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Foto: RMA
Der 13. Risk Management Congress konnte 2019 noch als Präsenzveranstaltung stattfinden. Auch damals standen die internationalen Lieferketten auf der Agenda.

Veranstaltungen

Internationale Lieferketten: Risk Management im Fokus

Die Verwundbarkeit internationaler Lieferketten mit immensen Folgen für den Welthandel aufgrund von Lieferausfällen und Produktionsengpässen ist hoch.

Wie verwundbar die internationalen Lieferketten sind und dass ein entsprechendes Risk Management unabdingbar ist, konnte die Welt vor Kurzem erfahren: Er ist über 193 Kilometer lang, 24 Meter tief und an der breitesten Stelle misst er 345 Meter. Die Rede ist vom Suezkanal, dem Nadelöhr zwischen den Hafenstädten Port Said und Port Taufiq bei Sues. Wie wichtig der 1869 eröffnete Kanal für die internationale Schifffahrt ist, zeigt sich an den über 18.800 Passagen im Jahr 2020 mit 1.170 Millionen Tonnen Fracht im gleichen Zeitraum. Gerade diese „Pulsader des Welthandels“ (wie Tagesschau.de den Suezkanal umschreibt) war im März für mehrere Tage durch ein havariertes Containerschiff blockiert. Infolgedessen stauten sich hunderte Schiffe, die auf die Fahrt durch den Suezkanal warten mussten. Nun ist das Frachtschiff namens „Ever Given“ längst wieder auf Kurs, und der Stau hat sich aufgelöst. Was indes bleibt sind die Nachwirkungen mit immensen Kosten für die Kanalgesellschaft und Unternehmen sowie letztendlich die Versicherungen. Allein der Kanalbetreiber spricht von 15 Millionen US-Dollar, die während der Blockade täglich an Gebühren verloren gingen. Und die Allianz schätzt, dass sich die wöchentlichen Einbußen für den Welthandel auf sechs bis zehn Milliarden US-Dollar summierten.

Just-in-Time-Produktion als konkretes Risiko für globale Lieferketten

Was der Fall abseits nackter Zahlen zeigt, ist die Verwundbarkeit internationaler Lieferketten mit immensen Folgen für den Welthandel aufgrund von Lieferausfällen und Produktionsengpässen. Ralf Kimpel, Vorstandsvorsitzender der RMA Risk Management & Rating Association e.V., spricht in diesem Fall zwar von einem temporären Vorfall, aber einem konkreten und damit bekannten Risiko. „Lieferketten sind sensible Bereiche der Wirtschaft, gerade vor dem Hintergrund einer verstärkten Just-in-time-Produktion mit engmaschigen Logistikherausforderungen quer über den Globus verteilt“, so Kimpel. Und er ergänzt: „Gerade die enge Verzahnung der Produktion mit der Logistik birgt immense Gefahren für die Industrie, sobald nur ein Bereich ausfällt und damit wichtige Teile nicht mehr geliefert werden können.“ Dass dies nicht nur eine mögliche Havarie von Containerschiffen betrifft, darauf verweist Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie. In einem Vorwort zur „Maritimen Agenda 2025“ formulierte er es wie folgt: „Die maritime Wirtschaft befindet sich in stürmischer See. Als international aufgestellte Branche ist sie in besonderer Weise den Veränderungen ausgesetzt, die Megatrends wie die Globalisierung und die Digitalisierung mit sich bringen. Darauf gilt es zu reagieren.“

Risk Management ganzheitlich betrachten

Nur Reagieren sei nach Ansicht von Ralf A. Huber, RMA-Vorstandskollege und verantwortlich für den Arbeitskreis Supply Chain Risk Management des Verbands, zu wenig. „Es muss vielmehr darum gehen, mögliche Risiken im Logistik- und Lieferkettenumfeld vorausschauend und vor allem frühzeitig zu identifizieren und Gegenmaßnahmen vorzuhalten“, so das RMA-Vorstandsmitglied. Huber: „Agieren heißt die Devise.“ Konkret bedeutet das, die Supply Chain vor negativen Einflüssen, soweit es geht, zu schützen. Einem Bereich, der jede Menge Angriffsflächen bietet – sei es die Digitalisierung und mögliche Hackerangriffe, Kriege und Handelsembargos, Umweltkatastrophen oder eine Pandemie, wie die aktuelle Coronakrise verdeutlicht. Nicht umsonst setzt die RMA im Rahmen ihrer Verbandsarbeit auf einen eigenen Arbeitskreis zum Supply Chain Risk Management. Das Ziel ist eine ganzheitliche Betrachtung strategischer, operativer und finanzieller Risiken in Lieferketten. Dazu gehören auch geeignete Methoden zur Risikoidentifizierung und -bewertung, die Definition von Messinstrumenten zur Risikoüberwachung und Analyse von Maßnahmen zur Risikosteuerung. Das alles wurde bereits 2015 in einem Leitfaden für das Supply Chain Risk Management erarbeitet. Und auch im Rahmen des kommenden Risk Management Congress am 17. und 18. Mai 2021 ist das Thema Supply Chain ein wichtiger inhaltlicher Baustein der Veranstaltung. Nicht nur unter dem Aspekt der aktuellen Coronapandemie. „Es geht um die Verzahnung des Bereichs mit weiteren Disziplinen aus dem Risikomanagement, um von der Risiko- zur Chancensicht zu gelangen“, resümiert Huber. Gut so, denn der Blick nach vorne ist wichtig, damit die Lieferkette nicht reißt, ob auf einer der sieben Weltmeere, im Suezkanal, zu Land oder in der Luft.

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