Die Branddirektor Westphal ist das größte Feuerlösch-Boot in Europa, ausgestattet mit modernster Technik.
Foto: Siemens AG

Löschanlagen

Modernste Technik auf Feuerlösch-Boot

Europas größtes Feuerlösch-Boot „Branddirektor Westphal“ setzt auf modernste Technik.

Das Feuerlösch-Boot „Branddirektor Westphal“ ist das größte in Europa und setzt mit seiner Technik neue Maßstäbe. Denn für eine Hafenstadt wie Hamburg hängen Hafensicherheit und die Sicherheit der Stadt eng zusammen. Ein Feuer, das beispielsweise auf einem der riesigen Containerschiffe ausbricht, könnte schnell außer Kontrolle geraten und zur Gefahr für die ganze Stadt werden. Kein Wunder also, dass die Hamburg Port Authority (HPA) mit ihrer Tochter „Flotte Hamburg“, zuständig für das gesamte Hafenmanagement, bei ihren Feuerlösch-Booten auf moderne Technik und hohe Qualitätsstandards setzt. So auch beim neuesten Zugang, der „Branddirektor Westphal“. Sie verdankt ihren Namen dem ersten Hamburger Branddirektor, der nach 1945 die Leitung der Berufsfeuerwehr übernahm. Das modernste und aktuell größte Einsatzboot seiner Art in Europa ist 44 Meter lang und zehn Meter breit. Am auffälligsten aber ist natürlich ihr knallroter Rumpf.

Bewährte Partnerschaft - komplexe Technik

Von außen sieht man der Branddirektor Westphal kaum an, was sie zu leisten vermag und welch komplexe und vielfältige Technik auf ihr verbaut ist. Die drei Löschmonitore – oder auch umgangssprachlich Löschkanonen genannt – können bis zu 180 Meter weit und 110 Meter hoch spritzen und erreichen damit auch die höchst gelegenen Container großer Schiffe. Je nach Brandintensität werden pro Minute bis zu 120.000 Liter Löschwasser ausgestoßen. Für die technische Ausstattung war die norwegische Firma Fire Fighting Systems (FFS) zuständig, der weltweit größte Technikausstatter für Feuerlöschboote. Schon seit Jahren setzt das Unternehmen auf eine enge Partnerschaft mir Siemens. „Wir haben schon immer Siemens für unsere Steuerungssysteme verwendet“, erklärt Espen Sveberg, Sales Manager bei FFS. „Der Grund dafür ist, dass wir das Know-how haben und zusätzlich von Siemens den Support bekommen, um neue Systeme zu entwickeln.“ Svebergs Kollege, Atle Vogl, Group Manager of Automation Design, ergänzt: „Für uns war Siemens erste Wahl, vor allem, weil es sich bei der Siemens-Technologie um sehr durchdachte Systeme handelt.“

Feuerlösch-Boot mit platzsparenden und leichten Motorstartern

Die an Bord verwendete Lösung basiert auf einer „Simatic S7-1500“-Steuerung und Motorstartern „Simatic ET 200SP“. Letztere richten die Löschkanonen vertikal und horizontal aus. Im Vergleich zur Vorgängerversion überzeugt die neue Generation der Motorstarter mit ihrer schmalen Modulbreite von nur 30 mm. Früher konnten pro Schaltschrank nur Steuerelemente für maximal zwei Löschkanonen untergebracht werden. Durch die kompakte Bauform der Motorstarter war FFS jetzt in der Lage, die Steuerungen aller drei Löschkanonen in einem Schaltschrank zu montieren. Das spart Platz und – vor allem beim Schiffbau von Bedeutung – Gewicht. Abgesehen davon verfügen die Motorstarter über eine Marine-Zulassung, was FFS einen normgerechten Schaltschrankbau ermöglicht.

Geringer Programmieraufwand

Durch die Integration der Lösung in das TIA (Totally Integrated Automation) Portal ist die Projektierung und Simulation der Komponenten vor der eigentlichen Integration auf der Branddirektor Westphal möglich. „Das ist wirklich großartig und es verkürzt die Programmierungszeit für uns enorm“, schwärmt Vogl. Apropos Programmieraufwand: Über das TIA Portal steht die Hot Swapping Funktion (eine Art Klicksystem) zur Verfügung. Damit kann man im laufenden Betrieb einfach einen Motorstarter austauschen und das System bringt sich automatisch auf den neuesten Stand. Der Nutzer bekommt nur eine Warnung auf dem Bildschirm angezeigt, während das komplette System einsatzbereit bleibt; ganz ohne Programmieraufwand.

24/7 einsatzbereit

Ein weiterer Vorteil der Motorstarter sind die umfangreichen Diagnose-Möglichkeiten und die übersichtliche Diagnose-Ansicht aller auf dem Boot verbauten Komponenten und Systeme. Auf einer zentralen Übersicht werden alle Abläufe und im Störfall entsprechende Fehlermeldungen samt genauer Lokalisation dargestellt. Das beschleunigt die Fehlerbehebung und erhöht so die Verfügbarkeit. Gerade die Verfügbarkeit ist bei einem Schiff, das rund um die Uhr einsatzbereit sein muss, entscheidend. Ähnlich ausschlaggebend ist eine optimal vorbereitete und geschulte Crew. Mindestens drei Feuerwehrleute sind in wechselnden Schichten immer an Bord und leben hier für die Dauer ihrer Schicht in einer Art Wohngemeinschaft. Neben eigenen Kabinen stehen ein Gemeinschaftswohnraum sowie eine Küche bereit. Da die Branddirektor Westphal im Ernstfall auch als Rettungsschiff eingesetzt werden kann, darf auch ein komplett ausgestatteter Sanitätsraum inklusive Dekontaminationskammer nicht fehlen. Das Feuerlösch-Schiff überzeugt folglich nicht nur auf technischer Seite, sondern als Gesamtpaket.

Voller Erfolg

„Siemens bedeutet für mich: Technik von morgen schon heute“, fasst Vogl seine bisherigen Erfahrungen mit Siemens kurz und knapp zusammen. Ein ähnliches Resümee zieht Karsten Schönewald, Geschäftsführer der Flotte Hamburg. „Das Boot ist ein Quantensprung und ein wesentlicher Schritt in die nächste Generation an Feuerlöschbooten. Wir haben den Anspruch, Qualitätsführer zu sein und mit Siemens haben wir dazu den richtigen Partner an der Seite. Daher war für uns auch klar, dass wir nur mit einem Lieferanten arbeiten würden, der ähnlich wie wir durchgehend auf Siemens-Technik setzt.“ Mit FFS habe man diesen Lieferanten gefunden.

Atle Vogl, Group Manager of Automation Design bei Fire Fighting Systems (FFS)

Foto: Siemens

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