Foto: Fotolia/highwaystarz

Betrug

„Klassiker“

Ein Delikt bleibt leider ein Dauerbrennerthema – der Callcenter-Betrug. Zum Phänomen des Telefonbetrugs aus türkischen Callcentern zum Nachteil älterer Mitbürger konnten seit 2008 über eine Million Geschädigte in Deutschland sowie ein Schaden in Höhe von kanpp 132 Millionen Euro festgestellt werden. Zusätzlich muss noch von einem erheblichen Dunkelfeld ausgegangen werden.

Eine Erhebung der Zahlen im Jahr 2015 ergab eine Geschädigtenzahl und eine Schadenssumme aus 59 Umfangs- und Sammelverfahren des türkischen Callcenter-Betrugs in unterschiedlichsten Ausprägungen. Der in diesen Verfahren aufgetretene Gesamtschaden summiert sich auf ungefähr 132 Millionen Euro.

Telefonbetrug

Aussagen zum tatsächlichen Umfang des „Telefonbetrugs“ können nicht getroffen werden, da dieser Modus operandi nicht gesondert in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ausgewiesen wird. Statistisch werden die Fälle in der PKS unter dem Straftatenschlüssel „Betrug“ erfasst, ohne dass Rückschlüsse auf die besondere Tatbegehungsweise möglich sind. Es handelt sich bei diesen Betrugsfällen um Massendelikte. Regionale Schwerpunkte lassen sich nicht benennen, die Täter agieren bundesweit. Nur etwa jeder fünfte bis siebte Fall von Telefonbetrug wird bei der Polizei angezeigt. Viele Opfer schämen sich, dass sie auf die Masche hereingefallen sind. Zuständig für die Bearbeitung dieser Betrugsfälle sind die Landespolizeibehörden.

Da es sich bei den oben genannten Zahlen um eine konkrete Auswertung von Fällen des türkischen Callcenter-Betrugs im Jahr 2015 handelt, sind hier ausschließlich vollendete Taten berücksichtigt. Tatversuche sind nicht enthalten. Zentral bei der Tatbegehung ist die Inaussichtstellung eines Gewinns und die intensive „Bewerbung“ eines Produkts. Dabei werden unrichtige Angaben hinsichtlich des beworbenen Produkts, des Preises und die aus einem Abschluss entstehenden Folgen getätigt. Zudem verschleiern die Anrufer ihre Identität und üben durch das Aussprechen von Drohungen Druck auf ihre Opfer aus. Grundsätzlich kommen folgende Tatbegehungsmustern in Betracht:

  • Anruf zum Verkauf von fiktiven Gewinnspielen/Lotterieabonnements.
  • Anruf mit Lotteriegewinnversprechen; vor Übergabe des Gewinns sollen die Opfer jedoch Gebühren, beispielsweise für Steuern, Zollformalitäten oder Überführungskosten begleichen.
  • Telefonische Angebote für „Sperrfilterboxen“, Eintrag in Sperrlisten oder Mitgliedschaft bei vorgeblichen Verbraucherschutzorganisationen zur Abwehr unerwünschter Werbeanrufe.

    Die Übersendung der Sperrfilter, angeblich mit rechtlichen Hinweisen gegen Betrugsversuche, erfolgt per Nachnahme. Diese erweisen sich als wertlos.

  • Anrufe mit dem Hinweis auf bestehende Zeitschriften- oder Gewinnspielaboverträge und Angebote zur Ablösung dieser Verträge gegen Zahlung einer Gebühr.
Sind Bürger Opfer einer solchen Betrugsmasche geworden, so müssen sie damit rechnen, in der Folgezeit erneut von Betrügern angerufen zu werden. So geben sich die Callcenter-Mitarbeiter, die Gewinne versprochen haben, sogar als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus und behaupten, dass sich die Angerufenen durch die Erstzahlung strafbar gemacht haben und ein angeblich gegen sie eingeleitetes Ermittlungsverfahren nur gegen eine weitere Zahlung schnell und unkompliziert abwendbar sei. Die Täter setzen die Opfer massiv unter Druck, wenn diese keine weiteren Zahlungen leisten wollen. Selbst wenn Opfer kein Geld mehr haben und alle Ersparnisse bereits aufgebraucht sind, lassen die Täter nicht von ihren Opfern ab und fordern dazu auf, Geld zu leihen oder einen Kredit aufzunehmen. Ein wichtiger Aspekt bei dieser Form von Kriminalität ist die Prävention. Die Erfahrungen aus den Ermittlungen in Sachen Callcenter-Betrug sowie aus den Präventionsmaßnahmen zum Kriminalitätsphänomen „Enkeltrick“ zeigen, dass Sensibilisierungsmaßnahmen bei den potenziellen Opfern allein aber nicht ausreichen. Die Kriminellen sind geschult in der Gesprächsführung, erschleichen sich geschickt das Vertrauen ihrer Opfer und nutzen dabei bewusst die Gutgläubigkeit älterer Menschen aus, um sich zu bereichern.

Bundeskriminalamt, www.bka.de

Foto: Andreas Morlok/Pixelio

Ziemann

Warnung vor Betrugsmasche

Ziemann warnt vor einer Betrugsmasche, bei der die Täter Logo und Webseiteninhalte von Geld- und Wertdienstleistern für illegale Zwecke verwenden.

Foto: BMI/Alexander Tuma

Polizeiliche Kriminalstatistik

Weniger Anzeigen, mehr Aufklärung

Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Mag. Mag. (FH) Konrad Kogler, BK-Direktor General Franz Lang und BK-Vizedirektor Dr. Michael Fischer präsentierten am 17. März 2106 in Wien die polizeiliche Kriminalstatistik 2015. Der Statistik zufolge ist die Zahl der Anzeigen ist 2015 gesunken, die Aufklärungsquote ist gestiegen. Die Herausforderungen 2016 liegen in der Bekämpfung der Cyberkriminalität, der Analyse der Auswirkungen der Migrationslage und in der verstärkten Präventionsarbeit.

Foto: Henning Schacht

BMI/BKA

Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2014

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, haben vor Kurzem das Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2014 in Berlin vorgestellt. Das aktuelle Bundeslagebild stellt dar, dass die Bedrohung durch die Organisierte Kriminalität (OK) in Deutschland weiterhin hoch ist.

Foto: Günter Havlena/Pixelio.de

Bundeslagebild Angriffe auf Geldautomaten

Jackpotting und Blackboxing

Vor zwei Jahren veröffentlichte das Bundeskriminalamt erstmals das Bundeslagebild „Angriffe auf Geldautomaten“. Darin werden Lageinformationen zu technischen Manipulation von Geldautomaten sowie zu besonders schweren Fällen des Diebstahls aus Geldautomaten zusammenfassend dargestellt. Die aktuellen Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg von Geldautomatensprengungen.