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Foto: Nedap AVI
Zufahrtskontrolle mit ID-Karte in einen verkehrsberuhigten Innenstadtbereich.

Automatische Fahrzeugidentifizierung

Lebenswert und mobil

Viele europäische Städte haben ihre Zentren vom Durchgangsverkehr befreit und erlauben dort nur noch Anliegern die Zufahrt. Dies erhöht die Verkehrssicherheit und steigert die Lebensqualität in den Städten. Um die Zufahrt zu solchen Bereichen effizient zu regeln, bieten sich Systeme zur automatischen Fahrzeugidentifizierung an. Sie erkennen berechtigte Fahrzeuge und gewährleisten einen reibungslosen Verkehrsfluss.

Eine verkehrsberuhigte Innenstadt zieht nach einer gewissen Zeit wieder mehr Einkaufsbesucher an, die Anzahl an Verkehrsunfällen mit Verletzungsfolge geht aber praktisch auf null zurück. Dennoch muss für bestimmte Gruppen der Zugang zur zufahrtsbeschränkten Innenstadt weiterhin möglich sein. Schließlich müssen Ladengeschäfte mit Waren versorgt werden und Anwohnern der Zugang zu ihren Wohnungen mit ihren PKWs erlaubt sein. Außerdem befinden sich in den zugangsgesperrten Innenstädten auch Betriebe, deren Arbeit nicht eingeschränkt werden darf.

Optimierter Verkehrsfluss

Die Zufahrtskontrolle für Fahrzeuge mittels Poller löst dies sehr effizient. Sie optimiert den Verkehrsfluss, indem sie die Zufahrten speziellen Nutzergruppen zuordnet und sie nach Anliegen sortiert. Hierbei haben Einsatz- und Rettungsfahrzeuge genauso wie Taxis, Anwohner und Lieferanten eigene Zufahrtsregelungen. Anwohner haben beispielsweise rund um die Uhr Zufahrt, während Taxis nur am Abend und zu Veranstaltungen in die Innenstadt fahren dürfen.

Lieferanten und Ladenbesitzer hingegen dürfen nur morgens in die Bereiche einfahren, wenn fast noch kein Einkaufspublikum unterwegs ist. Rettungskräfte erhalten im Notfall selbstverständlich immer schnellsten Zugang. Natürlich kann zu bestimmten Tagen, Anlässen und Zeitfenstern auch Besuchern oder Bau-, Handwerks- und Reparaturbetrieben der freie Zugang zur Innenstadt mit Fahrzeugen erlaubt sein. All diesen Gruppen ist innerhalb bestimmter Zeitfenster ein maßgeschneiderter Zugang zur Innenstadt gestattet, der zu ihren Aktivitäten passt und zu so gering wie möglichen Behinderungen führt.

Flexible Verfahren

Damit den verschiedenen Benutzern der Zugang ermöglicht werden kann, muss das Fahrzeug dafür identifiziert werden. Dies kann auf unterschiedliche Art erfolgen, und zumeist werden dafür auch unterschiedliche Verfahren eingesetzt. Die am meisten verwendeten Verfahren greifen auf eine Identifikation via ID-Karte, Transponder und auf Kennzeichenerkennung zurück. Es kann allerdings auch Zugang über Mobiltelefonanrufe (via Rufnummernerkennung) und mittels biometrischer Daten (Fingerabdruck-Lesegerät) erfolgen, was aber nicht so oft eingesetzt wird.

Bei größeren geschlossenen Benutzergruppen, wie etwa Bewohnern und Ladeninhabern, wird oftmals Gebrauch von ID-Karten gemacht. Schon aus Kostengründen entscheidet man sich bei der Zugangskontrolle eher für den Einsatz von ID-Karten und Lesegeräten. Zu dem Zweck muss dann an der Fahrerseite der Zugangssperre eine Säule mit Lesegerät montiert werden.

Von Weitem erkannt

Transponder hingegen werden mit einem Saugnapf oder Klebestreifen an der Fahrzeugvorderseite vor allem von Rettungs- und Einsatzfahrzeugen montiert. Diese können vorher schon die Zufahrt verlassen und werden dann auf einen Abstand von zehn Metern automatisch erkannt. Die Poller senken sich ab und die Einsatzfahrzeuge können ohne Halt passieren. Auch Geldtransporter, Kommunalfahrzeuge und Paketdienste können so mittels eines Transpondersystems Zugang zur Innenstadt erhalten.

Für Besucher mit Sondererlaubnis und Taxen greift man zumeist auf eine Kennzeichenerkennung zurück. Bei der Kennzeichenerkennung muss kein Identifikationsmittel eingesetzt werden. Es reicht völlig aus, das Kennzeichen über Telefon, per E-Mail oder über einen Webzugang mitzuteilen, um Zugang zu erlangen.

Wahl des Fahrzeuges

Selbstverständlich gibt es auch Städte, die auf den Einsatz nur eines Identifikationsverfahrens zurückgreifen: Alle Gruppen erhalten dann nur Zugang entweder über Transponder oder über Kennzeichenerkennung. Bei der Zugangskontrolle mittels ID-Karte oder Transponder muss auch bedacht werden, dass der Halter dabei selbst entscheiden kann, mit welchem Fahrzeug er Zugang in die Innenstadt erhält. Dafür muss natürlich die ID-Karte oder der Transponder immer mitgeführt werden oder sich immer am Fahrzeug befinden.

Bei der Kennzeichenerkennung hingegen muss bei Verwendung eines anderen Fahrzeugs (zum Beispiel eines Leihwagens) das neue Kennzeichen erst am Zugangskontrollsystem angemeldet werden. Für Einsatzfahrzeuge von Rettungsdiensten hingegen sollten Transpondersysteme wegen ihrer im Vergleich zur Kennzeichenerkennung größeren Zuverlässigkeit vorgezogen werden.

Multifunktionaler Controller

Nedap N.V. (AVI) aus dem niederländischen Groenlo kann alle der genannten Zugangskontrollsysteme für eine Fahrzeugidentifikation anbieten. Darüber hinaus kann Nedap auch einen spezifisch auf die Zugangskontrolle von Fahrzeugen ausgerichteten Controller liefern, den Vehicle Management Controller, kurz: VMC. Mit dem VMC lassen sich alle genannten Fahrzeug-Identifikationsverfahren verwirklichen.

Der VMC sorgt für die Zugangskontrolle, übernimmt auf sichere und zuverlässige Weise die Ansteuerung der Zugangsabsperrung (Poller) sowie der Verkehrssignalanlagen. Da all diese Funktionen in einem einzigen Gerät integriert sind, führt dies zu einer optimal arbeitenden Zufahrtskontrolle. Der Controller ist bereits in hunderten von Systemen in dutzenden Städten erfolgreich im Einsatz.

Von jedem Ort aus

Die Vehicle Management Controller kommunizieren mit einer zentralen webbasierten Applikation über normale öffentliche Datennetzwerke (ADSL oder mobil über 3G). Dies bedeutet, dass von praktisch jedem Ort aus über eine Webseite eine große Anzahl an Zufahrtskontrollen von dazu autorisierten Administratoren verwaltet werden kann. Das zentrale Management und automatische Meldungen der Zufahrtssysteme bei bestimmten Ereignissen ermöglichen einen sehr effektiven und kosteneffizienten Betrieb des gesamten Systems.

Mit all diesen Eigenschaften eignen sie sich natürlich auch sehr gut für andere Anwendungsgebiete, zum Beispiel für Parkhäuser, Tiefgaragen oder für die Zufahrtskontrolle auf Firmengeländen. Eine Zufahrtsregelung zu bestimmten Stadtteilen erlaubt es, steuernd einzugreifen und bestimmte Fahrzeug- und Nutzergruppen individuell zu verwalten. Die Administration per Fernzugriff von einer zentralen Stelle aus sorgt für einfache Handhabung. Gespeicherte Nutzungsdaten können in Statistiken gesammelt werden, die für die künftige Planung nützlich sind. Zu guter Letzt sorgt die Reduzierung der Umweltbelastung dafür, dass die Innenstadt ein lebenswerterer Ort für alle wird.