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Coach mit Frank Caspers

Prävention im Fokus

Das Thema Burnout ist mittlerweile im Hinblick auf den zunehmenden Fachkräftemangel ein wichtiges Thema, da in den letzten Jahren die Ausfallraten durch erkrankte Mitarbeiter stark angestiegen sind.

Der Ausfall über einen längeren Zeitraum hinweg bedeutet für die Unternehmen nicht nur den zumindest temporären Wegfall der Arbeitsleistung, sondern es kann auch bedeuten, dass sich nach der Rückkehr des Betroffenen auch die Arbeitsprozesse ändern müssen beziehungsweise sollten.

Dies stellt allerdings die günstigere Entwicklung dar. Denn oftmals kommen die Betroffenen nicht mehr an den Arbeitsplatz zurück, was gerade bei hochqualifizierten Mitarbeitern und Führungskräften einen Wissensverlust sowie die Problematik eines adäquaten Ersatzes nach sich zieht. Führungskräfte sollten daher für diese Problematik ausreichend geschult sein, um Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen zu können.

Frank Caspers Frank Caspers ist Diplom-Pädagoge und selbstständiger Trainer, Coach und Vortragsredner. Er ist unter anderem Trainer für die VSW e.V. in den Themenbereichen Argumentationstraining für Sicherheitskräfte und Konfliktmanagement.

In der Regel wird das Problem allerdings erst dann erkannt, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Es wird immer mehr Arbeit an einen Mitarbeiter, der selbst auch Führungsver-antwortlichkeit besitzen kann, abgegeben, die unter immer größerem Zeitdruck erledigt werden muss. Mitarbeiter, die sich bei steigender Belastung nicht rechtzeitig wehren, laufen Gefahr, in einen Teufelskreis aus immer mehr Arbeit und immer größerem Druck zu geraten, der etwa zu Lasten von dringend notwendiger Freizeit geht.

„Volkskrankheit“ Burnout Burnout ist gemäß der Weltgesundheits-organisation keine anerkannte psychische Erkrankung, sondern eine Zusatzkodierung im Diagnoseklassifikationssystem ICD10. Die Symptome von Burnout können sehr unterschiedlich und unspezifisch sein. Burnout wird dabei in die Kategorie Z73 eingeteilt, in der „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“, beispielsweise Ausgebranntsein/Burnout, körperliche oder psychische Belastung, Erschöpfung, aufgeführt sind. Seit 2004 liegen Daten der großen Krankenkassen bezüglich Krankschreibungen wegen Burnouts vor. Demnach hat sowohl die Anzahl der Krankschreibungsfälle als auch die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage (AU) pro 100 Versicherten seit 2004 stark zugenommen. Entfielen im Jahr 2004 noch 0,67 AU-Tage pro 100 Versichertenjahre auf Burnout-Krankschreibungen, waren dies 2011 bereits 9,1, also etwa 14-mal so viele. Der Anteil der Krankschreibungsfälle hat sich zwischen 2004 und 2011 verachtfacht.

Quelle: BPtK –Studie zur Arbeitsunfähigkeit 2012

Wichtig ist hierbei vor allem, dass das soziale Umfeld der Mitarbeiter stimmt, also das Arbeitsleben nicht auch den privaten Bereich zur Gänze dominiert. Gerade wenn es beruflich nämlich Probleme geben sollte oder gar der Verlust des Arbeitsplatzes droht, sind das familiäre oder soziale Netzwerk mit Freunden zentrale Faktoren zur Stabilisierung. Unternehmen können hier positive Akzente setzen, indem sie entsprechende Arbeitsbedingungen und gegebenenfalls Rahmenprogramme bieten, die auf den Erhalt der Arbeitsfähigkeit abzielen.

Denn im Kampf um qualifizierte Fach- und Arbeitskräfte legen Bewerber immer stärker Wert auf solche „weiche“ Faktoren, wohingegen Geld alleine nicht mehr unbedingt der ausschlaggebende Grund für einen Arbeitsplatzwechsel ist.

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Alkohol und Drogen am Arbeitsplatz

Nicht wegschauen

Im Gegensatz zu den Risiken gesteigerten Alkoholkonsums und seine teilweise fatale Auswirkung auf die Sicherheit im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz, wird das Problem der illegalen Drogen in der Arbeitswelt im Allgemeinen nicht oder noch sehr selten thematisiert.

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Sicherheit am Arbeitsplatz

Gesund durch den Job

75 Milliarden Euro mussten deutsche Arbeitgeber 2016 für die Arbeitsunfähigkeit ihrer Mitarbeiter zahlen, so die Schätzung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Zwar ist die Zahl der Arbeitsunfälle gesunken, doch die Zahl der gemeldeten Fälle von Berufskrankheiten steigt.

Um negative Langzeitfolgen zu vermeiden, gilt es bei traumatischen Erlebnissen sofort eine psychologische Akutintervention einzuleiten.
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Arbeitsschutz

Psychologische Akutintervention bei Trauma entscheidend

Um negative Langzeitfolgen eines traumatischen Erlebnisses zu vermeiden, ist die psychologische Akutintervention essenziell.

Der BDSW forder in Bezug auf die durch das Coronavirus verursachten Umstände, Sicherheitsdienstleister besser zu entlasten.
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Verbände

BDSW fordert Entlastung für Sicherheitsdienstleister

Der BDSW rechnet infolge der Corona-Krise mit massiven Einbußen bei Sicherheitsdienstleistern und fordert deren kurzfristig greifende Entlastung.