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PSA – worauf kommt es an?

Für Arbeitsschutz und Persönliche Schutzausrüstung (PSA) gelten klare Vorgaben vom Gesetzgeber. In den Betrieben gibt es aber oft zu wenig Personal, zu wenig Zeit und keine Spezialisten für das betriebsfremde Thema. Welche Schritte sind also für einen reibungslosen Ablauf in der Praxis zu beachten?

Der Betriebsinhaber trägt die Verantwortung für den Arbeitsschutz. Persönliche Schutzausrüstung (PSA) – dazu gehört auch die normgerechte Schutzkleidung – muss immer dann getragen werden, wenn dies die Gefährdungsbeur-teilung für einen bestimmte Arbeitsplatz vorsieht, zum Beispiel bei Schweißarbeiten.

Der Unternehmer muss darauf achten, dass in seinem Betrieb alle geltenden Bestimmungen eingehalten werden und alle Mitarbeiter ihre Tätigkeiten gefahrlos ausüben können. Demnach hat er auch für die Ausstattung mit normgerechter Schutzkleidung zu sorgen. Und er muss – anders als für Berufskleidung ohne Schutzfunktion – immer die Kosten dafür übernehmen. Für die richtige Ausstattung sollte eine Gefährdungsanalyse das Risikopotential jedes einzelnen Arbeitsplatzes ermitteln.

Unterstützung findet der Unternehmer zunächst bei den Berufsgenossenschaften. Sie betreuen und beraten ihre Mitglieder, stellen Informations- und Präventionsmaterial zu Verfügung. Und sie bilden auch die Sicherheitsbeauftragten der Unternehmen aus.

Dieser interne Ansprechpartner macht bei Betrieben ab etwa 20 Mitarbeitern Sinn. Denn er unterstützt den Inhaber dabei, Arbeitsunfälle und Gefahren für die Gesundheit zu vermeiden, dient als Ansprechpartner bei Rückfragen der Mitarbeiter. Das ist meiner Meinung nach absolut sinnvoll. Zusätzlich kann sich der Inhaber bei Bedarf – und gegen Bezahlung – auch Rat von einem Experten mit sicherheitstechnischem Fachwissen, beispielsweise einer externen Sicherheitsfachkraft, holen.

Abgestuftes Vorgehen

Zunächst muss eine Gefährungsbeurteilung erfolgen. Dann kann die auf den jeweiligen Arbeitsplatz abgestimmte, normgerechte Schutzkleidung ausgewählt werden. Dabei sind sowohl Kauf oder Leasing möglich. Auf Basis dieser Gefährdungsanalysen suchen beispielsweise textile Mietdienstleister mit dem Kunden die passenden Kollektionen aus. Von Vorteil ist hier fast immer eine gemeinsame Arbeitsplatzbegehung vor Ort.

Das Unternehmen sollte sich auf jeden Fall über neuen Entwicklungen im Bereich der Schutzkleidung auf dem Laufenden halten. Denn gerade diese neuen Textilien sind leichter, technisch auf dem neuesten Stand und bieten modernere und damit oft bessere Schutzfunktionen.

Und beim Thema Optik lässt sich moderne PSA häufig in das CI eines Unternehmens integrieren. Aber Achtung: Nicht alle Designwünsche lassen sich bei PSA ebenso realisieren wie bei Berufskleidung ohne Schutzfunktion. Hier steht die Sicherheit des Menschen, der die Kleidung trägt, immer im Mittelpunkt.

Darum sollte der Unternehmer die Schutzkleidung vor einer endgültigen Entscheidung in Probephasen von Mitarbeitern testen lassen – hier ist ein Mitspracherecht empfehlenswert. Schließlich müssen sich die Beschäftigten in ihrer Kleidung wohlfühlen. Nur was getragen wird, kann auch schützen.

Pflege nicht vernachlässigen

Entscheidet sich der Unternehmer für den Kauf der PSA, muss er natürlich auch die erforderliche Anzahl an Nachschub und Ersatz für die Mitarbeiter bereitstellen. Zudem hat er für die fachgerechte Pflege zu sorgen – er muss laut Gesetzgeber ja die normgerechten Eigenschaften der eingesetzten Schutzkleidung auch nach der Wäsche gewährleisten.

Darüber hinaus muss er die Wartung und Reparatur sicherstellen und sie dokumentieren, sprich in festgelegten Prüfintervallen unverzüglich eventuelle Mängel an der Kleidung aufzeigen und sie fachgerecht reparieren lassen oder gegen neue austauschen. Zudem sollte die PSA an einem trockenen, sicheren Ort gelagert werden. Im Leasing sind diese Leistungen inklusive.

Alexander Neuzerling, Verkaufsleiter der Itex Gaebler-Industrie Textilpflege GmbH

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Initial

Neue Generation High-Tech-Schutzkleidung

Initial bringt mit Delta fünf neue PSA-Kollektionen in den Kategorien Multinorm-, Schweißer- und Warnschutzkleidung auf den Markt. Die Kollektionen für unterschiedliche Gefahrenprofile kombinieren normgerechten, zertifizierten Schutz mit aktueller Optik.

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Neue Fasern für PSA

Weg vom „Marsmensch“-Image

Rund ein Drittel aller 16 deutschen Textilforschungsinstitute sind mit zum Teil Aufsehen erregenden Forschungsergebnissen im Sektor Berufsbekleidung direkt am Umsatzwachstum beteiligt. Nach Mitteilung des Forschungskuratorium Textil (FKT) ist Deutschland heute dank neuer Fasermischungen und innovativer Textileigenschaften wie UV-schützend, antistatisch, stichsicher oder leuchtend bei Persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) führend in der Welt.

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Dossier Sicherheitsschuhe

Schutzausrüstung für die Füße

Ob auf dem Bau, in der Industrie, im Forst, beim Umgang mit Chemikalien, Gefahrstoffen oder an einer Arbeitsstätte, in der Nägel, Kanten oder fallende Eisenteile lauern - Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen sind ein unverzichtbares Element des Arbeitsschutzes und der Betriebssicherheit.

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Sicherheit am Arbeitsplatz

Gesund durch den Job

75 Milliarden Euro mussten deutsche Arbeitgeber 2016 für die Arbeitsunfähigkeit ihrer Mitarbeiter zahlen, so die Schätzung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Zwar ist die Zahl der Arbeitsunfälle gesunken, doch die Zahl der gemeldeten Fälle von Berufskrankheiten steigt.