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Betrieblicher Brandschutz

Löschpflicht bei entstehenden Bränden

Unternehmer haben für intakte Feuerlöscheinrichtungen und eigene Brandschutzhelfer zur ersten Brandbekämpfung zu sorgen. Und unterlassene Hilfeleistung ist im Gefahrenfall kein Kavaliersdelikt, sondern kann eine Freiheitsstrafe mit sich bringen.

Das deutsche Strafgesetzbuch (StGB) kennt bei Gefahrensituationen kein Pardon: „Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten und möglich ist“, so steht es in § 323c StGB, dem droht eine „Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe“.

Persönliche Haftung des Inhabers

„Dies gilt auch im Brandfall“, betont Carsten Wege, Geschäftsführer des Bundesverbandes Brandschutz-Fachbetriebe e.V. (bvbf): „Die Löschpflicht bei entstehenden Bränden greift, sofern dies mit verfügbaren Löschmitteln noch gefahrlos möglich ist.“

Sollten bei einem Brand Menschen zu Schaden oder gar zu Tode kommen, haftet der Inhaber des betroffenen Betriebes persönlich – falls ihm schuldhaftes Verhalten wegen mangelhafter Brandschutzorganisation nachgewiesen werden kann. Neben einem möglichen geschäftlichen Zusammenbruch kann noch der private Ruin folgen. Auch Beschäftigte können im Brandfall wegen unterlassener Hilfeleistung rechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Brandschutzhelfer ausbilden

Mit Geltung der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ sind wichtige Bestimmungen für den vorbeugenden Brandschutz von den Unternehmern zu beachten. Hierzu zählt neben der Unterweisung aller Beschäftigten in den betrieblichen Brandschutz die spezielle Ausbildung einer ausreichenden Anzahl von Brandschutzhelfern.

Für das richtige Verhalten bei der ersten Brandbekämpfung ist die sachgerechte Ausstattung mit geeigneten Feuerlöscheinrichtungen, inklusive deren regelmäßigen Überprüfung und Wartung, unerlässlich. Tragbare Feuerlöscher gehören zur Grundausstattung. Bei erhöhter Brandgefährdung an den Arbeitsplätzen oder in den Betriebsräumen sind zusätzliche tragbare oder fahrbare Feuerlöscher oder Wandhydranten-Löschschlaucheinrichtungen geboten. Die Löschgerätetypen sind auf die zu löschenden Arbeitsplatzbereiche abzustimmen.

Fachkundige Gefährdungsbeurteilung

„Beim Schutz der Beschäftigten vor Feuer und Brandrauch trägt der Arbeitgeber eine große Verantwortung“, so Carsten Wege. „Zur Minimierung der Brandrisiken hat der Arbeitgeber eine fachkundige Gefährdungsbeurteilung durchzuführen oder durchführen zu lassen. Wer sich als Verantwortlicher an den konkreten Vorgaben der ASR A2.2 orientiert, handelt vorschriftsgemäß und kann sich im Haftungsfall entlasten.“

Die Vorgaben betreffen vor allem die Ausstattung mit Alarmierungs- und Feuerlöscheinrichtungen und deren Handhabung durch unterwiesene und mit praktischen Löschübungen ausgebildete Brandschutzhelfer. Hier zeigen gerade klein- und mittelständische Unternehmen und Betriebe regelmäßig Defizite. Es mangelt an einer betriebsspezifisch dokumentierten Beurteilung der Brandgefahren sowie den hieraus abzuleitenden ausreichenden technischen und organisatorischen Maßnahmen. Unzureichende Brandschutzorganisation kann so letztlich die Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze kosten. Deshalb geht Brandschutz im Betrieb alle an.

Als kompetente Ansprechpartner für den betrieblichen Brandschutz empfiehlt der bvbf die qualifizierten Brandschutz-Fachbetriebe in Deutschland. Sie helfen auch bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen, Brandschutzordnungen sowie Alarm-, Flucht- und Rettungswegplänen und bieten die Durchführung betrieblicher Unterweisungen im Brandschutz und praktischer Löschübungen an.

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Brandschutz

Neue Regel für Arbeitsstätten bekanntgegeben

Mit Bekanntgabe der neuen Arbeitsstättenregel „Maßnahmen gegen Brände“ (ASR A2.2) haben Unternehmen ihre Gefährdungsbeurteilung auch auf Brandrisiken zu erstrecken und Brandschutzmaßnahmen zu treffen.

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Brandschutzunterweisung

Feuer und Flamme für Prävention

Brandgefährdungen in Unternehmen sind zahlreich und vielfach unterschätzt. Damit es nicht zum Supergau kommt, sehen Brandschutzvorschriften entsprechende Maßnahmen vor, wie beispielsweise Brandschutzunterweisungen, die nur bei regelmäßiger Durchführung einen wirksamen Schutz darstellen.

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Kerzen am Arbeitsplatz

Vorsicht in der Adventszeit

„Advent, Advent ein Lichtlein brennt“, so heißt es in einem bekannten Kinderreim – und das nicht nur zu Hause. Auch im Büro und anderen Arbeitsplätzen sorgen flackernde Kerzen auf Adventskränzen und Lichterketten alle Jahre wieder für eine festliche Stimmung. Doch was das Betriebsklima in der Vorweihnachtszeit fördert, ist ebenso gefährlich wie besinnlich.

Foto: bvbf

Brandrisiko im Advent

Unternehmen können Kerzen verbieten

Nicht nur zu Hause, auch am Arbeitsplatz tauchen flackernde Kerzen, Lichterketten und Adventskränze viele Räume in ein festliches Licht. Doch was die weihnachtliche Stimmung und das Betriebsklima fördert, birgt Gefahren.