanzkonzepte sichergestellt. Sollte also eine wichtige Komponente ausfallen, stellt die zentrale Plattform die Systemverfügbarkeit auch in diesem Fall sicher.

Leistungskennzahlen

Zusätzlich zu den bereits genannten Vorteilen bieten „PSIM+“-Systeme, wie die Plattform „WinGuard“ von Advancis, zahlreiche weitere Funktionen, zum Beispiel die Überwachung der Systemumgebung, so dass Ausfälle frühzeitig erkannt werden können. Darüber hinaus helfen Leistungskennzahlen dabei, die Zielvorgaben hinsichtlich eines sicheren und effizienten Betriebs des Gebäudes zu erfüllen.

Durch den Einsatz einer zentralen PSIM-Plattform werden Anschaffungs- und Wartungskosten für andere Bedieneinrichtungen reduziert und eine effiziente Steuerung ermöglicht. Die geführten Verfahrensanweisungen entlasten den Bediener und erhöhen die Sicherheit. Investitionsschutz ist durch die modulare Erweiterbarkeit einer solchen Plattform gegeben.

Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung im Bereich der sicherheitstechnischen Anlagen ist klar, dass deren Umfang und Funktionalität stetig weiter zunehmen werden, was dazu führen wird, dass auch die zu verarbeitende Informations- und Datenmenge noch weiter steigt. Hinzu kommt die zunehmend gefragte Interaktion der Leitstelle mit mobilen Geräten. Alle Informationen der Systeme der Sicherheits-, Gebäude- und Kommunikationstechnik entsprechend aufzubereiten, einfach bedienbar in sichere und effiziente Arbeitsabläufe zu bringen sowie mobilen Zugriff zu ermöglichen, ist nur durch den Einsatz einer PSIM-Plattform optimal zu realisieren.

Lars Waldow
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Siemens

Neues Gefahrenleitsystem vorgestellt

Die Siemens-Division Building Technologies erweitert ihr Security-Portfolio um das Gefahrenleitsystem Siveillance Viewpoint für Physical Security Information Management (PSIM). Dieses vereint Gefahren-Management und ausgewählte Einsatzleitfunktionen erstmals in einer integrierten Plattform.

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Intelligentes Sicherheitsmanagement

Filter in der Datenflut

In komplexen Sicherheitsstrukturen gewinnt ein Teilaspekt immer mehr an Bedeutung: Die Datenflut, mit der wir in allen Bereichen konfrontiert werden, ist ohne Filterung nicht mehr zu bewältigen; so auch im Bereich der Sicherheitstechnik.

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Lückenloses Sicherheitsnetz

Moderne Sicherheitslösungen gewährleisten den Schutz von Unternehmenswerten und Personen. Die optimale Kombination aus Zutritts-Management und Videoüberwachung spielt hier eine tragende Rolle. Nur das sinnvolle Zusammenspiel aller vorhandenen Komponenten und notwendigen Gewerke garantiert ein lückenloses Sicherheitsnetz.

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Mobiler Zugriff

Immer neue Möglichkeiten

Der Einsatz mobiler Endgeräte ist im privaten Alltag längst Standard: Sie bieten Ortsunabhängigkeit, sind anwenderfreundlich und flexibel einsetzbar. Der Informationsaustausch erfolgt einfach und zeitnah. Dieser Trend hat sich selbstverständlich auch im Bereich Sicherheits- und Gebäudemanagement manifestiert.