Mit der „TAS Secure Platform“ können Gefahrenmeldeanlagen aus der Ferne gewartet werden – Remote Services machen es möglich.
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Gefahrenmeldetechnik

Remote Services für Gefahrenmeldeanlage

TAS-Produkmanager Daniel Kaumanns erläutert die Vorteile, eine Gefahrenmeldeanlage über die neue Secure Platform mit Remote Services zu verwalten.

Monitoring und Fernwartung (Remote Services) von Gefahrenmeldeanlagen sind heute eine Selbstverständlichkeit. Nicht selbstverständlich ist allerdings, dass verschiedenste Alarmsysteme auf einer einzigen Plattform aufgeschaltet werden. Zusätzlich gibt es eine hohe Anforderung an die Sicherheit einer solchen Plattform – etwa vor unerlaubtem Zugriff. Eine solche Plattform hat das Unternehmen TAS Sicherheits- und Kommunikationstechnik entwickelt. Die „TAS Secure Platform“ bietet beides: ein Höchstmaß an Flexibilität und Sicherheit. Daniel Kaumanns, verantwortlicher Produktmanager für die TAS Secure Platform, steht Rede und Antwort.

Remote Services unterstützen Servicetechniker

Was ist die Aufgabe der neuen TAS Secure Platform?

Daniel Kaumanns: Die TAS Secure Platform stellt eine sichere Verbindung her zwischen dem Service-PC beim Errichterunternehmen auf der einen Seite und – auf der anderen Seite – den angebundenen sicherheitstechnischen Gewerken im zu schützenden Objekt. Basisdienst der Plattform ist der sichere Remote Access. Darüber hinaus lassen sich flexibel weitere Dienste wie zum Beispiel Monitoring oder Device Management realisieren. Das Portal hat sich in der Praxis als echte Unterstützung für die Arbeit der Servicetechniker vor Ort erwiesen. Teilweise müssen diese erst gar nicht ausrücken, weil ein mögliches Problem an einer Gefahrenmeldeanlage aus der Ferne gelöst werden kann.

Gefahrenmeldeanlage integriert verschiedene Gewerke

Welche sicherheitstechnischen Gewerke können aufgeschaltet werden?

Die Bandbreite ist wirklich groß und reicht von A wie Alarmübertragungseinrichtungen bis Z wie Zutrittskontrolle. Aufgeschaltet werden können darüber hinaus zum Beispiel auch Brand-, Einbruch- und Überfallmeldeanlagen, Personenhilferufanlagen, Videoüberwachungs- und Perimeter-Control-Systeme. Im Prinzip kann jede IP-fähige Anlage angebunden werden. Das geht dann auch weiter in Richtung Haustechnik. Wir nutzen die Plattform nicht nur in unserem eigenen Service Center, sie steht auch Unternehmen und Errichterfirmen zur Verfügung – gegen monatliche Gebühr, die sich nach den gewünschten Diensten staffelt.

Warum sollten Errichterfirmen Ihre Plattform nutzen, welche Vorteile sind damit verbunden?

Die Investitionen in den Aufbau einer eigenen Plattform sind nicht unerheblich. Neben dem Kostenaspekt für die einmalige Investition ist auch zu berücksichtigen, dass spezielles Know-how für die Pflege des Portals notwendig ist. Wer unsere Plattform nutzt, bezahlt lediglich die monatlichen, wirklich überschaubaren Gebühren. Wir als Service Provider übernehmen die Verantwortung für die Plattform inklusive Betrieb und Wartung der gesamten Infrastruktur. Die TAS Secure Platform lässt sich individuell konfigurieren. Jedes Wartungsunternehmen bekommt selektiv Zugriff auf „sein“ Gewerk. Dies sorgt nicht nur für hohen Zugriffschutz – auch die Servicequalität wird erhöht. Servicetechnikern können rollenbasierend Rechte und Funktionen zugewiesen werden. Auf ihrem Rechner oder Tablet erhalten sie eine für sie angepasste Umgebung und zum richtigen Zeitpunkt die richtige Software aus dem System. Damit lässt sich ein Wildwuchs aus verschiedenen Datenständen und Versionen vermeiden.

Welche Dienste bieten Sie an?

Der Basisdienst ist der sichere Remote Access – also die sichere Verbindung zwischen Anlage und Anwender. Ein zusätzlicher Dienst ist zum Beispiel Device Management für automatische, normkonforme Updates. Es liegt in der Verantwortung der TAS als Systembetreiber, die IT-Sicherheit auf aktuellem Stand zu halten. Monitoring wird ebenfalls oft gewünscht. Durch die kontinuierliche Überwachung der Alarmsysteme können Sollabweichungen sofort festgestellt werden. So lassen sich beispielsweise Verschmutzungen von Meldern proaktiv erkennen. Defekte Melder können dann für eine gewisse Zeit abgeschaltet werden, sodass die Funktionen der restlichen Anlage sichergestellt bleibt. Muss ein Servicetechniker ausrücken, ist dieser durch die Fehleranalyse bestens vorbereitet und hat die richtigen Ersatzteile und Werkzeuge zur Hand. Auch geplante Wartungen werden durch Remote Maintenance unterstützt, sodass die Zeit für Wartungseinsätze erheblich reduziert wird.

Sicherheit gewährleisten

Die Sicherheit eines solchen Portals ist ein wichtiges Thema. Wie stellen Sie diese sicher?

Bei der Entwicklung haben wir unsere eigenen sehr hohen Anforderungen übererfüllt. Ich nenne hier nur einige Aspekte. Die Benutzerintegrität wird durch Mehrfaktor-Authentifizierung und Verschlüsselungsverfahren gewährleistet, während die Datenintegrität und Vertraulichkeit durch Einhaltung der Alarmübertragungsnormen EN 50136 sichergestellt wird. Weitere Faktoren sind eine Mandantentrennung mit gesicherter zentraler System-/Kundendatenverwaltung und Pflege, Dokumentation aller Systemzugriffe unter Berücksichtigung der Datenschutzvorgaben sowie Systemschutz durch mehrere Firewalls. TAS ist in den relevanten Arbeitskreisen der gerade entstehenden Regularien für Remote Access und Services vertreten. Somit sind wir in der Lage, das Gesamtkonzept immer auf dem neusten Stand der Technik zu halten. Das gibt es bislang für Remote Plattformen noch nicht.

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