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Foto: picture alliance /dpa
Die 84 Zimmertüren in Straubing werden mit Hochsicherheitsschlössern mit Zuhaltungstechnik gesichert.

Steinbach & Vollmann

Schließsystem für Sicherungsverwahrung

24 Millionen Euro hat Bayern in den Neubau für Sicherungsverwahrte in Straubing investiert. Er soll den Insassen größtmögliche Freiheit bieten und gleichzeitig die Öffentlichkeit vor ihnen schützen. Steinbach & Vollmann hat für die Verwahrräume Hochsicherheitsschlösser geliefert.

Der Neubau des Hauses für 84 Sicherungsverwahrte auf dem Gelände der JVA Straubing ist entsprechend den Forderungen des Bundesverfassungs-gerichts vom Mai 2011 nach Abstandsgebot und nach einem freiheitsorientierten und therapiegerichteten Gesamtkonzept geplant und errichtet worden. Ein 120 Meter langer, dreigeschossiger Gebäudeblock mit Therapie-, Verwaltungs- und Freizeitbereich schirmt den Baukomplex gegen die benachbarten Einrichtungen des Strafvollzugs ab. Nach Süden liegen vier jeweils zweigeschossige Unterkunftsgebäude mit Wohnräumen, Küche, Aufenthalts- und Hauswirtschaftsräumen.

Der Zugang zum Neubau erfolgt über die Torwache außerhalb der Mauern der JVA "Am Steinweg". Von der Torwache aus gelangt man über einen unterirdischen Erschließungsgang in den eingeschossigen Besucherbereich mit den Warte- und Besucherräumen sowie einer Cafeteria. Der Heiligenhauser Hersteller Steinbach & Vollmann (STUV) lieferte für das Projekt mechanische Haftraum- und Durchgangstürschlösser der neuesten Produktgeneration.

Die Schlösser wurden vor Ort durch STUV-Monteure in spezielle Stahltaschen mit zusätzlichem Aufbohrschutz eingebaut. In hoch frequentierten Durchgangstüren wurden elektronische Hochsicherheitsschlösser vom Typ HSL 104 C mit motorisch betriebenem Riegel eingesetzt. Die Schlösser werden über eine Steuerung in der Zentrale bedient, die außerdem den Status jeder Einheit überwacht und visualisiert. Alle Schlösser sind mit einem präzisen und langlebigen Zuhaltungsschließwerk ausgerüstet. Nur ein Vorteil dieser Technik: sollte es jemals zu einem Schlüsselverlust kommen, kann jedes Schloss innerhalb weniger Sekunden auf eine neue Schließung umgestellt werden.

Aus Sicherheitsgründen erfolgte die Montage der komplexen Hochsicherheitstechnik erst zwei Wochen vor der Eröffnung am 1. Juni 2013, dem Stichtag des Bundesverfassungsgerichts, und folgte einem anspruchsvollen Zeitplan. Um fertiggestellte Bereiche vor unbefugtem Zutritt zu schützen, wurden die vorbereiteten Türen mit Bauschlössern versehen. Diese sind maßidentisch zu den später genutzten Hochsicherheitsschlössern und werden vom Bauherren mit eigenen Profilzylindern genutzt. Nach Abschluss der Baumaßnahme nimmt STUV die auf Leihbasis zur Verfügung gestellten Schlösser zurück.

Bayerns Justizministerin Beate Merk sprach bei der Einweihung am 19.06.2013 allen am Bau beteiligten Unternehmen ihren besonderen Dank für die termingerechte Übergabe aus. „Es war ein wahrer Kraftakt, in einer kurzen Bauzeit alle Anforderungen des Gesetzgebers zu erfüllen, so Merk. STUV produziert seit 1960 Hochsicherheitsschlösser für den Justizvollzug und Polizeistationen. Aktuell produzieren die Heiligenhauser für eine neue Sicherungsverwahrung in Mecklenburg-Vorpommern und den Neubau einer großen Justizvollzugsanstalt in Bayern.