Weiter volle Auftragsbücher? Auch die Errichter profitieren aktuell von der guten Konjunktur der Sicherheitstechnik-Branche.

Verbände

Markt für elektronische Sicherheitstechnik wächst deutlich

Laut aktuellen Zahlen des BHE legt der Markt für elektronische Sicherheitstechnik weiter zu. Demnach stieg der Umsatz 2018 auf etwa 4,4 Milliarden Euro.

Dies entspricht einem Wachstum von circa 5,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017. Auch für die Zukunft gehe die Branche von einem Aufwärtstrend aus, so der BHE Bundesverband Sicherheitstechnik. Gleichwohl stehe man vor Herausforderungen: „Die Auswirkungen des Fachkräftemangels sind enorm. Es dauert oft zwölf bis 15 Monate, bis eine Stelle nachbesetzt wird – das ist doppelt so lange wie noch vor zwei oder drei Jahren“, so der BHE-Vorstandsvorsitzende, Norbert Schaaf.

Darüber hinaus seien Vernetzung und Digitalisierung sowie das Thema Cybersicherheit der eingesetzten Produkte, Systeme und Dienstleistungen in den Wertschöpfungsnetzwerken in den kommenden Jahren dringende Aufgaben. „Smart Home und Smart Building werden Realität. Im Dreieck aus Komfort, Energieeffizienz und Sicherheit nimmt Cybersicherheit einen zentralen Platz ein. Digitale Technologien müssen sicher und vertrauenswürdig sein – darauf müssen sich die Nutzer verlassen können. Nur so können neue Dienste und Geschäftsmodelle entstehen, die sich am Markt behaupten“, so Uwe Bartmann, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Sicherheit.

Wachstum in allen Segmenten der Sicherheitstechnik

Der Umsatz mit Brandmeldetechnik – nach wie vor größtes Segment der Sicherheitstechnik, das zudem stark von der Baukonjunktur abhängig ist – stieg vergangenes Jahr um mehr als sechs Prozent auf über zwei Milliarden Euro. Bei der Rauchwarnmelderpflicht sei eine Konsolidierung spürbar, erklärt Schaaf: „Nachdem inzwischen alle Bundesländer die Rauchwarnmelderpflicht in den Landesbauordnungen für Privatwohnungen eingeführt haben, steht in den ersten Ländern nun aber der Austausch alter Melder an“. Außerdem böte die technologische Weiterentwicklung, wie etwa aus der Ferne inspizierbare Melder, die Daten für das Smart Home liefern können, gute Perspektiven für die Zukunft.

Zuwächse auch bei Zutritt, Video, Alarmierung und RWA

Mit einem Plus von sieben Prozent auf 352 Millionen Euro verzeichnen Zutrittssteuerungssysteme ein hohes Wachstum. Auch Videosicherheit hat unter dem Eindruck der Diskussion um die öffentliche Sicherheit mit einem Plus von 6,5 Prozent auf 575 Millionen Euro erneut spürbar zugelegt. Etwas verhaltener verlief das Wachstum bei Sprachalarmierungstechnologien mit plus 3,8 Prozent auf 110 Millionen Euro und bei Überfall- und Einbruchmeldeanlagen mit 3,6 Prozent auf 860 Millionen Euro. Die übrigen Gewerke wie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA), Rufanlagen nach DIN VDE 0834 und sonstige Systeme und Komponenten verzeichneten mit 5,1 Prozent in Summe einen deutlichen Zuwachs.