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Schwirzheims Randbemerkungen

Kein Mensch braucht mehr Suchmaschinen-Optimierung

Ganze Heere von Marketing-Weisen beschwören sie, die Webseiten-Optimierung für Suchmaschinen, damit Unternehmen und Produkte besser gefunden werden. Aber so wie es ausschaut, ist das Unfug.

Denn Google sucht nach ganz anderen Kriterien: nach den individuellen Vorlieben des Suchenden. Wer heute noch glaubt, eine Websuche mit Google liefert neutrale Ergebnisse, der irrt. Und wer das nicht glaubt, kann sich selber beweisen, dass er irrt. Nötig sind dazu nur drei kleine Eingriffe:

  • den Browser-Cache löschen
  • die Browser-Cookies löschen
  • sich neu beim Intenet-Anbieter anmelden.

Damit der Vorher-Nachher-Effekt auch richtig wirkt, ist ein Screenshot des Google-Ergebnisses der ersten und der zweiten Suche sinnvoll. Wenn die Ergebnisse noch nicht ausreichend weit auseinanderliegen, machen Sie einen Feldtest: dieselbe Suche bei Ihnen, Ihrem Kollegen, der netten Dame vom Empfang und beim Chef. Sind sie selbst der Chef, betrachten Sie Position vier als Joker.

Na, was sehen Sie jetzt? Alles verschieden! Und das nur, weil Google auf Suchmaschinen-Optimierung pfeift und lieber – gute alte Datenkrake – den Nutzer individualisiert. Unter dem Deckmäntelchen des Services wird munter akkumuliert, differenziert und profiliert. Datenschutz? Nebensache, es wird ja keinem gesagt, was man über wen genau weiß. Aber die Werbung, die wird passend geliefert. Wie die Shopping-Ergebnisse in den Google-Hits. Und die Auswahl an globaler Wirklichkeit – alles passend zum Leben des Webnomaden.

Der sitzt derweil an seinem Rechner und freut sich dank Einfalt über die Vielfalt, von der er glaubt, sie sei eine solche. Dabei ist es nur das auf ihn zugeschnittene Angebot, quasi eine aus seinen vielfachen Suchern heraus destillierte Selbstzensur.

Freiheit – auch die von Informationen – stelle ich mir anders vor. Da ist mir eine Redaktion, die Inhalte nach handwerklichen und fachkundigen Kriterien filtert, allemal lieber als ein Datenmoloch, der gezielt meine Vorlieben sammelt und mich cookiegestützt langfristig gesehen für dumm verkauft.

Ihr Ralf Schwirzheim

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Schwirzheims Randbemerkungen

Handwerk hat goldenen Boden

Ich habe ein neues Bildungsmedium entdeckt: Web 2.0, neudeutsch Social Media, denn hier komme ich immer wieder zu tollen Erkenntnissen. Die überraschendste: beim Blick auf ihren Computer schweben Menschen offenbar in einem so trügerischen Sicherheitsgefühl, dass sie alle Selbstschutz-Automatismen vergessen und ungebremst der Welt ihre Geheimnisse offenbaren.

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Schwirzheims Randbemerkungen

Fünf Vermisste pro Woche

Es sind bloß die Zahlen für Nordrhein-Westfalen, aber schon die sind erschütternd: Pro Woche wird in dem Bundesland ein dementer Patient vermisst, insgesamt 57 im vergangenen Jahr. Auf Deutschland hochgerechnet sind das 261 verwirrte Personen, die potentiell zu Schaden kommen - oder fünf Personen pro Woche.

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Schwirzheims Randbemerkungen

Flächendeckend Wellensalat

Da haben wir den Salat. Den Wellensalat, um genau zu sein. Wo genau? Praktisch überall, wo jemand anderen dazwischenfunkt. Und das im wahrsten Sinn des Wortes.

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Schwirzheims Randbemerkungen

Wolkige Clouds sind Profis zu riskant

Haben Sie es auch gelesen? Die jüngste Umfrage von Netzbetreiber Colt unter leitenden IT-Verantwortlichen – den Chief Information Officers oder CIOs – hat Erstaunliches zu Tage gefördert: Menschen behalten das, was ihnen wichtig ist, lieber bei sich, statt es mehr oder weniger bekannten Dritten auszuhändigen.