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Ei Electronics

Neues Kompetenzzentrum eröffnet

Am 1. Oktober 2015 eröffnete Ei Electronics am Standort Düsseldorf ein neues Kompetenz- und Schulungszentrum. Die angebotenen Schulungen sollen Elektrikern und Errichtern komplexes Fachwissen rund um alle Themen zu Rauch- und Kohlenmonoxidwarnmeldern vermitteln.

Bis zu 40 Teilnehmer finden in den mit modernster Technik ausgestatteten Schulungsräumen Platz. Darüber hinaus informiert eine interaktive Ausstellung über Brand- und Gasgefahren in privaten Wohnräumen und gibt Einblicke in die Produktion von Rauchwarnmeldern.

Ei Electronics definiert sich selbst als Premium-Anbieter. Deutschland sieht das aus Irland kommende Unternehmen nach Angaben von Geschäftsführer Philip Kennedy als Wachstumsmarkt. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die Einführung der Rauchwarnmelderpflicht: Bereits in 13 von 16 Bundesländern ist die Installation heute gesetzlich vorgeschrieben.

Aus der Nische in die Masse

Mittlerweile haben sich Rauchwarnmelder eindeutig vom Nischen- zum Massenprodukt entwickelt, sagt Philip Kennedy. Ei Electronics schätzt das Marktpotenzial in Deutschland auf etwa 120 Millionen Rauchwarnmelder, wenn die rund 40 Millionen Privathaushalte mit durchschnittlich drei Meldern pro Wohnung ausgestattet würden.

Bereits seit über 50 Jahren entwickelt und produziert Ei Electronics im irischen Shannon Melder für den privaten Wohnbereich. 1963 wurde das Unternehmen als Niederlassung von General Electric (GE) gegründet. 1988 fand ein Management-Buyout statt – seitdem befindet sich Ei Electronics zu 100 Prozent in Privathand. In Shannon arbeiten heute über 700 Mitarbeiter. Rund zehn Millionen Melder werden pro Jahr hergestellt. Zunehmend werden die Melder dabei „intelligenter“ und in größeren Objekte auch miteinander vernetzt. Moderne Tools erfassen Melder-Informationen und Alarm-Historien, die sich beispielsweise per App abrufen lassen.

Matthias Fischer Mit Philip Kennedy im Gespräch

Im Rahmen der Eröffnung des Ei Electronic Kompetenz- und Schulungszentrums am 1. Oktober sprachen wir mit Geschäftsführer Philip Kennedy über Anforderungen an Warnmelder in Deutschland.

PROTECTOR: Was versteht Ei Electronics genau unter der Vernetzung von Rauchmeldern und setzen Sie dabei auf Funktechnik oder auf Verkabelung und Einbindung in Bussysteme?

Philip Kennedy: Wir bieten sowohl draht- als auch funkvernetzte Lösungen an. Während kabelgebundene Systeme in Neubauten optimal sind, werden in Bestandsbauten überwiegend Funklösungen eingesetzt. Die Vorteile der Funkvernetzung liegen klar auf der Hand: kabellose und schnelle Montage, hohe Flexibilität in der Anwendung sowie umfangreiches Zubehör. Wichtig ist, dass die Funkanwendung störungssicher und absolut zuverlässig ist. Für ein stabiles Funknetzwerk sollten bidirektional vernetzte Warnmelder nach dem Repeater-Prinzip eingesetzt werden. Diese ermöglichen eine deutliche Reichweitensteigerung gegenüber anderen am Markt erhältlichen Systemen. Monteure erhalten zudem einen größeren Handlungsspielraum vor Ort, da sie auch in ungünstigen baulichen Umgebungen geeignete Melderpositionen finden.
Ein weiterer, relevanter Aspekt ist die Frequenz, auf der das Netzwerk basiert: So gelten Werte bei 868 Megahertz als besonders robust gegen Störeinflüsse. Bei Ei Electronics sorgt eine spezielle Hauscodierung dafür, dass die Melder einer Gruppe nicht durch andere Geräte gestört werden. Moderne Funkmodule überprüfen außerdem in regelmäßigen Abständen die Verbindung zu ihren Nachbarn. Eine gestörte Verbindung wird ebenso bemerkt wie das unbefugte Entfernen eines Melders.
Bei einem Wohnungsbrand müssen funkvernetzte Warnmelder selbstverständlich absolut sicher funktionieren. Nur ein autonomes System mit unabhängiger Stromversorgung kann das Warnsignal im Gefahrenfall zuverlässig weiterleiten. Bei Rauchwarnmeldern mit separatem Funkmodul sollte dieses über eine eigene Zehn-Jahres-Stromversorgung verfügen, um die Batterie des Melders nicht zu belasten. Eine Integration von Warnmeldern in offene Netze, zum Beispiel in ein allgemeines WLAN, birgt nach unserer Meinung zurzeit noch unkontrollierbare Risiken.
Schon bei der Planung sollte man darauf achten, dass sich das Funksystem problemlos erweitern lässt. Mit den Funkmodulen der neuen Generation können neu hinzukommende Melder einfach mit bestehenden verbunden. Alle weiteren Elemente stellen die Vernetzung automatisch her. Spätere Nutzungsänderungen und Umbauten können dadurch einfach und schnell realisiert werden.

Inwieweit lässt sich die Technik ins Smart Home einbinden und ist die Technik so weit offen, dass auch eine Einbindung in Quivicon, das System der Telekom, möglich ist?

Die Voraussetzung für eine sinnvolle Integration von Rauchwarnmeldern in Smart-Home-Systeme sind nach aktuellem Stand der Technik leider noch nicht gegeben. Rauch-, Hitze- und Kohlenmonoxidwarnmelder sind Sicherheitsprodukte, deren lebensrettende Funktion unter allen Umständen gewährleistet sein muss. Mit anderen Worten: weder die Stromversorgung noch die Weiterleitung des Alarmsignals dürfen im Brandfall beeinträchtigt werden. Aus diesem Grund setzen wir ein autarkes Funksystem mit unabhängiger Stromversorgung und geschützten Übertragungswegen ein.
Selbstverständlich bieten wir die Möglichkeit, Signale aus „unserem“ Netz in andere Systeme weiterzuleiten. So können beispielsweise mit dem bidirektionalen Koppelelement Ei414 Alarme und Störungen auf Telefonen angezeigt oder in Anlagen der Gebäude- und Sicherheitstechnik weitergeleitet werden.

Wie schätzen Sie den Markt für Smart Home in Deutschland insgesamt ein?

Wir beobachten die Entwicklungen im Bereich Smart Home sehr genau. Als führender europäischer Hersteller für Rauchwarnmelder steht für uns die Frage im Mittelpunkt, inwiefern die lebensrettende Funktion unserer Produkte – nämlich die Warnung anwesender Personen – sichergestellt werden kann. Solange das nicht gewährleistet ist, bleiben autarke Systeme mit unabhängiger Stromversorgung die erste Wahl.

Welche Schwierigkeiten sehen Sie für Errichter, gerade vor dem Hintergrund von vermehrt erhaltbaren Plug-and-Play-Lösungen?

Der klassische Stand-alone-Rauchwarnmelder ist ein typisches Endverbraucherprodukt. Sobald es aber um vernetzte Lösungen geht, sind qualifizierte Planung-, Installations- und Serviceleistungen erforderlich. Voraussetzung dafür sind Produkte und Systeme, die Errichter- und Installationsfirmen einen bestimmten Mehrwert bieten. Mit der i-Serie haben wir eine servicefreundliche und leistungsfähige Produktlinie für Profis entwickelt. Diese Melder und Funkmodule verfügen über weitreichende Diagnose- und Speichermöglichkeiten, beispielsweise von Alarmhistorie, Batteriezustand und Verschmutzungsgrad der Rauchkammer und können einfach und bequem ausgelesen werden.

Foto: Ei Electronics

Einsatz im Smart Home

Keine Kompromisse

Bei der Integration von Sicherheitsprodukten in Smart-Home-Systeme dürfen keine Kompromisse eingegangen werden. Deren lebensrettende Grundfunktion muss auf jeden Fall sichergestellt sein. Eine einfache und robuste Lösung bietet die Anbindung autarker Systeme über potenzialfreie Kontakte, wie am Beispiel funkvernetzter Rauchwarnmelder gezeigt wird.

Foto: Ei Electronics

Ei Electronics

Neue Funkmodul-Generation

Auf der Security 2014 präsentiert Ei Electronics neue Wege bei der Rauchmelder-Diagnose. Mit Funkmodulen werden Warnmelder noch servicefreundlicher.

Foto: Kalscheuer

Ei Electronics

Dreifach geprüfte Rauchwarnmelder

Gegen Ende des Jahres 2017 lud der Hersteller Ei Electronics vor dem Hintergrund der bundesweit fortschreitenden Rauchwarnmelderpflicht zur Werksbesichtigung nach Shannon in Irland ein. Die Reise führte ins 23.000 Quadratmeter große Ei-Hauptquartier, zu australischen Käfern und zu rotem Bier.

Foto: Ei Electronics

Feuertrutz 2016

Ei Electronics zeigt funkvernetzte Melder

Ei Electronics präsentiert auf der Feuertrutz 2016 die Einsatzmöglichkeiten funkvernetzter Rauch- und Kohlenmonoxidwarnmelder und zeigt unter anderem die Anbindung an externe Anlagen der Sicherheits- und Gebäudetechnik.