Den Messeverantwortlichen fiel die Absage schwer; jetzt bereiten sie hochmotiviert die Security Essen 2022 vor.
Foto: Messe Essen/Rainer Schimm

Interviews

Keine leichte Entscheidung: Absage der Security 2020

Nachdem die Security Essen 2020 wegen der Coronakrise abgesagt werden musste, erläutert der Geschäftsführer der Messe Essen GmbH die Hintergründe.

Die Security Essen 2020 wurde aufgrund der nicht absehbaren Entwicklungen der Coronakrise abgesagt. Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen GmbH, erläutert die Hintergründe.

Die Absage der Messe war unumgänglich

Wie schwer ist Ihnen denn die Entscheidung zur Absage gefallen? Wie sehr wurden Sie dabei von Ihrem Fachbeirat unterstützt?

Oliver P. Kuhrt: Die Absage der Security Essen haben wir uns nicht leicht gemacht. Denn wir wissen, wie wichtig die Messe als internationale Plattform für Unternehmen, Verbände, Zulieferer und Anwender ist. Zudem hatte das Team bereits viele neue Ideen für das diesjährige Messekonzept und das begleitende Rahmenprogramm entwickelt und umgesetzt. Dennoch sind wir unter Einbindung des Fachbeirats zu dem Entschluss gelangt, dass eine seriöse Messevorbereitung für alle Beteiligten unter den momentanen Rahmenbedingungen nicht möglich ist. Die Abstimmung zwischen der Messe Essen und den Mitgliedern des Fachbeirats erfolgt gerade in dieser kritischen Zeit gewohnt eng, offen und vertrauensvoll. So sind wir unisono zur Einschätzung gelangt, dass uns vor dem Hintergrund der unverändert dynamischen Situation und der weltweiten Reiserestriktionen die erforderliche Planungssicherheit für die Durchführung unserer Security Essen fehlt.

Ein Kennzeichen der Security ist ja ihre Internationalität: Wie sah denn bis zur Absage der Buchungsstand aus? Wie viele ausländische Besucher hätten Sie in diesem Jahr erwartet?

Oliver P. Kuhrt: Die Antwort können wir realistisch nur mit unserer Prognose geben, die vor der Coronakrise galt. Zu Jahresbeginn haben wir für 2020 mit einem Zuwachs im Vergleich zur Vorveranstaltung geplant. 2018 stellten 950 Unternehmen aus 43 Ländern aus, und 37 Prozent der mehr als 36.000 Fachbesucher kamen aus dem Ausland.

Unser Marketing- und Vertriebsplan ist – jetzt müssen wir leider sagen: war – auf ein Aussteller- und Besucherplus ausgerichtet. Mit internationalen und deutschlandweiten Akquise-Maßnahmen hatten wir bereits einen guten Buchungsstand bei den Unternehmen erreicht. Zahlreiche große Firmen hatten nach einer Messe-Pause sogar frühzeitig ihre Teilnahme bestätigt, unter anderem wären Honeywell, Telenot und Securiton wieder auf der Security Essen präsent gewesen. Für das Frühjahr war zudem der Start einer großen nationalen und internationalen Besucherwerbekampagne geplant, mit der wir das Fachpublikum nach Essen gebracht hätten. Es tut schon weh, zu sehen, dass diese Anstrengungen nun umsonst waren und viele tolle Ideen gar nicht erst umgesetzt werden konnten. Umso mehr stecken wir unsere Energie nun in eine erfolgreiche Security Essen 2022.

Wie war das Feedback der großen „Security-Familie“ auf die Absage? Haben Sie – und wenn ja, welche – Resonanz seitens der Aussteller oder auch Fachbesucher erhalten?

Oliver P. Kuhrt: Die Enttäuschung war bei vielen Ausstellern und Stammbesuchern natürlich sehr groß. Denn sie schätzen den Branchentreff, von dem wichtige wirtschaftliche Impulse ausgehen. Bei aller Enttäuschung ist aber auch das Verständnis für die Entscheidung groß. Die Kundenerwartungen sowie das Leistungsversprechen der Security Essen hätten sich unter den gegebenen Umständen nicht erfüllen lassen.

Gleichzeitig wurde aber auch vielfach der Wunsch nach einer Veranstaltung zumindest im kleineren Rahmen an uns herangetragen. Denn in solch einer herausfordernden Zeit ist es umso wichtiger, Beziehungen zu pflegen. Daher prüfen wir derzeit das Interesse an einem Security Essen-Branchentreff, der vom 22. bis zum 23. September in der Messe stattfinden könnte. Wir hoffen, mit solch einer Veranstaltung die Wartezeit für alle Beteiligten bis 2022 etwas verkürzen zu können.

Security Essen 2022 mit vielen Highlights

Nachdem sich die Messe ja vor zwei Jahren im neuen „Look“ und mit neuer Struktur präsentiert hatte: Wie hätte sich das in diesem Jahr fortgesetzt? Wird es bei dieser Ausrichtung auch in zwei Jahren bleiben?

Oliver P. Kuhrt: Die Resonanz auf diese strategische Neuausrichtung war durchweg positiv. Daher hat unser Team unentwegt daran gearbeitet, diese Punkte noch weiter zu optimieren. Die thematische Hallenaufteilung wäre noch klarer hervorgetreten, und auch das Rahmenprogramm war hochattraktiv. Neu wäre zudem die internationale Start-up-Area gewesen. Und es wäre die erste Security Essen gewesen, die im komplett modernisierten Messegelände stattgefunden hätte. Aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die verlängerte Vorbereitungszeit bis zur nächsten Messe werden wir hochmotiviert dafür nutzen, die Security Essen konsequent weiterzuentwickeln. Aussteller und Besucher können sich auf eine Security Essen 2022 mit vielen Highlights und Überraschungen freuen.

Ein solches Bild wird es in diesem Jahr nicht geben - heute wurde die Security 2020 abgesagt.
Foto: Messe Essen GmbH

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