Foto: Assa Abloy

Haussicherheit

Mit der Haustür ins vernetzte Wohnen

Aktuelle Studien prophezeien dem Markt für vernetzte und intelligent steuerbare Haustechnik eine goldene Zukunft. Wir sprachen mit Beatrice Schulze, Business Development Manager der Assa Abloy Sicherheitstechnik GmbH, über den Smart-Home-Markt im Allgemeinen und die spezielle Ausrichtung der Lösung, die ihr Unternehmen auf der Security Essen vorgestellt hat.

PROTECTOR & WIK: Frau Schulze, wie schätzen Sie die Bedeutung des Smart-Home-Markts für Sicherheits-technik-Firmen im Moment ein?

Beatrice Schulze: Grundsätzlich ist Smart Home sowohl für Firmen der Sicherheitstechnik als auch für andere Bereiche aktuell ein absolut großes Thema. Die Möglichkeiten der Vernetzung, der Komfort für den Kunden, aber auch unterstützende Funktionen wie der Bereich Pflege – diese Themen werden uns in den nächsten, wie schon in den vergangenen Jahren weiter beschäftigen und sehr weit tragen.

Nun ist das Thema Smart Home als Markt für die Sicherheitstechnikbranche ja nicht ganz neu. Seit mittlerweile acht Jahren prophezeien Studien dem SmartHome-Markt den baldigen Durchbruch. Was macht Sie optimistisch, dass es ausgerechnet jetzt soweit ist?

Der Stand der Technik. Dieser ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass wir uns auf viele Systeme auch verlassen können. Und auch das Interesse auf Endkundenseite ist deutlich gestiegen. Für uns in der Industrie ist das ja schon länger ein Thema, aber auch die Endkunden bekommen jetzt immer mehr ein Gefühl dafür, vor allem was Anwendungslösungen betrifft. Das merken auch wir sehr deutlich. Endkunden sind heute viel eher bereit dazu, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und für Smart Home auch Geld auszugeben.

Auf der Security 2016 hat Assa Abloy die Lösung Smart Living der Marke Yale vorgestellt. Was ist mit dem System alles möglich?

Grundsätzlich führen wir mit der Lösung verschiedene Alarmmöglichkeiten zusammen, ob es ein Bewegungsmelder, eine Kamera, oder ein Fensterkontakt ist – die ganze Palette der Alarmierung. Ab 2017 wird dann auch die elektronische Schließlösung Enter integriert sein. Hier hat der Nutzer die Möglichkeit, nicht nur zu sehen, wenn etwas passiert, sondern kann auch darauf reagieren, etwa einer Person aus der Ferne die Türe öffnen. Dem Endkunden den Komfort zu verschaffen, nicht zu Hause sein zu müssen, wenn er seinen Besuch vorzeitig hereinlassen möchte, jederzeit beobachten zu können, was in seinem Garten passiert, oder einfach mal zu sehen, was die Katze gerade macht – das sind alles Möglichkeiten des Fernzugriffs, die wir mit der Tür vernetzen, um auch jenen Punkt abzusichern, über den ein Haus zuerst betreten wird. Neben dem Komfort und einem Gefühl der Geborgenheit, vermitteln wir dem Kunden damit auch die Gewissheit: Ich komme nach Hause und bin sicher.

Auf welcher Technik basiert Smart Living, und handelt es sich dabei um ein proprietäres System?

Ja, Smart Living ist ein proprietäres System und basiert auf der 868-Megahertz-Technik. Grundsätzlich agieren die einzelnen Komponenten im Haus mit Funk über den WLAN-Anschluss.

Adressiert Assa Abloy mit Smart Living ausschließlich Einfamilienhäuser, oder können mit dem System auch größere Objekte wie Arztpraxen oder Anwaltskanzleien ausgestattet werden?

Smart Living ist in erster Linie für Anwendungen in Privathäusern konzipiert. Es ist ja keine Alarmanlage, die irgendwo angebunden ist, und verkabelt werden muss. Außer dem LAN-Kabel, über das der Hub mit dem Heimnetzwerk verbunden wird, gibt es keine Verkabelung. Insofern könnte damit auch eine Arztpraxis ausgestattet werden. Aber eine Alarmmeldezentrale ist Smart Living definitiv nicht.

Wie ist das System auf der Messe angekommen? Welche Fragen, Anregungen, Reaktionen gab es?

Für uns war das ja auch der Pilot zum Thema Shop-Konzepte, um auch den Fachhandel zu unterstützen, und zu zeigen, was alles möglich ist. Insgesamt kam das Konzept sehr gut an. Es gab viele Rückfragen für Übernahmen der ausgestellten Möglichkeiten. Besonders oft wurde die leichte Verständlichkeit und intuitive Bedienbarkeit gelobt. Das sind auch die entscheidenden Punkte, die Kunden anziehen. Es muss einfach sein und schnell begriffen werden, man darf kein Studium benötigen, um zu verstehen, wie eine App funktioniert, das ist es, was das „Smart“ ausmacht.

Könnte man das System also als Plug- and-Play-System bezeichnen? Oder braucht man noch einen Installateur vor Ort?

Also grundsätzlich ist es ein Plug-and-Play- System. Bei Einbau und Installation gibt es aber natürlich oft Fragen. Wer es sich zutraut, kann das System selbst installieren, es ist aber auch möglich, sich das Komplettpaket installieren zu lassen. Das macht es sowohl dem Handelleichter, das System im Markt zu platzieren, als auch dem Endkunden, der den Service bekommt, wenn er ihn braucht.

Bei einem leicht zu installierendem und intuitiv zu bedienendem System, könnte man ja auf die Idee kommen, dieses auch direkt zu vertreiben. Liefern Sie das System weiterhin über den Fachhandel oder direkt an den Kunden?

Nein, wir betreiben prinzipiell kein Direktgeschäft und werden weiterhin über den Fachhandel gehen.

Wann wird das System auf dem Markt eingeführt?

Anfang nächsten Jahres. Auf der Security haben wir das System vorgestellt, und damit vertraut gemacht. Momentan leiten wir unsere Marketingmaßnahmen ein, um dann im Januar in Deutschland, Österreich und der Schweiz damit an den Start zu gehen.

Laut einer vom Unternehmen Context in Auftrag gegeben aktuellen Studie sind viele Endkunden zwar am Thema Smart Home interessiert, wissen aber nicht, wo sie fachliche Informationen bekommen und fühlen sich vom Fachhandel nicht gut beraten. Bieten Sie spezielle Schulungen zu diesem System an oder ist es so leicht verständlich, dass es keiner weiteren Erklärung bedarf?

Also grundsätzlich ist es klar, dass unser Fachhandel geschult wird. Auch mit Verkaufsmaßnahmen, in denen Anwendungen erlebbar gemacht werden, was beim Thema Smart Home ein entscheidender Punkt ist. Für uns ist es auch immer sehr wichtig, so viel wie möglich zu kommunizieren, vor allem, wenn es um das Thema Internet und unsere Website geht. Wir versuchen, mit Videos zu arbeiten, nicht nur mit Installationsvideos, sondern auch mit Anwendungsvideos, und es gibt die Assa Abloy Akademie, in der auch Fachhandelsvertreter geschult werden und Schulungsseminare stattfinden. Trotzdem muss der Kunde auch die Möglichkeit haben, auf eine Internetseite zu gelangen, zur Not heißt die Youtube, um hier das passende Video mit der Anwendung zu finden, damit nicht das Gefühl entsteht, alleingelassen zu werden. Außerdem gibt es eine Kundenhotline, hinter der auch eine Person sitzt, die man fragen kann.

Foto: Assa Abloy

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Aktiv absichern

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„Das Rad dreht immer schneller“

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