Foto: UTC

Video- und Datenübertragung über Glasfaser

Neue Trends bei einem Klassiker

Die Übertragung von Video, Audio und Daten über Glasfaser hat sich seit etlichen Jahren bei vielen Anwendungen im Sicherheitsbereich durchgesetzt. Grund ist nicht nur die verlustarme Überbrückung größerer Entfernungen, sondern auch die Immunität gegenüber elektromagnetischen Feldern und eine schwierig zu knackende Abhörsicherheit. Neue Trends lassen sich dennoch beim Klassiker Glasfaserübertragung ausmachen.

Wie bei anderen Anwendungen elektromagnetischer Schwingungen geht auch bei der Übertragung von Licht alles in Richtung „digital“. Die Modulation, also der Transport der Information über ein Trägersignal, ist bei neuen Systemen ausschließlich digital und gehört selbst bei einfachen Geräten zum Standard. Schließlich erlaubt erst die digitale Modulation eine weitgehende Ausnutzung der Bandbreite.

Daraus resultiert, dass Übertragungsgeräte mehrerer unterschiedlicher Signalarten, egal ob unidirektional oder bidirektional, ausschließlich als Ein-Faser-Ausführung angeboten werden. Wer bei der Anzahl von Glasfasern äußerst knapp ist, kann bis zu 64 Videosignale über eine Singlemode-Faser übertragen. Möglich wird dies durch eine enge Belegung des zur Verfügung stehenden optischen Frequenzspektrums in einem Kanalraster von 20 Nanometern Wellenlänge.

Erleichterte Installation und Wartung

Neue Glasfasersender und -empfänger besitzen eine geringere Stromaufnahme als ihre Vorgänger, das betrifft insbesondere ältere Produkte mit digitaler Modulation. Die Reduzierung der Stromaufnahme ist mit einer geringeren Wärmeverlustleistung verbunden. Bei Anwendungen mit hohen Ansprüchen an die Verfügbarkeit werden üblicherweise redundante Netzteile installiert. Eine Schaltung zur Lastenteilung sorgt für eine gleichmäßige Beanspruchung. Erst bei Ausfall eines Netzteils übernimmt das verbliebene Netzteil die volle Last.

Neben Mini-Sendern für die Übertragung eines Videosignals gibt es jetzt auch kleine Bauformen für die Übertragung eines Videosignals und eines Datenkanals. Auf diese Weise können die Abmessungen von Anschlusskästen für steuerbare Kameras gering gehalten werden. Aufgrund der Miniaturisierung von LEDs stehen bei Rack-Einschüben die Status-Anzeigen der Signale beidseitig an Front- und Rückseite zur Verfügung, was bei größeren Anlagen die Installation erleichtert.

Völlig neue Möglichkeiten ergeben sich aus optional verwendbaren Netzwerkkarten. Die Einbindung von Statusinformationen über jedes einzelne Sende- und Empfangsgerät in ein Netzwerk und die Fernparametrierung verleihen der herkömmlichen Glasfaserübertragung eine neue Dimension. Für Endanwender und Errichter können unterschiedliche Zugriffsrechte definiert werden. Eine zusätzliche Software ist nicht erforderlich, Rack-Konfigurationen können über einen Web-Browser abgebildet werden. Bei speziellen Fragen kann auch dem Hersteller Zugriff gewährt werden. Die zusätzlichen Kosten für eine Netzwerkkarte haben sich schnell amortisiert, wenn durch die Fernüberwachung das Servicepersonal auf stundenlange Anfahrten verzichten kann.

Wirtschaftlich

Vergleicht man die Anzahl der Einzelprodukte zwischen älteren und neuen Produktreihen, fällt die geringere Anzahl der neuen Produkte auf. Ein Nachteil? Keinesfalls. Abgesehen von mechanischen Vereinfachungen, wie der Vereinigung von Einschubkarten mit eigenständigen Modulen, erlaubt die Preisgestaltung eine großzügigere Planung. Bei früheren Konfigurationen musste aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen genau darauf geachtet werden, die passende Kombination der zu übertragenden Signale auszuwählen. Die heutigen Preise lassen die Verwendung eines „Universalgerätes“ für Video-, Audio-, Daten- und Schließkontaktübertragung zu, auch wenn eventuell eine dieser Signalarten nicht übertragen wird und das verwendete Gerät als überdimensioniert erscheint.

Die Weichen sind also gestellt, dass die Übertragung per Lichtwellen zu einem Dauerbrenner wird.

Foto: Monacor

Signalübertragung in analogen Videoanlagen

Wege zum Ziel

Zu einer effektiven Planung einer analogen Videoüberwachungsanlage gehört neben der Betrachtung des Anforderungsprofiles der einzusetzenden Kameras und Aufzeichnungsformen auch die Wahl der Verbindungsleitungen für das Videosignal und die Betriebsspannung. Dabei spielen neben der zu überbrückenden Entfernung auch möglicherweise vorhandene Leitungen und der Installationsaufwand eine wichtige Rolle.

Mit dem Outdoor-Glasfaserverkabelungssystem „pe-light-2“ können Überwachungskameras in Sternverkabelung wie auch in Linien- und Ringstruktur vernetzt werden.
Foto: EKS Engel

IP-Kameras

Wie IP-Kameras in Lichtmasten vernetzt werden

Ein Glasfaserverkabelungssystem von EKS Enge lässt sich Lichtmasten integrieren. IP-Kameras können so vernetzt werden. Welche Vorteile bietet diese Methode?

Foto: S. Hofschlaeger/Pixelio

Miniatursender

Kaum zu erkennen

Während sich die Technik stürmisch weiterentwickelt, prägen vielfach überlebte Vorstellungen die aktuelle Sicht der Dinge, wie beispielsweise bei der Lauschabwehr. Obwohl die Miniatursender immer kleiner wurden, haben selbst Profis immer noch knopfgroße „Wanzen“ vor Augen.

Foto: MS-AG

Übertragungstechnik in Leitstellen

Zentral gesteuert

Die Überwachung der Gebäudetechnik ist eine komplexe Aufgabe: Verschiedene technische Gewerke müssen parallel überwacht und gesteuert werden. Wenn all diese Einrichtungen dabei noch mit unterschiedlichen Systemen arbeiten, ist eine transparente Regelung kaum mehr möglich. Abhilfe schafft hier ein zentrales System.