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Hanwha Techwin begrüßt die Bemühungen, neue Technologien zu regulieren, ohne auf die Vorteile Künstlicher Intelligenz verzichten zu müssen.
Foto: Hanwha Techwin
Hanwha Techwin begrüßt die Bemühungen, neue Technologien zu regulieren, ohne auf die Vorteile  von KI verzichten zu müssen.

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Lieferketten: Engpässe vermeiden – mit KI gewissenhaft handeln

Wie Hanwha Techwin Störungen durch Engpässe in den Lieferketten abwenden konnte und einen ethischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) pflegt.

Weltweit haben wir alle in den letzten Monaten unter massiven Störungen und Engpässen in den Lieferketten gelitten. Aktuelle Nachforschungen von IPVM (Forschungsgruppe der Sicherheits- und Überwachungsindustrie mit Sitz in den Vereinigten Staaten) geben Anlass zur Sorge, dass sich die Engpässe sowie die Inflation weiter verschlimmern – und höchstwahrscheinlich in absehbarer Zeit nicht abklingen werden. Obwohl alle Hersteller mit diesen Problemen zu kämpfen haben, sind nicht alle in gleichem Ausmaß betroffen. Hanwha Techwin kommt deutlich besser durch diese Krise als viele andere. Auf die ausschlaggebenden Faktoren wird im Folgenden genauer eingegangen.

Ein Blick zurück

Wie wir bislang durch die Krise gekommen sind? Natürlich haben die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie große Auswirkungen auf die Produktion. Weltweite Lockdowns führen immer wieder zu Produktionsstopps und sorgten auch für eine niedrigere Nachfrage. Als die Produktion vielerorts schließlich wieder Fahrt aufnahm, hatten die Hersteller von Produkten wie Mikrochips (und anderen) große Schwierigkeiten, den enormen Anfragen nachzukommen. Darüber hinaus standen viele Schiffscontainer mit bereits hergestellten Waren wochenlang in den Häfen, weil es nicht genügend Schiffe für den Seetransport, zu wenige Arbeiter für die Be- und Endladung sowie nicht ausreichend LKW für den Überlandtransport gab.

Größere Herausforderungen bei Lieferketten

Es gab zusätzliche Herausforderungen, die die Situation weiter verschärft haben. Dazu gehörten der Arbeitskräftemangel aufgrund einer gestiegenen Fluktuation, einmalige Wetterereignisse, die zu Störungen führten und der außergewöhnlich Vorfall auf dem Suezkanal im März 2021, der den Schiffsverkehr für eine Woche blockierte.

Auch der Krieg in der Ukraine erzeugt zusätzlichen Druck und sorgt für eine Verknappung der Vorräte an Weizen und Sonnenblumenöl. Besonders hart trifft die Hersteller von Chips, dass durch den Angriff auf die Ukraine die Hälfte der weltweiten Neonproduktion wegbrach.

China im Lockdown – Engpässe in der Welt

Obwohl in vielen Teilen der Welt nach und nach wieder Normalität einkehrt, werden die Verknappung von Bauteilen und die Lieferketten-Problematik für viele noch eine ganze Zeit problematisch bleiben. Warum? Große Teile Chinas, darunter auch die große Industriestadt Shenzen, wurden erst im März abgeriegelt, und viele Städte bleiben im Rahmen der Null-Covid-Politik weiterhin in einem strengen Lockdown. Das beeinträchtigt vor allem dort produzierende Hersteller enorm. Als koreanisches Unternehmen mit Produktionsstätten in Vietnam operiert Hanwha Techwin außerhalb Chinas und ist daher nicht in dem Ausmaß von diesen Einschränkungen betroffen wie andere Anbieter.

Übersicht und Kontrolle

Obwohl es während der Pandemie zu einem weltweiten Mangel an elektronischen Bauteilen kam, waren wir in der Lage, unser Portfolio so anzupassen, dass die Produktion weitgehend planmäßig fortgesetzt werden konnte. Im Vergleich zum Wettbewerb, der in der Produktion auf externe Dienstleister setzte, hatte Hanwha Techwin dank direkter Fertigung  während der Pandemie auch volle Übersicht und Kontrolle über die Produktionsprozesse. Wir sorgten dafür, dass unsere Mitarbeiter in den Produktionsstätten sicher arbeiten konnten und die Prozesse reibungslos liefen. Dadurch können wir heute 60 bis 70 % mehr Geräte ausliefern als noch vor einem Jahr.

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Hanwha Techwin ist es in der Corona-Pandemie dank eigener Produktion und der Unabhängigkeit von externen Lieferanten gelungen, Lieferengpässe zu vermeiden.
Foto: Hanwha Techwin
Hanwha Techwin ist es in der Coronapandemie dank eigener Produktion und der Unabhängigkeit von externen Lieferanten gelungen, Engpässe in den Lieferketten zu vermeiden.

Skalierung = Flexibilität

Jede neue Herausforderung bedeutet für Hersteller eine neue Herangehensweise. Die sichersten Lieferketten sind daher bei den Herstellern zu finden, die sich schnell auf neue Situationen einstellen können. Die Unternehmensgröße ermöglicht Hanwha Techwin eine größtmögliche Flexibilität.  Hinzu kommt unsere über 60-jährige Erfahrung als industrieller Marktführer, der uns einen weitreichenderen Blickwinkel ermöglicht als anderen Branchenteilnehmern. Wir können Materialien in großer Stückzahl weit im Voraus kaufen, weil wir wissen, dass unser internes F&E-Team bestimmte Produkte schnell umgestalten kann, sollte ein Rohstoff knapp werden.

Veraltete Komponenten

Viele Hersteller haben infolge der Pandemie große Summen in den Vorrat von Komponenten investiert, anstatt ihre Produktlinien in Betrieb zu halten. Kurzfristig mag das eine gute Taktik sein, auf lange Sicht ist sie aber nicht hilfreich, da Hersteller dadurch zunehmend mit veralteter Technologie arbeiten müssen. Vor allem der Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) schreitet in der Branche immer weiter voran. Hier ist es unerlässlich, immer die neuesten Komponenten zur Verfügung zu haben. Überlegene KI-basierte Lösungen werden in hohem Maße durch neuere und fortschrittlichere Chips vorangetrieben, die eine integrierte KI-Verarbeitung und das erforderliche „Heavy Lifting“ ermöglichen.

Transportkonzepte

Wie bereits beschrieben, stellte die Pandemie für den Transport von Produkten weltweit eine große Herausforderung dar. Die Schiffsrouten zwischen Korea und Europa kamen zum Erliegen. Um diese Situation zu überwinden, investierte Hanwha Techwin in alternative Transportmöglichkeiten, indem wir den Lufttransport und spezielle Transportoptionen ausbauten (in den USA wechselten wir zum Beispiel von Bahn- auf LKW-Transport um). Das bedeutete zwar höhere Kosten, gab uns aber die Möglichkeit, unsere Kunden und Integratoren weiterhin mit Produkten zu versorgen.

Richtig handeln mit KI

Um Vertrauen in unsere Produkte zu schaffen, ist es dabei sehr wichtig , Videoüberwachungstechnologie verantwortungsvoll einzusetzen, ohne dass der Nutzen durch Künstliche Intelligenz (KI) auf der Strecke bleibt.

Im Laufe der Geschichte wurde Technologie sowohl zum Guten als auch zum Schlechten eingesetzt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Personal Computer. Zusammen mit dem Internet öffnete ein einfacher Computer seinen Nutzern das Tor zur Welt und ermöglichte eine bequeme und günstige Kommunikation mit Freunden und Familie überall auf dem Globus.

Doch in falschen Händen ermöglicht derselbe PC Hackern den Zugang zu unzureichend gesicherten Unternehmens- und Regierungsnetzwerken, den Diebstahl sensibler Daten und deren Verkauf an den Meistbietenden.

Es ist daher richtig, dass wir uns ständig mit der uns zur Verfügung stehenden Technologie auseinandersetzen und sowohl ihren Wert als auch ihr Potenzial für missbräuchliche Nutzung genau prüfen. Gegenwärtig gibt es in der Gesellschaft eine besondere Sorge vor Technologien, die bei unverantwortlichem Einsatz unsere Privatsphäre und das Persönlichkeitsrecht verletzen können. Dazu gehören eine Reihe von Anwendungen, die auf KI basieren, insbesondere die Live-Gesichtserkennung (engl: Live facial recognition, kurz: LFR). Verschiedene Polizeibehörden in Europa haben LFR bereits eingesetzt, doch gleichzeitig gibt es eine Reihe rechtlicher Hürden bei der Nutzung.

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Hanwha Techwin kann heute 60 bis 70 Prozent mehr Geräte ausliefern als noch vor einem Jahr.
Foto: Hanwha Techwin
Hanwha Techwin kann heute 60-70% mehr Geräte ausliefern als noch vor einem Jahr.

Das Gleichgewicht finden

LFR ist eines von vielen Beispielen für den Einsatz von KI in der Videotechnologie. Sie kann die Bildqualität der Videosysteme verbessern, Bildrauschen entfernen und Fehlalarme vermeiden, sodass sich das Personal nur auf die wirklich wichtigen Vorfälle konzentrieren kann. Auf diese Weise spart KI Zeit, senkt Kosten und steigert Effizienz und Sicherheit.

Gleichzeitig schlägt die Europäische Kommission den allerersten Rechtsrahmen für KI vor, der Entwicklern, Anwendern und Nutzern von Künstlicher Intelligenz klare Vorgaben in Bezug auf bestimmte KI-Anwendungen macht. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Ermittlung verschiedener Risikostufen, die mit einer spezifischen Nutzung von KI verbunden sind.

Die Europäische Kommission hofft darauf, dass die Regulierung Akzeptanz, Investitionen und Innovationen im Bereich der KI innerhalb der EU stärken werden.  Ziel ist ein Gleichgewicht zwischen der Regulierung des Technologieeinsatzes, um die Rechte des Einzelnen zu schützen, und der Förderung von Innovationen, die neue Anwendungen mit echten, KI-basierten Mehrwerten ermöglichen.

Für verantwortungsbewusste Hersteller wie Hanwha Techwin ist dieses Gleichgewicht selbstverständlich. Deutlich gesagt: Hanwha bietet in Europa keine Lösung mit Live-Gesichtserkennung an. Als südkoreanischer, NDAA-konformer Hersteller mit voller Kontrolle über seine Lieferkette und einem starken Fokus auf Cybersicherheit sind wir klarer Verfechter des verantwortungsvollen Einsatzes von Videoüberwachungstechnologie.

Eine angemessene Nutzung von KI

Wir unterstützen eine angemessene Regulierung und eine öffentliche Debatte über den verantwortungsvollen Einsatz von Technologie wie KI. Gleichzeitig sollte jedoch die wichtige Rolle von KI für die Videotechnologie anerkannt und gefördert werden, die es ermöglicht, öffentliche Räume funktionsfähig, sicher und effizient zu halten.

So leistet Hanwha beispielsweise Pionierarbeit beim Einsatz von KI in Videokameras, um typische Herausforderungen zu lösen, mit denen Polizeikräfte bei der Verbrechensbekämpfung konfrontiert sind. Entscheidend ist, dass dies ohne Verletzung der Grundrechte erreicht wird.

KI kann Polizeibeamten helfen, eine vermisste Person schnell zu lokalisieren, indem sie umfangreiches Videomaterial untersucht und Bilder schnell klassifiziert. So kann sie nur die Personen herausfiltern, deren Attribute wie Kleidungsfarbe, ein getragener Hut beziehungsweise eine Tasche oder sogar die Bewegung in eine bestimmte Richtung übereinstimmen. Wofür Polizeibeamte früher Tage gebraucht hätten, kann nun in wenigen Stunden erledigt werden, so dass sich die Beamten auf detailliertere Ermittlungsarbeit konzentrieren können, anstatt das Videomaterial manuell zu scannen. Dies ist nur durch KI möglich.

Richtig Handeln

Entscheidend ist, dass dieser Einsatz von KI keine Einschränkung der Privatsphäre bedeutet. Das System konzentriert sich auf Objekte und Merkmale, anstatt Personen anhand von Gesichtsmerkmalen zu identifizieren. Die KI schützt vielmehr die Identität der auf dem Videomaterial abgebildeten Menschen, indem alle Gesichter außer bei der vermissten Person unkenntlich gemacht werden. Nur Polizei-, Justiz- und sonstiges befugtes Personal kann auf das unredigierte Videomaterial zugreifen. Bei aller Kritik an KI: Angesichts der Möglichkeiten, die der ordnungsgemäße Einsatz von KI bietet, wäre es tragisch, wenn der Nutzen dieser Technologie auf der „regulatorischen Strecke“ bliebe.

Uri Guterman, Head of Product and Marketing, Hanwha Techwin Europe

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