Foto: Hautau

Schnittstellen in der Sicherheitstechnik

Man spricht miteinander

In der Industrie spricht man von Industrie 4.0, wenn unterschiedliche Herstellprozesse untereinander verknüpft und automatisiert werden. Die Automatisierung von Wohn- und Geschäftsgebäuden werden unter dem Dachbegriff Smart Home oder Smart Buildung geführt. Aber welchen Namen trägt die Verknüpfung von Sicherheitstechnologien und was verbirgt sich dahinter?

In heutigen Gebäuden werden viele Vorkehrungen getroffen, um Personen im Ernstfall vor Gefahren zu schützen und rechtzeitig zu alarmieren. Besonders wichtig ist der Schutz bei Ausbruch eines Brandes in einem Gebäude.

Die Anforderungen der Musterbauordnung (MBO) werden durch unterschiedliche Sicherheitssysteme erreicht. Dazu gehören unter anderem Elektroakustische Anlagen (ELA) zur Notfall-Alarmierung, Brandmeldeanlagen (BMA) und Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA), um im Brandfall den giftigen und heißen Rauch abzuführen, die Evakuierung und Selbstrettung zu unterstützen und die Löschmaßnahmen der Feuerwehr zu erleichtern. Jedes System verfolgt ein individuelles Schutzziel. Für umfassenden Schutz müssen diese Systeme miteinander verknüpft werden.

In der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) wird im § 55 Leitungsbild Technische Ausrüstung diese planerische Aufgabenstellung vorgegeben, jedoch nicht die technische Detailumsetzung.

Planerische Schnittstellen, gemäß der am Bau Beteiligten:
  • Bauherr
  • Entwurfsverfasser
  • Fachplaner Brandschutz
  • Fachplaner Technische Anlagen
  • Unternehmer

Unterschiedliche Gewerke verknüpfen

Um die unterschiedlichen Gewerke miteinander zu verknüpfen, werden technische Schnittstellen benötigt. Eine Standardisierung dieser Schnittstellen ist nicht vorhanden. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Aufgaben an die Fachbereiche und Sachverständigen, um die Wirksamkeit und Betriebssicherheit der unterschiedlichen Schutzziele zu erreichen und sicherzustellen.

Die gewerkeinternen Schnittstellen werden vom Hersteller vorgegeben und sind ausgelegt für die entsprechenden anzuschließenden Komponenten. Bei RWA-Systemen sind dies beispielhaft die Schnittstellen zu automatischen Brandmeldern (Rauchmelder) und manuellen Auslöseeinrichtungen (Feuertaster). Mit der RWA-Zentrale als Steuergerät lässt sich die Funktionssicherheit gemäß der Norm prEN 12101-9 nachweisen.

Entgegen dem Trend der digitalen Vernetzung werden in der Sicherheitstechnik oftmals weiterhin als sichere Schnittstelle Relaiskontakte verwendet. Diese elektronischen Schalter haben den Vorteil, dass eine galvanische Trennung gegeben ist, damit eine elektrische Störung (Kurzschluss) sich nicht auf andere Gewerke negativ auswirkt. Diese Steuerbefehle (An/Aus) lassen sich perfekt mit Relais umsetzen. Eine Überwachung dieser Leitungen auf Kabelbruch ist unumgänglich. Technisch lässt sich dies durch eine Stromschleifenüberwachung realisieren oder als Fail-Save-System, was bei Kabelbruch automatisch eine Funktion (An/Aus) bewirkt.

Gewerk übergreifende technische Schnittstellen
  • Relaiskontakte (Sicherheitstechnik)
  • Bus-Koppler (Smart Building)
  • WLAN-Signale (Smart Building)
  • Ethernet (LAN) (Smart Building)
  • 4 - 20 mA (Steuer- und Regelungstechnik)

Die Übersicht macht deutlich, dass bei Schnittstellen getrennt werden muss in Schnittstellen für die Sicherheitstechnik und anderen technischen Anlagen. Insbesondere bei RWA und BMA ist zu beachten, dass das Gewerk „Heizung, Lüftung und Klimatechnik (HKL)“ mit in das Gesamtkonzept einzubeziehen ist. Denn in einem Brandfall müssen Lüftungskanäle der Klimaanlagen automatisch abgeschottet und die maschinelle Lüftung abgeschaltet werden, um zu verhindern, dass sich der Brandrauch im kompletten Gebäude verteilt.

Bereits in der Planungsphase sind die Gewerke untereinander abzustimmen und Funktionsschemata zu erstellen. Die technischen Möglichkeiten sind eng mit den Fachfirmen der jeweiligen Abteilungen abzustimmen. Hautau bietet die fachliche Unterstützung und Produkte zur Umsetzung der Anforderungen an das Gewerk Rauch- und Wärmeabzugsanlagen und darüber hinaus die Möglichkeiten für die smarte Welt der Fenster- und Fassadenlüftung.

Rainer Schulze, Produktmanager Gebäudeautomation, Hautau GmbH

Foto: Hautau

Schnittstellen in der Sicherheitstechnik

Man spricht miteinander

In der Industrie spricht man von Industrie 4.0, wenn unterschiedliche Herstellprozesse untereinander verknüpft und automatisiert werden. Die Automatisierung von Wohn- und Geschäftsgebäuden werden unter dem Dachbegriff Smart Home oder Smart Buildung geführt.

Foto: STG-Beikirch

Vorbeugender Brandschutz

Brandlast und gezielte Rauchabführung

Bei einem Brandfall ist der Umgang mit dem Rauch entscheidend. Deshalb fordern die Landesbauordnungen, dass Gebäude so beschaffen sein müssen, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt werden muss.

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Die Muster-Industriebaurichtlinie 2014

Brauchbare Grundlage

Die Muster-Industriebaurichtlinie 2014 (MindbauRL 2014) soll den Planern, Genehmigungsbehörden und Errichtern sowie den Bauherren beziehungsweise Nutzern eine einheitliche Rechtsgrundlage und damit mehr Klarheit bieten. Dabei werden die öffentlich relevanten Schutzziele Personenschutz, Nachbarschaftsschutz, Umweltschutz und Sachwertschutz umgesetzt.

Foto: ZVEI

Sicherheit an Schulen

Gutes Lernklima

Moderne Technik sorgt nicht nur für Sicherheit an Schulen, sondern erhöht auch Wirtschaftlichkeit und Komfort im Schulalltag. Sorgfältige Planung und richtige Auswahl der Maßnahmen schaffen einen dauerhaften Mehrwert durch Senken der Energiekosten, Beschleunigen der Kommunikation oder Vereinfachen von Verwaltungsprozessen.