Kamerasysteme mit intelligenter Gesichtserkennung können Großveranstaltungen wie etwa Konzerte oder Fußballspiele deutlich sicherer machen.
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Videoüberwachung

Intelligente Gesichtserkennung für Großveranstaltungen

Kamerasysteme mit intelligenter Gesichtserkennung können Großveranstaltungen wie etwa Konzerte oder Fußballspiele deutlich sicherer machen.

Um gefährliche Situationen bei Großveranstaltungen zu verhindern, kann sich intelligente Gesichtserkennung in den Kamerasystemen anbieten. Dabei geht es zunächst auch um die Steuerung der Besuchermassen. Informationen aus verschiedenen Kameras geben einen Gesamtüberblick und machen es so möglich, stets angepasst an die aktuellen Bedingungen vor Ort zu handeln, beispielsweise um Zufahrtswege oder den VIP-Zugang freizuhalten sowie Parkmöglichkeiten optimal auszunutzen. Unerlässlich für sichere Events ist das Herausfiltern und Ergreifen von Störern und Kriminellen. Intelligente Videosysteme unterstützen das Sicherheitspersonal dabei wesentlich. Als eine Art zusätzliches Auge identifizieren sie verdächtige Fahrzeuge und Personen. Diese Information werden an Sicherheitsleute vor Ort übergeben, die so gezielt und frühzeitig handeln können.

Sichere Koordination der An- und Abreise zu Großveranstaltungen

Ähnliches gilt für die Verkehrsüberwachung: Statt an allen kritischen Stellen Personen einzusetzen, helfen Kameras, den Verkehr zu beobachten. Sie melden, wo ein Fahrzeug verbotenerweise abgebogen ist oder gegen die Fahrtrichtung fährt. Die Kameras erfassen auch, wo dieses Fahrzeug geparkt wurde, und alarmieren bei Bedarf, also wenn beispielsweise Sperrflächen oder Rettungsgassen zugestellt wurden. Ebenso kann wildes Parken auf Zufahrtswegen zum Anwohnerschutz gezielt verhindert werden.

Videosysteme helfen auch bei der Steuerung von Besucherströmen durch Fußgänger. Informationen über das momentane Besucheraufkommen an Eingängen lassen sich beispielsweise mit Anzeigetafeln koppeln, die die Gäste an Orte mit geringen Wartezeiten leiten. Mit Videoüberwachungssystemen lassen sich auch Personen zählen, um beispielsweise durch Blockabfertigung an Bahnsteigen die Abreise der Besucher schneller und sicherer zu bewerkstelligen.

Gefährder durch intelligente Gesichtserekennung frühzeitig identifizieren

Je früher gewaltbereite Besucher und Randalierer aufgespürt und von der Veranstaltung ausgeschlossen werden, desto sicherer für alle. Bei neuartigen Gesichtserkennungslösungen können Veranstalter dazu Bilder bereits bekannter Störer auf einem internen Server hinterlegen. Kamerasysteme mit intelligenter Gesichtserkennung gleichen Kamerabilder mit diesen Personen ab. Um eine rasche Einlasskontrolle zu garantieren, muss das System die Ergebnisse dieses Abgleichs nahezu in Echtzeit liefern. Dies lässt sich realisieren, indem nur der Bildausschnitt mit dem tatsächlichen Gesicht und nicht der gesamte Videostream an den Server übertragen und dort ausgewertet wird. Damit werden die Größe der Datenpakete und die damit verbundenen Netzwerkauslastung minimiert und eine Echtzeitanalyse ermöglicht. So kann beispielsweise die „Face-Pro“-Lösung von Panasonic etwa fünf Millionen Gesichter in drei Sekunden auswerten. In der Realität handelt es sich aber meist um wenige Hundert Personen, die in einer Blacklist hinterlegt sind. Ist eine Person mit den Serverdaten identisch, werden Bilder dieser Person sofort an die nächststehenden Sicherheitsleute gesendet, damit diese umgehend handeln können. Wichtig für diesen Prozess: Die eigentliche Entscheidung, wer nicht eingelassen wird, fällt immer das Sicherheitspersonal, niemals das Kamerasystem alleine.

Unerlässlich beim Einsatz einer Lösung zur Gesichtserkennung ist es, dass die Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. So dürfen Kamerabilder nicht in der Kamera gespeichert und Daten müssen auf dem internen Server vor externen Zugriffen geschützt werden. Die DSVGO erlaubt dabei eine Überwachung aus gewichtigen Gründen. Diese sind oftmals bei Großveranstaltungen gegeben und können im Hausrecht der jeweiligen Ausrichter rechtlich sauber festgelegt werden.

Mehr Sicherheit durch die Verbindung der Videoüberwachung mit Künstlicher Intelligenz

Zukünftig werden Videoüberwachungssysteme mit integrierter Künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet, was ein Plus an Sicherheit mit sich bringt sowie ein schnelleres und gezielteres Eingreifen des Sicherheitspersonals ermöglicht. So wird es dann auch möglich sein, verdächtig erscheinende Personen zu taggen und so über einen längeren Zeitraum – bis sich ein Verdacht bestätigt – im Blick zu behalten. Schon heute können Videokamerasysteme während der Veranstaltung Farben, Gesichtsausdrücke und auch teilweise verdeckte Gesichter, beispielsweise gewaltbereite Fans, die sich vermummen, zwischen den feiernden Menschen ausmachen. In Zukunft werden durch KI die Verhaltensweisen von Kriminellen aber noch besser und schneller sichtbar. Auch wird es über KI-gestützte Verhaltensanalysen beispielsweise möglich sein, stark alkoholisierte Personen zu erkennen. Hersteller haben die Vorteile von KI bei der Videoüberwachung erkannt und entwickeln entsprechende Lösungen.

Technik und Koordination sind bei der Sicherung von Großveranstaltungen gemeinsam gefragt

Videoüberwachung führt insgesamt zu einer deutlich besseren Gesamtübersicht bei Großevents und zu höherer Sicherheit. Schon heute kann eine Massenpanik mit Videosystemen frühzeitig erkannt und verhindert werden. Ohne höheren Personalaufwand lassen sich Sicherheitsleute optimal steuern und rechtzeitig an Brennpunkten einsetzen. Die Kameras tragen auch dazu bei, das Sicherheitsempfinden der Besucher, beispielsweise von Familien, zu erhöhen. Zukünftig wird es auch darum gehen, die durch Videolösungen gewonnenen und durch KI immer aussagekräftigeren Informationen durch mehr Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Verantwortlichen wie Polizei, Feuerwehr, Nahverkehrs- und Sicherheitspersonal besser zu vernetzen, um eine maximale Sicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten.

Mathias Glock

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