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Foto: Geze GmbH
Öffnungs- und Verriegelungssystem OL 350 EN, verbaut im Treppenhaus eines Bürogebäudes. Es ist eine in die RWA integrierbare Systemlösung mit profilanliegendem Spindelantrieb E 350 N und einem Konsolensatz mit mechanischer Verriegelung.

Brandschutz

RWA optimal planen und damit Risiken mindern

Brandschutz durch RWA: Gute Planung schützt Menschenleben – und Bauherren vor teuren Nachbesserungen.

Für die Planung von RWA im Rahmen des Brandschutzes gilt es den Schutz von Menschenleben und von Investitionen gleichermaßen im Auge zu behalten. Rund 250.000 Mal rückte allein in 2018 die Feuerwehr in Deutschland zu Löscheinsätzen nach Bränden und Explosionen aus. Damit es im Brandfall nicht zur Katastrophe kommt, hat der Gesetzgeber im Bauordnungsrecht festgelegt, welche Gebäude wie geschützt werden müssen. Eine wichtige Rolle im Falle eines Brandes – gerade in Gebäuden, die von vielen Menschen gleichzeitig genutzt werden wie Versammlungsstätten oder öffentlichen Gebäude – spielen Rauchabzüge und Rauch-Wärmeabzugsanlagen (RWA). Sie sollen giftige Rauchgase schnell nach draußen führen und Flucht- und Rettungswege rauchfrei halten. Eine Berücksichtigung solcher Anlagen bereits bei der Planung neuer Gebäude ist Pflicht, aber auch eine Nachrüstung in Bestandsgebäuden ist möglich.

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Die drei häufigsten Brandursachen in Gebäuden sind Elektrizität, menschliches Fehlverhalten und Überhitzung. Vor allem überlastete Mehrfachsteckdosen, der unsachgemäße Gebrauch von elektrischen Geräten oder defekte und veraltete Geräte sind im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich. Auch Unachtsamkeit im Zusammenhang mit offenem Feuer oder das Ablegen eines Gegenstandes auf der noch heißen Herdplatte stehen auf der Rangliste der Brandursachen weit oben. Die größte Gefahr für Leib und Leben geht dabei nicht einmal von den Flammen, sondern vom entstehenden Rauch aus. Denn hochgiftige Rauchgase können bereits nach drei Atemzügen zur Bewusstlosigkeit führen, nach zehn zum Tod. Aus diesem Grund ist sofortiges Handeln notwendig – der giftige Rauch muss so schnell wie möglich nach außen abgeleitet werden.

Schon ein brennender Papierkorb verraucht ein ganzes Büro

„Oft unterschätzen Menschen, wie schnell und wie viel Rauch entsteht“, weiß Jan Schäfer, Produktmanager Fenstertechnik bei GEZE. Das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Leonberg bei Stuttgart ist der Spezialist für Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik. „Aus zehn Kilogramm Papier oder Pappe werden bis zu 10.000 Kubikmeter Rauchgas freigesetzt. Schon ein brennender Papierkorb füllt einen Büroraum sehr schnell vollständig mit Rauch. Kein Wunder, dass die häufigste Verletzungs- und Todesursache bei Bränden die Rauchvergiftung ist.“ Hinzu kommt ein weiteres Problem: Binnen Minuten behindert der Rauch die Sicht, Menschen verlieren die Orientierung und geraten in Panik. Fluchtwege sind nicht mehr erkennbar und Rettungskräfte können nur unter erschwerten Bedingungen eingreifen.

Kamineffekt bei RWA einplanen: Frischluft rein, Rauch raus

Die einfachste und effizienteste Lösung für diese Situation heißt Rauch- und Wärmeabzugsanlage (RWA) und kommt von Herstellern wie Geze. Eine RWA-Anlage macht sich dabei den Kamineffekt zu Nutze – sofortige Frischluftzufuhr im unteren Bereich des Raumes und den schnellen Abzug des Rauchs im oberen Bereich. „Die Zuluft bewirkt zudem einen erhöhten thermischen Auftrieb und dadurch ein schnelleres Abziehen der Rauchgase durch die Fenster oder Öffnungen im Dach. Eine natürliche Entrauchung geschieht über installierte Rauchabzüge wie Fenster, Lichtkuppeln oder Oberlichter. Sie öffnen entweder automatisch, ausgelöst durch Rauchmelder, oder manuell durch einen entsprechenden RWA-Taster“, erklärt Jan Schäfer.

Doch eine Rauch- und Wärmeabzugsanlage hat noch weitere Vorteile. So gewährleistet sie eine stabile, raucharme Luftschicht in Bodennähe, damit Flucht- und Rettungswege sicher genutzt werden können. Der im Brandfall geöffnete Rauchabzug leitet gleichzeitig auch die Hitze ab. Damit wird das Tragverhalten von tragenden oder trennenden Bauteilen erheblich verlängert, was wiederum den Menschen im Gebäude zugutekommt. Gleichzeitig erlaubt diese Hitzereduzierung der Feuerwehr, für die Löscharbeiten näher an das Feuer heranzukommen.

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Foto: Geze GmbH
Die einzelnen Komponenten der RWA, die es in der Planung zu berücksichtigen gilt.

Verschiedene Komponenten und Modelle für optimalen Brandschutz

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen. Dazu gehört neben Öffnungen der Gebäudehülle, wie Fenster oder Lichtkuppeln, auch das zugehörige Antriebssystem (wie beispielsweise Ketten-, Spindel- oder Linearantriebe), die passende Steuerung und Energieversorgung (RWA-Zentrale), die Auslöseelemente wie Rauchmelder oder RWA-Taster sowie eine Zuluftversorgung über geöffnete Fenster oder Türen. Antriebssysteme sind dabei abgestimmt auf den jeweiligen Fenstertyp, die Öffnungsart und die Größe des Fensters. Manchmal kommen auch sogenannte Rauchvorhänge zum Einsatz, die größere Räume unterteilen, um so die Rauchentwicklung einzudämmen und die Löscharbeiten zu erleichtern.

Sonderfall für die Planung: RWA-Nachrüstung im Bestand

Gerade attraktive Altbauten sind zu einer Zeit errichtet worden, in denen Brandschutz weder auf dem heutigen Niveau möglich war noch überhaupt eine große Rolle gespielt hat. Solche Immobilien im Rahmen einer Modernisierung entsprechend nachzurüsten, kann sich lohnen, vor allem dann, wenn die Immobilie andere Nutzungen ermöglichen soll. Ob eine moderne RWA installiert werden kann, hängt stark von den individuellen Gegebenheiten des Gebäudes, speziell der Fenstersituation ab: Werden die Fenster auch als natürliche Belüftung genutzt? Ist überhaupt genug Platz für die elektrischen Antriebe vorhanden? Wie laufen die Kabel? Wer eine Nachrüstung seiner Gebäude mit modernen RWAs plant, sollte auf jeden Fall frühzeitig in der Planung einen Experten hinzuziehen.

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