Mit freien und überdachten Terrassenbereichen öffnet sich die James-Simon-Galerie der Umgebung. Dank des Schließsystems „VERSO CLIQ“ von Assa Abloy ist dennoch Sicherheit gewährt.
Foto: Ute Zscharnt für David Chipperfield Architects

Schließsysteme

Moderne Technik von Assa Abloy sichert Welterbe

Die James-Simon-Galerie ist das Eingangsgebäude zur Berliner Museumsinsel. Sie wurde in eine gebäudeübergreifende Schließanlage von Assa Abloy eingebunden.

Vor knapp 200 Jahren entstand die Berliner Museumsinsel. Heute zählen die fünf Museen zum Unesco-Welterbe und locken immer mehr Besucher an.

Kultur sollte für jedermann zugänglich sein. Dies war der Grundgedanke, der die Architekten der Berliner Museumsinsel damals antrieb. Statt die fürstlichen Sammlungen und Schatzkammern weiterhin vor der Öffentlichkeit zu verschließen, sollte – ganz im Sinne der Aufklärung – die Allgemeinheit Zugang zu den Kulturgütern bekommen. Ein Konzept, das aufging: Heute zählen die fünf Museen der Insel zum Unesco-Weltkulturerbe und locken zahlreiche Besucher. Um das wachsende Publikum künftig besser zu organisieren, wurde nun ein neues Eingangsgebäude errichtet: die James-Simon- Galerie. Sie ist logistisches und visuelles Bindeglied zwischen den Museen und ist auch sicherheitstechnisch mit dem Bestand verknüpft – eingebunden in eine gebäudeübergreifende „VERSO CLIQ“-Schließanlage von Assa Abloy. Diese ermöglicht sehr hohe Sicherheit, ist flexibel verwaltbar und wahrt zugleich den Denkmalschutz.

Zentrales Eingangs- und Servicegebäude

Am 13. Dezember 2018 war es endlich soweit: Nach 17 Jahren Bauzeit ging die James- Simon-Galerie an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz über. Die Besucher der Staatlichen Museen zu Berlin werden ab Sommer dieses Jahres das Gebäude, das der britische Architekt David Chipperfield geplant hat, als zentrales Eingangs- und Servicegebäude für die Museumsinsel Berlin nutzen können. Die Ursprünge der Museumsinsel reichen bis ins Jahr 1810 zurück. Damals entschied der preußische König Friedrich Wilhelm III., in Berlin eine öffentliche Kunstsammlung anzulegen. Ort der Umsetzung sollte die Spreeinsel sein, die ursprünglich als Gewerbegebiet genutzt wurde. In der Folge entstanden hier zwischen 1823 und 1930 insgesamt fünf Ausstellungsgebäude: Das Alte Museum, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das Bode-Museum und das Pergamonmuseum – alle entworfen von namhaften Architekten wie Karl Friedrich Schinkel, Friedrich August Stüler, Ernst Eberhard von Ihne und Alfred Messel. Seit 1999 zählt das Museumsensemble zum Unesco-Weltkulturerbe. Im selben Jahr wurde ein Masterplan beschlossen, der unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes die Sanierung der bestehenden Gebäude vorsieht. Auch Umstrukturierungen und Neubauten sind darin festgelegt, durch welche die Museen noch stärker als Einheit erlebbar werden.

Neuorganisation der Museumsinsel

Zum Masterplan für die Museumsinsel zählen die Neugestaltung der Inselfreiflächen, die inhaltliche Erweiterung der Museen durch das Humboldt-Forum auf der Inselmitte und die Neuschaffung eines Archäologischen Zentrums. Außerdem entsteht sukzessive eine Archäologische Promenade, die im Sockelgeschoss vier der fünf Museen miteinander verbindet. Ebenso Teil des Plans: Die Errichtung eines übergeordneten Eingangsgebäudes, die James-Simon-Galerie. Sie ist nach dem jüdischen Kunstmäzen James Simon benannt, der Anfang des 20. Jahrhunderts den Berliner Museen unter anderem die weltbekannte Büste der Nofretete vermachte. Die James-Simon-Galerie erfüllt künftig drei Hauptaufgaben: Erstens fungiert sie als Anlaufstelle für die Besucher des Unesco-Weltkulturerbes Museumsinsel. Zweitens dient sie als Verteiler, indem sie oberirdisch an den Südflügel des Pergamonmuseums angebunden ist und unterirdisch über die Archäologische Promenade an die anderen Museen. Und drittens wird die Galerie Raum für Wechselausstellungen und Vorträge bieten und dadurch einem dynamischen Ort für die Museumsinsel und ganz Berlin darstellen.

Historie und Gegenwart im Einklang

Das schmale Grundstück entlang des Kupfergrabens brachte mehrere Herausforderungen mit sich: Zum einen machte der schlammige Boden umfangreiche Gründungsmaßnahmen notwendig. Zum anderen forderte der Denkmalschutz der Museumsinsel gestalterisches Feingefühl. Der britische Architekt David Chipperfield kombinierte bereits bei der Sanierung des Neuen Museums harmonisch Alt und Neu. Auch bei der neuen James-Simon- Galerie nimmt er historische Elemente der denkmalgeschützten Museumsbauten auf, wie die große Freitreppe und die Kolonnaden, und überführt diese gleichzeitig in die Gegenwart: Die bis zu neun Meter hohen Säulen des Neubaus beispielsweise gestaltete Chipperfield deutlich schlanker als die bestehenden Vorbilder. Sie strecken die Galerie dadurch optisch in der Höhe. Insgesamt hat der Neubau drei Geschosse und umfasst 4.600 Quadratmeter. Davon dienen 700 Quadratmeter den Wechselausstellungen. Das Auditorium wiederum bietet 300 Sitzplätze. Ticket- und Infobereich sowie Garderoben, ein Shop und ein Café komplettieren das Raumprogramm. Mit einem unaufdringlichen Materialkanon aus Sichtbetonwänden, Muschelkalkboden, Glas, verschiedenen Hölzern, Marmor und Kupferplatten unterstützt Chipperfield die ruhige Anmutung der James-Simon-Galerie – ähnlich wie er es bereits im Neuen Museum umgesetzt hat, das 2009 wiedereröffnete.

Unsichtbarer Schutz

Neben wertigen Materialien und einer harmonischen Raumgliederung trägt auch die unauffällige Integration notwendiger technischer Elemente zum stimmigen architektonischen Gesamteindruck bei. Dabei stellt die Schließanlage eine der wichtigsten sicherheitstechnischen Funktionen dar, wird die James-Simon-Galerie doch eine stark frequentierte öffentliche Einrichtung sein. Die Räume müssen von vielen Mitarbeitern und externen Personen zu unterschiedlichen Zeiten betreten werden können, zugleich sind empfindliche Bereiche zu schützen. Um Sicherheit zu garantieren und Zutrittsberechtigungen unkompliziert verwalten zu können, entschied sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Bauherrin der Galerie, für das leicht nachrüstbare mechatronische Schließsystem „VERSO CLIQ“. Hierbei sind feinste Mikroelektronik und intelligente Datenverschlüsselung in ein hochwertiges mechanisches Schließzylindersystem integriert.

So leicht geht Sicherheit

Die Stiftung hat das System der Assa Abloy- Marke „IKON“ bereits in mehreren Gebäuden der Staatlichen Museen zu Berlin installieren und zu einer zusammenhängenden, gebäudeübergreifenden Schließanlage zusammenfassen lassen. Die Entscheidung dafür fiel schon vor Jahren. Mehrere Gründe waren ausschlaggebend für die Umsetzung mit „VERSO CLIQ“. Stefan Kiowski von Kiowski Sicherheitstechnik in Berlin war von Anfang an mit der Umsetzung der Schließanlage für die Staatlichen Museen zu Berlin beauftragt und erklärt: „Die Anforderungen waren klar: Die Schließanlage sollte grenzenlos erweiterbar und mit dem Denkmalschutz vereinbar sein. ‚VERSO CLIQ‘ ermöglicht die Einhaltung beider Punkte. Da das System kabellos installiert werden kann und die elektronischen Zylinder in der Form außerdem den alten Profilzylindern gleichen, musste keine der Türen optisch verändert werden.” Und Alexander Kroll, Produktmanager CLIQ bei der Assa Abloy Sicherheitstechnik GmbH, ergänzt: „Außerdem ist das mechatronische System eine sehr wirtschaftliche Lösung. Zum einen weil keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden müssen und zum anderen, weil die Betriebskosten gering ausfallen”. So sind die Schüssel mit einer handelsüblichen Lithiumbatterie ausgestattet. Diese hält etwa 30.000 Schließungen stand, ist also auf etwa drei Jahre Lebensdauer ausgerichtet. Ganz ohne Werkzeug kann der Nutzer die Batterie leicht und selbstständig wechseln. Bei Schlüsselverlust wird außerdem durch einfaches Ausprogrammieren der Schließberechtigung die Anlagensicherheit weiter erhalten, ohne dass Schließzylinder ausgetauscht werden müssen.

Lückenloser Service für lückenlose Sicherheit

Die Schließanlage, die mehrere Gebäude der Staatlichen Museen zu Berlin umfasst, zählt derzeit etwa 1.700 Zylinder mit rund 1.950 Schlüsseln. Davon wurden über 1.100 Schließzylinder auf der Museumsinsel verbaut – 400 alleine in der neuen James-Simon- Galerie. Und die Anlage wird weiter wachsen: zum einen durch weitere Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen bei bestehenden Museumsbauten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zum anderen immer dann, wenn es bei einer bestehenden mechanischen Anlage zu einem gravierenden Schlüsselverlust kommt und der geforderte Sicherheitsstandard nicht mehr hergestellt werden könnte. Außerdem weiß Kiowski, dass die Staatlichen Museen zu Berlin sehr zufrieden über die Zusammenarbeit mit Assa Abloy sind: „Der Kunde fühlt sich sehr gut betreut, das bestätigt er uns immer wieder.” Die Kiowski Sicherheitstechnik GmbH ist Teil des „Partnership-Programms“ von Assa Abloy. Mit dem Programm stärkt das Unternehmen die Kompetenz seiner Fachpartner in Beratung, Montage und Service und bietet somit dem Endkunden einen hohen Mehrwert.