In Chemieparks sind viele verschiedene Unternehmen ansässig, die über ein entsprechendes Krisenmanagement verfügen müssen.
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Katastrophenmanagement

Krisenmanagement im Chemiepark

In Chemieparks kann es zu diversen Zwischenfällen kommen, weshalb ein internes Krisenmanagement zur Schadensminimierung unerlässlich ist.

Im „Coach“ werden Tipps gegeben, wie ein Unternehmen, beispielsweise in einem Chemiepark, ein entsprechendes Krisenmanagement implementiert. Große Industrieunternehmen unterhalten in der Regel ein eigenes Krisenmanagement, das im Ereignisfall umfangreiche Koordinationsaufgaben zur Minimierung von Schadensauswirkungen auf Personen, die Umwelt und Sachwerte sowie zur Vermeidung von Reputationsschäden wahrnimmt. Industrie- und Chemieparks, in denen viele verschiedene Unternehmen ansässig sind, sind beim Krisenmanagement besonders gefordert, denn hier müssen alle Unternehmen als Partner in einen gesamtheitlichen Prozess eingebunden werden. Currenta betreibt den Cempark mit den drei Standorten, an denen rund 70 Unternehmen tätig sind. Neben Leistungen in den Bereichen Energieversorgung, Entsorgung, Infrastruktur, Sicherheit, Analytik und Ausbildung ist Currenta auch für das unternehmensübergreifende Krisenmanagement an den Standorten zuständig.

Anforderungen an Krisenstabsmitglieder im Chemiepark

Hierzu verfügt der Krisenstab Chempark ergänzend zu seinen Grundfunktionen (Leitung, Moderation und fachliche Beratung) über weitere Funktionen, die im Ereignisfall von dem/den betroffenen Unternehmen besetzt werden. Insgesamt können mehr als 300 Personen Aufgaben im Krisenstab wahrnehmen. Für eine erfolgreiche Krisenstabsarbeit ist es daher von entscheidender Bedeutung, dass alle potenziellen Krisenstabsmitglieder passend ausgebildet und ausreichend handlungssicher sind. Andernfalls würde im Ereignisfall wertvolle Zeit verloren gehen, wenn Einzelne sich erst in bestimmte Prozesse oder Strukturen einarbeiten müssten.

Wissensmanagement als Teil des Krisenmanagements

Bei Currenta wird dazu ein Wissensmanagementansatz verwendet, der eine kontinuierliche Kompetenzentwicklung der Krisenstabsmitglieder zum Ziel hat, um eine leistungsfähige, wirtschaftliche und nachhaltige Krisenmanagementorganisation für den Chempark sicherzustellen. Der Ansatz untergliedert sich in strukturierte und unstrukturierte Methoden. Erstere umfassen den gesteuerten Erwerb sowie die gezielte Entwicklung, Verteilung und Bewahrung von Wissen, während letztere der informellen Kommunikation dienen, um den Wissensaustausch beispielsweise durch nebeneinander angeordnete Büros oder gemeinsame Aktivitäten zu fördern. Das dazugehörige Schulungskonzept ist inhaltlich auf die verschiedenen Funktionsträger des Krisenstabs zugeschnitten. So müssen etwa der Chempark-Leiter und seine Vertreter sowie die Krisenmanager vertiefte Kenntnisse erwerben, die zur Leitung und Moderation des Krisenstabs und zur Koordination der Krisenstabsprozesse erforderlich sind. Die Mitglieder der Fachgruppen (Gefahrenabwehr, Security, Umwelt und Medien) und die Krisenstabsbereitschafter der Chempark-Unternehmen müssen hingegen eine Kompaktschulung durchlaufen, in der lediglich zentrale Aspekte des Krisenmanagements vermittelt werden, die beispielweise die strategische Einbindung und den Aufbau sowie die Aufgaben und Befugnisse des Krisenstabs betreffen. Analog dazu gibt es ein Übungskonzept, das verschiedene, auf das Kompetenzniveau der Übungsteilnehmer abgestimmte Übungsarten beinhaltet.

Fazit

Vor dem Hintergrund stetig zunehmender Sicherheitsanforderungen und -erwartungen sollten Unternehmen ein großes Interesse haben, ihre Krisenstäbe regelmäßig zu schulen und zu trainieren. Der Einsatz von Wissensmanagementmethoden bietet erfolgversprechende Möglichkeiten, bei Krisenstabsmitgliedern für einen kontinuierlichen Erkenntnisgewinn zu sorgen.

Björn Bansemer, Leiter der Sicherheitszentralen und des Krisenmanagements beim Chempark-Betreiber Currenta