Editorial

Neue Perspektiven

Die (Sicherheits-)welt ist im Wandel. Stichworte wie Digitalisierung, IoT, Cyberangriffe, aber auch Terrorismus und Katastrophenmanagement finden sich in den Programmen von Sicherheitskonferenzen und Vorträgen: Neue Problemstellungen, die nach neuen Lösungen verlangen.

Manche Themen dagegen verändern sich nicht so schnell, wie man denken könnte. Vor zwei Jahren wurde die gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen eingeführt, die seither auch brav umgesetzt wird. Die „Ermahnung“ an Unternehmen, den Frauenanteil auch in anderen Führungsjobs zu erhöhen, wurde dagegen nicht so ernst genommen. 30 Prozent Frauen, die in verantwortlichen Führungspositionen im Bereich Sicherheit arbeiten, sind wohl auf lange Zeit noch nicht in Sicht.

Die meisten Frauen in der Sicherheitsbranche arbeiten auf niedrigem Lohnniveau im Bewachungsgewerbe. Da gerade dieser Bereich, wie andere im Niedriglohnsektor auch, an „Nachwuchsproblemen“ leidet, gibt es zahlreiche Versuche, dieses Berufsbild über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten und eine entsprechende Bezahlung attraktiver zu gestalten. Der demographische Wandel und der sich abzeichnende Fachkräftemangel wird es aber auch mit sich bringen, dass Arbeitgeber bei der Besetzung von Führungspositionen im Bereich Sicherheit nicht an Frauen vorbeigehen können. Die Quotenregelung stößt dabei immer wieder auf das Gegenargument, dass nicht das Geschlecht, sondern die Qualifikation eines Bewerbers ausschlaggebend bei einer Stellenbesetzung sein sollte. Gerade im Bereich Sicherheit gilt es, keine Abstriche in puncto Qualität der Leistung zu machen. Aber zahlreiche neue Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten sorgen dafür, dass auch qualitativ hoch ausgebildete Frauen für anspruchsvolle Tätigkeiten in unterschiedlichen Sicherheitsbereichen wie beispielsweise dem Sicherheitsmanagement zur Verfügung stehen. Und die Anmeldungen zu diesen Studiengängen zeigen, dass das Interesse von Frauen für die Sicherheitsbranche weiter ansteigt. Eine ideale Plattform, sich auch mit männlichen Kollegen über aktuelle Sicherheitsfragen auszutauschen, bot übrigens die diesjährige ASIS Germany Konferenz mit dem Thema „Women in Security“ (Nachbereicht auf Seite 66-67). Gemeinsam sollte es den verantwortlichen Frauen und Männern gelingen, Antworten auf die dringenden Sicherheitsfragen zu finden.

Annabelle Schott-Lung, stellvertretende Chefredakteurin

Foto: ASIS Germany e.V.

Frauen in der Sicherheitsbranche

Eine Frage des Kopfes

Sicherheit ist längst keine reine Männerdomäne mehr – und trotzdem: Wer als Frau in der Sicherheitsbranche Fuß fassen will, hat es nicht immer leicht. Für eine Gleichberechtigung der Geschlechter scheint ein Paradigmenwechsel erforderlich. Doch können eine Frauenquote oder ein eigenes Netzwerk dieses vermeintliche Dilemma nachhaltig lösen?

Foto: Fotolia/fotomek

Frauenquote

Ist Sicherheit männlich?

Frauen in leitenden Sicherheitspositionen sind noch nicht sehr verbreitet. PROTECTOR-Redakteurin Annabelle Schott-Lung befragte zur Frauenquote in der Sicherheitsbranche und veränderten Sicherheitsaufgaben Dr. Cosima Eggers, Leiterin der Unternehmenssicherheit der Airbus Operations GmbH, Deutschland.

Editorial

Alarmierend, aber nicht neu

Was haben Köche, Frisöre und Mitarbeiter im Sicherheitsgewerbe gemeinsam? Die Abbrecherquote von Auszubildenden in diesen Branchen ist doppelt so hoch wie die in anderen Berufen.

Editorial

Boom hält an

Als der BDSW im letzten Jahr die Umsatzzahlen für 2015 vorstellte, ging die Branche der Sicherheitsdienstleister noch von einem Sondereffekt aus. Das Umsatzwachstum von über 15 Prozent wurde mit dem Zuzug der Flüchtlinge und der daraus resultierenden stark steigenden Nachfrage nach Bewachung von Flüchtlingsunterkünften erklärt.