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Foto: Samsung
Ein IP-basiertes Überwachungssystem kann bestehende Netzwerke nutzen.

Video-über-IP-Netzwerk und analoge Technologie

Ist die Zeit reif für IP?

Sollte eine Systemarchitektur auf einem reinen Video-über-IP-Netzwerk basieren? Oder ist eine konventionelle analoge Technologie immer noch in der Lage, all das zu liefen, was ein Unternehmen von einem Überwachungssystem erwartet?

Und die häufigste Frage, die sich stellt: Wann ist der Break-even-Punkt erreicht, an dem die Anzahl der zu installierenden Kameras es kosteneffektiver macht, eine IP-Netzwerklösung anstatt eines Systems mit analoger Infrastruktur in Betracht zu ziehen. Einige Experten beantworten dies mit 20, andere mit 30. Aber eigentlich gibt es keine einfache Antwort auf diese Frage, da es viele Faktoren gibt, die beachtet werden müssen. Und viele davon werden von den individuellen Betriebsanforderungen beeinflusst.

Fragen führen zu Antworten

Deshalb muss ein Systemplaner vorab einige Fragen bedenken: Sollen ein oder mehrere Bediener die Live-Videos rund um die Uhr im gleichen Kontrollraum überwachen? Möchten außer dem Sicherheitspersonal andere autorisierte Kollegen Fernzugriff auf die Live-Videos und Aufzeichnungen haben? Wird das Überwachungssystem auch eingesetzt, um Sicherheitsvorschriften oder Parkplätze zu überwachen; sind Aufnahmen mit hoher Auflösungserkennung notwendig und soll jede Videosekunde aller Kameras 24 Stunden, sieben Tage die Woche aufgenommen werden? Auch die Bandbreite des vorhandenen Netzwerkes und die Vereinbarkeit mit anderen Sicherheitssysteme (wie Zutrittskontrolle und Einbruchalarm) muss beachtet werden. Nur mit Antworten auf diese Fragen ist der Systemplaner in der Lage, einen Systemaufbau zu empfehlen, der genau die gestellten Anforderungen erfüllt.

Die Hauptvorteile eines IP-basierendes Überwachungssystem sind die Einsparungen bei der Installation, da ein bereits bestehendes Netzwerk genutzt werden kann und auf eine komplette Neuverlegung der Kabel verzichtet werden kann. Auch ist ein einzelnes Netzwerkkabel in der Lage, Video, Audio und Daten zu übertragen und Telemetrie sowie PoE-Versorgung (Power over Ethernet) bereitzustellen. Die Möglichkeit, von überall im Netzwerk aus zu kontrollieren und zu überwachen ist ein weiterer Vorteil, neben der Belastbarkeit: betriebsnotwendige Videoaufnahmen können überall im Netzwerk gespeichert und durch einen autorisierten Nutzer an jedem PC wieder aufgerufen werden. Ein hoher Grad an Redundanz kann durch das gleichzeitige Aufnehmen und Speichern von Videos an mehreren Orten erzielt werden.

Vorteile eines hybriden Systems

Häufig ist ein hybrides System, in dem beide Technologien angewandt werden, die kostengünstigste und zweckdienlichste Lösung. In einem hybriden System können analoge und IP-Kameras durch ein Gerät gesteuert werden. Auch können jederzeit zusätzliche Kameras ohne neue lange Kabelführungen installiert werden.

Die neuesten Entwicklungen in Kameras und digitaler Videoaufnahmetechnologie befürworten einen hybriden Ansatz. Wie der Wisenet1-DSP-Chipsatz, der in viele analogen sowie Dome-Kameras integriert ist. Dies umfasst auch BNC- und Ethernet-Ausgänge, die gewährleisten, dass Videos über Koaxialverkabelung und über ein Netzwerk übertragen werden können und somit praktisch als auch kostengünstig sind.

Die im Wisenet1 DSP integrierten H.264-, MPEG-4-, M-JPEG- und JPEG-Komprimierungsmethoden ermöglichen es den Anwendern, Aufnahmen an mehreren Orten mit unterschiedlichen Bildfrequenzen und Auflösungen, einschließlich 1.3 Megapixel (1280 mal 1024 Pixel), 16.9 HD (1280 mal 720), QVGA (320 mal 240), SVGA (800 mal 600) und VGA (640 mal 480) gleichzeitig zu übertragen.

Durch diese große Auswahl an Komprimierungsmethoden und Auflösungen können mehrere autorisierte Anwender gleichzeitig Live-Aufnahmen an einen Standort überwachen, Videoaufnahmen zur Beweissicherung an einem anderen Standort aufzeichnen oder sich die Live-Videos und Aufzeichnungen mithilfe eines Smartphones ansehen. Eine weitere Funktion ermöglicht das Speichern von Vor-/Nachalarm-Aufnahmen auf der internen SD-Speicherkarte der Kamera. Diese Aufnahmen können dann im Falle eines Ereignisses einer E-Mail zur Alarmbenachrichtigung im JPEG-Format beigefügt werden.

Eine der beeindruckendsten Funktionen des Wisenet1-DSPs ist die intelligente Videoanalyse, welche Ereignisse wie Verschwinden, Erscheinen, Linien überstreiten, Betreten und Verlassen im Bild erkennt. Auch ein nicht autorisierter Szenenwechsels wird detektiert: Wenn zum Beispiel Farbe auf die Linse der Kamera gesprüht wurde oder eine nicht autorisierte manuelle Änderung des Kamerawinkels aufgetreten ist, wird eine Benachrichtung veranlasst.

Die Kameras und Dome-Kameras mit Wisenet1-DSP-Chipsatz verwenden meist auch die 1/3-Zoll Progressive-Scan-Bilderfassung-Mega-CMOS-Technologie. Die Progressive-Scan-Bilderfassung verhindert, dass Bewegungsartefakte die Qualität der Videoaufnahmen von sich schnell bewegenden Objekten trüben. Das bidirektionale Vollduplex-Audio stellt die Möglichkeit der interaktiven Kommunikation zwischen einem Kamerastandort und einem Kontrollraum bereit.

Digitalaufzeichnungen für hybride Netzwerke

Die aktuellste Generation der DVRs und NVRs, welche beide sehr effektiv in einer hybriden Überwachungslösung verwendet werden können, nutzen die hochqualitative H.264 Kompression, um eine hervorragende Bildqualität zu erzielen, und minimieren gleichzeitig die benötigte Speicherkapazität und Bandbreite.

Eine große Auswahl an vier-, acht- und 16-Kanal-Modellen ist erhältlich. Jedes dieser Modelle bietet eine Reihe an installations- und bedienerfreundlichen Funktionen. Somit können Sie das für Ihre Anwendung perfekt geeignete Gerät auswählen. Zum Beispiel können die Daten von ATM- und POS-Geräten bzw. Geräten zur Zutrittskontrolle zusammen mit Textdaten erfasst und mit assoziierten Aufnahmen gespeichert werden und falls erforderlich später wieder abgespielt werden.

Der Dual-Codec-Modus liefert unterschiedliche Übertragungsströme für beides, leistungsstarke Aufnahmen und optimierte Übertragungen. Gleichzeitig ermöglicht der integrierte Webserver das Betrachten von Livebildern und Aufzeichnungen. Auch können Sicherheitskopien von Ereignissen mithilfe eines Webbrowsers erstellt.

Ralf Country Manager Deutschland, Österreich und Schweiz