Foto: Fotolia/Jeffrey Zalesny

Sicherheitskonzept in der JVA

Rundum-Schutz

Der moderne Strafvollzug soll nicht nur die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten, sondern auch die bestmögliche Resozialisierung. Auch wer eine Strafe verbüßt, darf nicht völlig isoliert werden und hat ein Recht auf Sicherheit und Evakuierung.

Kommunikation und Brandschutz in einer Justizvollzugsanstalt müssen daher ganz besonderen Anforderungen gerecht werden. Hohe Mobilität ist in einer Evakuierungs-situation in der Regel ein Vorteil. Sie kann aber auch zum Problem werden – zum Beispiel, wenn es in einer Justizvollzugsanstalt (JVA) brennt. Während der Fluchtwegplan bei normalen Gebäuden auf ein schnelles Verlassen des Areals abzielt, müssen Strafgefangene jederzeit in einem gesicherten Bereich bleiben. Auch wenn den meisten bewusst ist, dass sie nicht weit kommen würden: Eine Möglichkeit zur Flucht wäre sicher für viele Insassen eine zu große Versuchung. Statistisch gesehen entstehen etwa 60 Prozent aller Brände zwischen 19:30 und 6:00 Uhr, also zu den Einschlusszeiten. Bis dann sämtliche Zellentüren aufgeschlossen sind, vergeht wertvolle Zeit. Die Evakuierung und Rettung der Insassen und sämtlicher weiterer Personen müssen dann innerhalb des JVA-Geländes organisiert und der Löscheinsatz koordiniert werden. Neben dem Schutz der Menschen gilt es auch, Sachwerte und Liegenschaften zuverlässig vor Brand- und Folgeschäden zu sichern.

Integrierter Brandschutz

Vorbeugender Brandschutz spielt daher für Justizvollzugsanstalten eine zentrale Rolle im gesamten Sicherheitskonzept. Zeitgemäße Brandmeldetechnik nach DIN/EN54 und VdS sorgt dabei für eine frühzeitige und zuverlässige Branddetektion und -meldung. Ein Falschalarm ist immer mit Kosten und Unannehmlichkeiten verbunden – in der ganz speziellen Sicherheitssituation einer JVA führt er aber zu besonders hohem Aufwand. Daher empfiehlt sich in jedem Fall der Einsatz moderner Mehrfaktor- Brandmelder – nicht zuletzt, weil in einer Justizvollzugsanstalt im Gegensatz zu den anderen Detektionsanwendungen der Missbrauch durch die Insassen unbedingt vermieden werden muss.

Lösungen wie das integrative Brandmeldesystem Zettler Profile von Tyco Integrated Fire & Security setzen auf eine kombinierte Detektion und Analyse verschiedener brandtypischer Faktoren, zum Beispiel Rauch, Hitze und Kohlenmonoxid. Die jeweils angeschlossenen Melder kommunizieren mit den einzelnen Brandmeldezentralen (BMZ). Spezielle Auswertealgorithmen der Brandmeldezentrale analysieren und verarbeiten die Messdaten der Melder, erkennen und filtern Störgrößen. Damit wird eine echte Brandsituation zuverlässig von Nichtbränden unterschieden, um kostenintensive Falschalarme und damit verbundene Evakuierungsmaßnahmen der Häftlinge zu verhindern.

Auch die Gas- und Wasserlöschsysteme lassen sich über die BMA ansteuern. Möglichst frühzeitige Brandbekämpfung ist im JVA-Umfeld besonders wichtig, da für die Evakuierung deutlich mehr Zeit eingeplant werden muss, als beispielsweise in einem Bürogebäude. Gerade in schwierigen und zeitraubenden Evakuierungssituationen werden spezielle Sprinkler eingesetzt, welche durch ihre Bauform nicht manipuliert werden können. Diese Sprinkler wurden eigens für den Bereich JVA und Personenschutz entwickelt.

Wachbeamte, Leitstellen und Feuerwehren müssen jederzeit und überall über Gefahrensituationen informiert werden, eine Evakuierung schnellstmöglich veranlassen und gebäudetechnische Systeme wie Türen, Lüftung, Rauchabzug steuern können. Eine lückenlose Kommunikation ermöglicht den Verantwortlichen auf den Wachstationen und der Wachzentrale, gezielt zu reagieren.

Zellenruf

Damit bei einem Brand die JVA nicht zur Falle wird, müssen die Inhaftierten im Notfall aus dem verschlossenen Haftraum heraus Hilfe anfordern und mit dem wachhabenden Beamten via Zellenruftechnik kommunizieren können. Tyco bietet speziell für die Anforderungen IP-fähige Zellenrufund Kommunikationssysteme, die den Anforderungen der DIN VDE 0834 in vollem Umfang entspricht. IP-basierte Dienste und Infrastrukturen zu nutzen, erhöht die flexible und sichere Verfügbarkeit von relevanten Informationen im JVA-Alltag.

Foto: ADT/Total Walther

Sicherheit und Kommunikation in JVA

Gemeinsam stark

Zwei Ziele prägen den modernen Strafvollzug in Justizvollzugsanstalten (JVA): der Schutz der Bevölkerung und die bestmögliche Resozialisierung von Straftätern. Dabei sind die Inhaftierten sowie JVA-Mitarbeiter und Besucher vor Brand, Überfall und gewalttätigen Angriffen zu schützen.

Foto: Tyco

Tyco

Sicherheitstechnik in der JVA Wuppertal-Ronsdorf

Tyco Integrated Fire & Security hat in der 2011 gebauten Justizvollzugsanstalt für junge Straftäter in Wuppertal eine umfangreiche Kommunikations- und Sicherheitstechnik umgesetzt.

Foto: Steinbach & Vollmann

Hochsicherheitsschlösser in JVA

Im Brandfall sicher

Im Wuppertaler Stadtteil Ronsdorf wurde in den vergangenen zwei Jahren durch einen Generalunternehmer eine neue Justizvollzugsanstalt (JVA) errichtet – schlüsselfertig. Dieser Begriff aus der Bauwirtschaft erlangt bei einem solchen Objekt völlig neue Dimensionen.

Foto: Kalscheuer

Tyco Planertage 2014

Sicherheitsgewerke intelligent vernetzt

Am 11. März 2014 machten die Planertage 2014 von Tyco Integrated Fire & Security Station in der Flugwerft Oberschleißheim bei München. Dort konnten Planer mehr über das Fokusthema integrierte Lösungen erfahren.

Special Zutrittskontrolle: Informieren Sie sich rund um den Themenbereich der Zutrittskontrolle

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